Wer die Wahl hat, …
Am kommenden Dienstag steht das Konzil vor der Aufgabe, eine Vizepräsidentin bzw. einen Vizepräsidenten mit dem Aufgabenbereich Lehre und Studium zu wählen. Es wird wohl kaum ein Konzilsmitglied geben, das sich dabei wohl fühlen wird in seiner Haut. Vorgeschlagen wurden vom Kuratorium drei Personen: zwei Frauen und ein Mann. Nun fällt es ohnehin schwer, Personen zu finden, die sich um dieses an deutschen Hochschulen nicht gerade hoch angesehene Ressort verdient gemacht hätten und dies auch weiterhin an der HU tun wollten. Wie schon zwei Jahre zuvor spielt jedoch in die Entscheidung ein besonderer Umstand hinein: Es gilt, ein komplett männlich besetztes Präsidium zu ergänzen – also möglichst mit einer Frau.
Nach der Anhörung im Konzil am letzten Dienstag und in kleineren Gesprächsgruppen der Statusgruppen mit den KandidatInnen wurde freilich klar, daß es damit nichts wird. Eine der Kandidatinnen glänzte gänzlich mit Abwesenheit und auch die zweite ließ die nötige Kenntnis im Ressort vermissen. Doch auch der Kandidat, Herr Matuschek aus Jena, ist wohl nur der Einäugige unter den Blinden. Immerhin hat er schon zwei Jahre Erfahrungen als Prorektor für Lehre und Studium an der FSU sammeln können, doch ob mit ihm das Ressort im Präsidium das nötige Gewicht bekommt, darf bezweifelt werden, zumal er sich als externer Bewerber zunächst erst in Berlin und an der HU neu orientieren und einarbeiten muß.
Wenn nun am 13.2. Herr Matuschek als Vizepräsident gewählt wird, dann nicht, weil er so ein überragender Kandidat ist, sondern vor allem, damit überhaupt jemand gewählt wird, weil die Mehrheit der Konzilsmitglieder eine gescheiterte Wahl scheut, wie der Teufel das Weihwasser. Gerade in Zeiten des Exzellenzwettbewerbs scheint eine solche „Blamage“ unerträglich. Schlimmer jedenfalls als die Symbolkraft eines rein männlichen Präsidiums. Doch bedarf es tatsächlich noch eines solchen Beweises, um zu demonstrieren, welchen Stellenwert Frauen an der HU haben? Man braucht sich nur in einer beliebigen AS-Sitzung anhören, in welcher Weise der Präsident die Frauenbeauftragte oder andere weibliche AS-Mitglieder abbürstet. Und die Tatsache, daß die jeweilige Vizepräsidentin in den letzten zehn Jahren stets den in der allgemeinen Wahrnehmung schwächsten Bereich vertrat, spricht eine ebenso deutliche Sprache. Glaubt man den an der Findung Beteiligten, so ist jedenfalls gegenwärtig keine kompetente Frau, die etwas auf sich hält, für dieses Amt zu gewinnen. Nach qualifizierten Männern ist wohl nicht weiter gesucht worden, aber vorangegangene Findungsverfahren lassen erahnen, daß ein Präsidiumsposten an der HU nicht eben zu den Traumjobs gehört.
Und so stellt sich die Frage, wenn denn diese Wahl doch scheitern würde und niemand die nötigen 31 Stimmen auf sich vereinen könnte, woher dann der weiße Ritter – geschweige denn eine „Ritterin“ – kommen sollte. Die Alternativen, die gelegentlich hinter vorgehaltener Hand angedeutet werden, zumal die hauseigenen, klingen wenig ritterlich.
Bleibt also – wie auch immer man sich entscheidet – nur das Prinzip Hoffnung: darauf, daß sich nach erfolgreicher Wahl ein Vizepräsident Matuschek als stärker erweist, als es den Anschein hat, oder aber darauf, daß es nach gescheiterter Wahl doch noch eineN RetterIn in der Not gibt.
Wer die Wahl hat, …
Nach der Anhörung im Konzil am letzten Dienstag und in kleineren Gesprächsgruppen der Statusgruppen mit den KandidatInnen wurde freilich klar, daß es damit nichts wird. Eine der Kandidatinnen glänzte gänzlich mit Abwesenheit und auch die zweite ließ die nötige Kenntnis im Ressort vermissen. Doch auch der Kandidat, Herr Matuschek aus Jena, ist wohl nur der Einäugige unter den Blinden. Immerhin hat er schon zwei Jahre Erfahrungen als Prorektor für Lehre und Studium an der FSU sammeln können, doch ob mit ihm das Ressort im Präsidium das nötige Gewicht bekommt, darf bezweifelt werden, zumal er sich als externer Bewerber zunächst erst in Berlin und an der HU neu orientieren und einarbeiten muß.
Wenn nun am 13.2. Herr Matuschek als Vizepräsident gewählt wird, dann nicht, weil er so ein überragender Kandidat ist, sondern vor allem, damit überhaupt jemand gewählt wird, weil die Mehrheit der Konzilsmitglieder eine gescheiterte Wahl scheut, wie der Teufel das Weihwasser. Gerade in Zeiten des Exzellenzwettbewerbs scheint eine solche „Blamage“ unerträglich. Schlimmer jedenfalls als die Symbolkraft eines rein männlichen Präsidiums. Doch bedarf es tatsächlich noch eines solchen Beweises, um zu demonstrieren, welchen Stellenwert Frauen an der HU haben? Man braucht sich nur in einer beliebigen AS-Sitzung anhören, in welcher Weise der Präsident die Frauenbeauftragte oder andere weibliche AS-Mitglieder abbürstet. Und die Tatsache, daß die jeweilige Vizepräsidentin in den letzten zehn Jahren stets den in der allgemeinen Wahrnehmung schwächsten Bereich vertrat, spricht eine ebenso deutliche Sprache. Glaubt man den an der Findung Beteiligten, so ist jedenfalls gegenwärtig keine kompetente Frau, die etwas auf sich hält, für dieses Amt zu gewinnen. Nach qualifizierten Männern ist wohl nicht weiter gesucht worden, aber vorangegangene Findungsverfahren lassen erahnen, daß ein Präsidiumsposten an der HU nicht eben zu den Traumjobs gehört.
Und so stellt sich die Frage, wenn denn diese Wahl doch scheitern würde und niemand die nötigen 31 Stimmen auf sich vereinen könnte, woher dann der weiße Ritter – geschweige denn eine „Ritterin“ – kommen sollte. Die Alternativen, die gelegentlich hinter vorgehaltener Hand angedeutet werden, zumal die hauseigenen, klingen wenig ritterlich.
Bleibt also – wie auch immer man sich entscheidet – nur das Prinzip Hoffnung: darauf, daß sich nach erfolgreicher Wahl ein Vizepräsident Matuschek als stärker erweist, als es den Anschein hat, oder aber darauf, daß es nach gescheiterter Wahl doch noch eineN RetterIn in der Not gibt.
Wer die Wahl hat, …
1 Comments:
Nun, die weisse Ritterin wird nichts mehr retten können. Hr. Matuschek aus Jena wurde mit 39 Stimmen, davon 4 studentische gewählt.
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