FNK bleibt Exzellent
Humboldt Graduat School bleibt für die Mehrzahl der Promovierenden verschlossen
Schon werden in der HUMBOLDT, der Präsidentenpostille der Humboldt-Universität, erste Gebäudesimulationen abgedruckt (2.11.2006), auf denen über dem Eingang des als Hauptzentrale der Humboldt Graduat School (HGS) vorgesehenen Repräsentativbaus in der Luisenstraße bereits dessen Insignien prangen. Noch gehört das abgebildete Gebäude zur Landwirtschaftlich-Gärtnerischen Fakultät (LGF), aber die soll es neuerdings ja auch bald mal wieder nicht mehr geben. Für den neben der Abbildung stehenden Beitrag zeichnet die Koordinatorin der HGS selbst verantwortlich. Sie beginnt ihn mit einer Aufzählung der großen Probleme von PromovendInnenausbildung an der HU und in Deutschland insgesammt:
Um so bemerkenswerter erscheint die Lösung, die sich die Humboldt-Universität im Rahmen ihrer Bewerbung im Exzellenzwettbewerb ausgedacht hat: Mit der Gründung der HGS, die von den Gutachtern des Wissenschaftsrats so dringlich angemahnt wurde, soll nun ein Dachverband geschaffen werden, der durch Weiterbildungsangebote, Verwaltsungsservice, die Übernahme von Koordinationsaufgaben und durch Lehrangebote zum Zentrum der DoktorandInnenausbildung an der HU avancieren soll. Was da als längst überfällige institutionelle Anbindung und Ausstattung von Promovierenden daherkommt, ist jedoch nur eine schlecht verpackte Mogelpackung.
Wie nämlich § 3 Abs. 2 der Satzung der HGS klarstellt, ist die Mitgliedschaft von Promovierenden oder Studierenden an die Zugehörigkeit zu einem Promotionsprogramm gebunden, das in der HGS aufgenommen wurde. Um aber als Graduiertenschule in der HGS aufgenommen zu werden, müssen die Schools speziellen humboldtspezifischen Kriterien entsprechen, die sie als förderwürdig und für das Forschungsprofil der Universität als besonders geeignet einstufen. Mit der Graduiertenschule "Mind&Brain", die im sogn. Zweitesäuleantrag des Exzellenzwettbewerbs erfolgreich war, wurde bereits eine erste School unter Vertrag genommen, die auch an der Finanzierung der HGS maßgeblich beteiligt werden soll. Damit ist zugleich klar, welches die Ansprüche sind, an denen sich Promotionsprogramme messen lassen müssen, um überhaupt in die HGS aufgenommen zu werden.
Wie viele Promovierende Nutznießer/innen der ersehnten "Qualitätssicherung in der Doktorandenausbildung" ist daher schnell gezählt. Die große Masse der Promovierenden ohne institutionelle Anbindung an spezielle Programme, bleiben weiterhin für sich und teilen sich die seltenen Sprechzeiten ihres Doktorvaters/-mutter mit den Studierenden. Damit verschließt sich die HGS gegenüber allen, die auf ihre Angebote besonders angewiesen sind und schafft lediglich für solche Promovierenden zusätzliche Vorteile, die ohnehin schon durch spezielle Programme besonders betreut werden – meist mit Stipendium!
Vor diesem Hintergrund kam es heute in der AS-Kommission für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs (FNK) zu einem heftigen Disput über die Ausrichtung der HGS. Dem Gremium lag ein Satzungsentwurf aus dem Haus des Vizepräsidenten für Forschung, Pröf. Prömel (VPF), zur Beratung vor. Wie Teilnehmer der Sitzung berichteten, zeigte sich der studentische Vertreter der Liste Offene Linke über das Ausmaß der Ignoranz für die Probleme der Promovierenden außerordentlich verwundert und plädierte für eine stärkere Einbindung von DoktorandInnen, die nicht durch Promotionsprogrammen aufgefangen werden. Zu diesem Zweck beantragte er die Streichung des o.g. § 3 Abs. 2 sowie die Erweiterung der Aufgaben der HGS auf "die Betreuung und Weiterbildung von Promovierenden außerhalb von Promotionsprogrammen" in § 2 Abs. 2 der Satzung.
