Olle Kamellen und neue Klöpse
Langjähringen Leser_innen dieses Blogs dürfte ja bekannt sein, dass unser aller Lieblingspräsident ein etwas gespanntes Verhältnis zur Studierendenschaft hat.
Nun hat er aber realtiv kurz hintereinander zweimal die Hose heruntergelassen und klar gesagt, was er von den Vertreter_innen der Studierenden und demokratischen Prozessen denkt.
Erst reagierte er vor einiger Zeit auf unsere Pressemitteilung zu seinem Nichtwiederantritt folgendermaßen (besonders schöne Stellen gefettet):
Welch eine Wertschätzung demokratischer Gremien und Prozesse!
Und welche Abgeklärtheit gegenüber inhaltlicher Kritik!
Und dann kam ja das Jubiläum. Nicht genug, dass er den Erstsemester_innen auf dem Immafeier "15 Monate Party" ankündigte (eine Ankündigung, die wir vielleicht ernst nehmen sollten. Zwei Kästen Bier, ein Ghettoblaster und dann ab vors Präsidium!), nein, er gab auch der Mottenpost ein tolles Interview, dessen maßgeblichen Teil wir hier mal zitieren wollen:
Das muss mensch sich erstmal auf der Zunge zergehen lassen: Wer eine egalitäre Universität will, muss mit dem Abt unzufrieden sein. Genau. Sagen wir doch schon seit Jahren. Jetzt ist es offiziell. Und er scheint ja auch noch stolz darauf zu sein.
Nun hat er aber realtiv kurz hintereinander zweimal die Hose heruntergelassen und klar gesagt, was er von den Vertreter_innen der Studierenden und demokratischen Prozessen denkt.
Erst reagierte er vor einiger Zeit auf unsere Pressemitteilung zu seinem Nichtwiederantritt folgendermaßen (besonders schöne Stellen gefettet):
Sehr verehrter, lieber Herr Aust,
Sie halten das Präsidium der Humboldt-Universität ja offenbar für ziemlich
beschränkt - von "lübke-äquivalenten Denkstrukturen in der Unileitung"
lese ich in dem netten Blog der Juso-Hochschulgruppen, auf dem sich das
reizende Photo findet, auf dem Sie halbvermummt, aber doch einigermaßen
erkennbar ein Transparent halten. Ich bin aber leider nicht so beschränkt,
daß ich meine arme Mitarbeiterschar so rund sechzig Termine aus dem
Kalender heraussuchen und abtippen lasse, wenn ohnehin schon feststeht,
was was Sie denken - man kann es ja heute nicht nur auf dem anderen Blog
lesen, der leider keine Photos hat, sondern nun auch noch in einer
Presseerklärung.
Ich schone daher meine Nerven und die Arbeitskraft meiner Mitarbeiter und
halte fest: Ihre ständige Behauptung, ich sei an diesem Punkt faul
gewesen, ist pure Verleumdung und sonst nichts. Da ich Sie nicht näher
kenne, weiß ich natürlich nicht, ob die Tatsache, daß Sie immer wieder -
und auch in diesem Falle - die Grenze zwischen völlig legitimer Polemik
gegen einen politischen Gegner und schlichter Verleumdung überschreiten,
nur darauf zurückzuführen ist, daß Sie das für ein legitimes Mittel Ihres
politischen Kampfes halten oder ob Sie es einfach aus welchen Gründen auch
immer nicht merken. Es ist mir aber, ehrlich gesagt, auch vollkommen egal.
Ich stelle vielmehr nach der Lektüre Ihrer Pressemeldung befriedigt fest:
Obwohl ich ja offenbar sturzfaul bin, habe ich die Universität jedenfalls
ein Stück weit in eine Richtung lenken können, die Ihnen gar nicht paßt
und Sie kräftig ärgert. Sie ahnen gar nicht, welche Freude mir das gemacht
hat und weiter macht - denn eine Universität, wie Sie sich sie vorstellen,
wäre für mich der reine Horror. Ich werfe mir allenfalls vor, den
Widerspruch zu Ihrem "Schalala"-Sozialismus - so steht das doch herrlich
entlarvend auf Ihrem Laptop-Deckel -, den Sie hier offenbar einführen
wollen, in den letzten Jahren nicht noch ein bischen deutlicher
artikuliert zu haben.
In erheblicher Vorfreude auf allfällige Reaktionen auf Ihren diversen
Blogs, demokratisch legitimierten Auftritten in demokratisch legitimierten
Gremien etc.pp. und mit freundlichen Grüßen in die Clara-Zetkinstraße, Ihr
Christoph Markschies
Welch eine Wertschätzung demokratischer Gremien und Prozesse!
Und welche Abgeklärtheit gegenüber inhaltlicher Kritik!
Und dann kam ja das Jubiläum. Nicht genug, dass er den Erstsemester_innen auf dem Immafeier "15 Monate Party" ankündigte (eine Ankündigung, die wir vielleicht ernst nehmen sollten. Zwei Kästen Bier, ein Ghettoblaster und dann ab vors Präsidium!), nein, er gab auch der Mottenpost ein tolles Interview, dessen maßgeblichen Teil wir hier mal zitieren wollen:
Morgenpost Online: Während Ihrer Amtszeit haben Sie für Ihren Führungsstil viel Kritik einstecken müssen, nicht nur von Studenten, sondern auch von den Kollegen.
Christoph Markschies: Vor allem von der ziemlich weit links orientierten Studentenschaft, die sich von einem Präsidenten repräsentieren lassen muss, dessen Vorstellungen den ihren entgegenlaufen. Ich wäre ein schlechter Präsident, wenn die Studenten mich gelobt hätten. Kritik ist unvermeidlich. Aber es gibt auch Professoren, die die Vorstellung haben, jeder solle das Gleiche bekommen. Jeder, der eine egalitäre Universität möchte, muss mit mir unzufrieden sein. Denn es ist klar, dass ein leistungsorientiertes System nicht alle goutieren.
Das muss mensch sich erstmal auf der Zunge zergehen lassen: Wer eine egalitäre Universität will, muss mit dem Abt unzufrieden sein. Genau. Sagen wir doch schon seit Jahren. Jetzt ist es offiziell. Und er scheint ja auch noch stolz darauf zu sein.