Montag, Februar 11, 2008

Studierende kritisieren Wahlverfahren an der Humboldt-Universität

Die Mehrheit der Studierenden im Konzil der HU wird am 12. Februar 2008 die Abgabe der Stimmen verweigern. Bereits mit dem Ausschreibungstext wurden weitere BewerberInnen von der Kandidatur abgehalten. Eine Wahl durch das Konzil, wie es die Verfassung der HU vorsieht, verkommt dadurch zur Farce. Es findet lediglich eine Bestätigung der vom Präsidenten vorher ausgewählten Kandidaten für ein (rein männliches) Präsidium statt.

Der ursprünglich vom Kuratorium beschlossene Ausschreibungstext entsprach nicht den Vorgaben der Verfassung der Humboldt-Universität. Nur durch die Intervention der Studierenden wurde dieser vor der Veröffentlichung korrigiert. Ein weiterer kritikwürdiger Satz blieb jedoch bestehen. Dieser signalisierte möglichen externen BewerberInnen, dass die Wunschkandidaten bereits feststehen.

Ein weiterer Verfahrensfehler fand bei der Veröffentlichung der Ausschreibung statt. Diese erfolgte zuerst nicht, wie bei Positionen in Hochschulleitungen üblich, in der "Zeit". Stattdessen veröffentlichte das Kuratorium lediglich in der "FAZ". Als nach vier Wochen keine Bewerbungen vorlagen, wurde auf Drängen von Universitätsmitgliedern die Ausschreibungsfrist verlängert. Auch intensive Bemühungen der Findungskommission weitere Personen zu einer Bewerbung zu bewegen schlugen weitestgehend fehl. Die Kanditatenlisten für das Konzil am 12. Februar bestehen lediglich aus den zwei Hauskandidaten.

"Die Wünsche des Präsidenten nur noch nachzuvollziehen ist kein verantwortungsvolles Verhalten der Konzilsmitglieder. Der Amtsführung des Präsidenten, die Gremien nur zum Beschliessen bereits getroffener Entscheidungen zu benutzen, werden die Studierenden energisch entgegentreten. Die Humboldt-Universität hat es mit diesem Verfahren versäumt, eine Perspektive für die wichtigen kommenden Jahre zu schaffen.", sagte Peter Hartig, Mitglied im Akademischen Senat und im Konzil der Humboldt-Universität. "Für die Repräsentanz von Frauen in der Wissenschaft und in Hochschulleitungen ist dies ein verheerendes Signal", ergänzte Debora Gärtner, studentisches Mitglied im Konzil.