Diesem Ansinnen stellten sich andere Kommissionsmitglieder entschieden entgegen. Zwar sei eine stärkere Einbindung durchaus wünschenswert, aber derzeit nicht leistbar. Man solle sich lieber auf den Ausbau exzellenter Programme konzentrieren, um dadurch einen Finanzhebel im Bundeswettberwerb zu setzen, aus dem dann später Mittel für die Betreuung auch anderer Promoventen geschöpft werden können, argumentierte Prömel. Ein Vertreter der Liste LHG/RCDS, der als Stellvertreter an der Sitzung teilgenommen hatte, erklärte, er könne sich dem Antrag des studentischen Mitglieds nicht anschließen, die Spitzenforschung sei vorrangig zu beachten. In der sich anschließenden Abstimmung stimmte denn auch der studentische Vertreter allein für eine Öffnung der HGS für alle Promovent/innen. Er kündigte ein Minderheitenvotum an. Die FNK beschloss jedoch einstimmig einen Prüfauftrag an den VPF, bis 2008 Möglichkeiten für eine Beteiligung von anderen Promovierender abzuschätzen und entsprechende Konzepte zu entwickeln.
Schon werden in der HUMBOLDT, der Präsidentenpostille der Humboldt-Universität, erste Gebäudesimulationen abgedruckt (2.11.2006), auf denen über dem Eingang des als Hauptzentrale der Humboldt Graduat School (HGS) vorgesehenen Repräsentativbaus in der Luisenstraße bereits dessen Insignien prangen. Noch gehört das abgebildete Gebäude zur Landwirtschaftlich-Gärtnerischen Fakultät (LGF), aber die soll es neuerdings ja auch bald mal wieder nicht mehr geben. Für den neben der Abbildung stehenden Beitrag zeichnet die Koordinatorin der HGS selbst verantwortlich. Sie beginnt ihn mit einer Aufzählung der großen Probleme von PromovendInnenausbildung an der HU und in Deutschland insgesammt:
"Auch die Befragung der Promovierten der Humboldt-Universität zeigt, dass Promotionen lange dauern, dass die Betreuung durch den Doktorvater teilweise als unbefriedigend empfunden wird und dass promotionsferne Aufgaben sowie Finanzierungsprobleme die wissenschaftliche Arbeit belasten."Der/die informierte Leser/in wird wissen, wie recht sie hat. Die Abbrecherquote unter Promovierenden ist prozentual weit höher als unter Studierenden. Die soziale Lage von Promovierenden wird oft durch den Wegfall von Studierendenvergünstigungen bei Krankenkasse und Nebenverdienstmöglichkeiten zusätzlich bestimmt. Der/die gut betreute und mit vielen Seminarangeboten – etwa in einer Graduat School oder in anderen Promotionsprogrammen im Rahmen von Sonderforschungsbereichen etc. – verwöhnte Promovent/in der/dem die Tür des Doktorvaters oder der Doktormutter immer offen steht für alle Fragen des Forschungsprojekts oder anderer Probleme, ist eine seltene Ausnahme. Die Mehrzahl der Promotionsstudierenden ist auf sich allein gestellt.
Um so bemerkenswerter erscheint die Lösung, die sich die Humboldt-Universität im Rahmen ihrer Bewerbung im Exzellenzwettbewerb ausgedacht hat: Mit der Gründung der HGS, die von den Gutachtern des Wissenschaftsrats so dringlich angemahnt wurde, soll nun ein Dachverband geschaffen werden, der durch Weiterbildungsangebote, Verwaltsungsservice, die Übernahme von Koordinationsaufgaben und durch Lehrangebote zum Zentrum der DoktorandInnenausbildung an der HU avancieren soll. Was da als längst überfällige institutionelle Anbindung und Ausstattung von Promovierenden daherkommt, ist jedoch nur eine schlecht verpackte Mogelpackung.
Wie nämlich § 3 Abs. 2 der Satzung der HGS klarstellt, ist die Mitgliedschaft von Promovierenden oder Studierenden an die Zugehörigkeit zu einem Promotionsprogramm gebunden, das in der HGS aufgenommen wurde. Um aber als Graduiertenschule in der HGS aufgenommen zu werden, müssen die Schools speziellen humboldtspezifischen Kriterien entsprechen, die sie als förderwürdig und für das Forschungsprofil der Universität als besonders geeignet einstufen. Mit der Graduiertenschule "Mind&Brain", die im sogn. Zweitesäuleantrag des Exzellenzwettbewerbs erfolgreich war, wurde bereits eine erste School unter Vertrag genommen, die auch an der Finanzierung der HGS maßgeblich beteiligt werden soll. Damit ist zugleich klar, welches die Ansprüche sind, an denen sich Promotionsprogramme messen lassen müssen, um überhaupt in die HGS aufgenommen zu werden.
Wie viele Promovierende Nutznießer/innen der ersehnten "Qualitätssicherung in der Doktorandenausbildung" ist daher schnell gezählt. Die große Masse der Promovierenden ohne institutionelle Anbindung an spezielle Programme, bleiben weiterhin für sich und teilen sich die seltenen Sprechzeiten ihres Doktorvaters/-mutter mit den Studierenden. Damit verschließt sich die HGS gegenüber allen, die auf ihre Angebote besonders angewiesen sind und schafft lediglich für solche Promovierenden zusätzliche Vorteile, die ohnehin schon durch spezielle Programme besonders betreut werden – meist mit Stipendium!
Vor diesem Hintergrund kam es heute in der AS-Kommission für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs (FNK) zu einem heftigen Disput über die Ausrichtung der HGS. Dem Gremium lag ein Satzungsentwurf aus dem Haus des Vizepräsidenten für Forschung, Pröf. Prömel (VPF), zur Beratung vor. Wie Teilnehmer der Sitzung berichteten, zeigte sich der studentische Vertreter der Liste Offene Linke über das Ausmaß der Ignoranz für die Probleme der Promovierenden außerordentlich verwundert und plädierte für eine stärkere Einbindung von DoktorandInnen, die nicht durch Promotionsprogrammen aufgefangen werden. Zu diesem Zweck beantragte er die Streichung des o.g. § 3 Abs. 2 sowie die Erweiterung der Aufgaben der HGS auf "die Betreuung und Weiterbildung von Promovierenden außerhalb von Promotionsprogrammen" in § 2 Abs. 2 der Satzung.
Diesem Ansinnen stellten sich andere Kommissionsmitglieder entschieden entgegen. Zwar sei eine stärkere Einbindung durchaus wünschenswert, aber derzeit nicht leistbar. Man solle sich lieber auf den Ausbau exzellenter Programme konzentrieren, um dadurch einen Finanzhebel im Bundeswettberwerb zu setzen, aus dem dann später Mittel für die Betreuung auch anderer Promoventen geschöpft werden können, argumentierte Prömel. Ein Vertreter der Liste LHG/RCDS, der als Stellvertreter an der Sitzung teilgenommen hatte, erklärte, er könne sich dem Antrag des studentischen Mitglieds nicht anschließen, die Spitzenforschung sei vorrangig zu beachten. In der sich anschließenden Abstimmung stimmte denn auch der studentische Vertreter allein für eine Öffnung der HGS für alle Promovent/innen. Er kündigte ein Minderheitenvotum an. Die FNK beschloss jedoch einstimmig einen Prüfauftrag an den VPF, bis 2008 Möglichkeiten für eine Beteiligung von anderen Promovierender abzuschätzen und entsprechende Konzepte zu entwickeln.
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