Mittwoch, Mai 27, 2009

AS 12.05.2009

Seine Exzellenz, Präsident Christopf Markschies konnte leider auch diesemal nicht der gesamten Sitzung beiwohnen, weshalb die Sitzung erfreulicherweise unter der äußerst angenehmen Sitzungsleitung von Herrn Nagel (Viezepräsident für Studium und Internationales=VPSI) begann.

Wie immer gab es im ersten Tagesordnungspunkt "Aktuelle Halbe Stunde" einige interessante Berichte. Zuerst legte Herr Eveslage (Vizepräsident für Haushalt) noch mal den Stand der Vertragsverhandlungen dar: Es hat sich nichts getan. Wegen Zeitdruck wird die HU nun aber einen Haushaltsplan aufstellen. Da es keine Zahlen gibt wird sich dieser Plan am Bedarf (=der geforderte und notwendige Aufwuchs) orientieren. Wir können also demnächst mit einem neuen Haushalt rechnen.

Es gibt eine schriftliche Antwort auf unsere Frage vom vergangenen AS zu der Verschickung und den Einnahmen aus Tagesspiegelwerbung mit den Rückmeldeunterlagen. Folgt...

Dann folgten einige Berichte von Herrn Nagel:

- Reagierend auf unserre Nachfrag vom letzten AS bezüglich der berücksichtigung des Nachteilsausgleiches bei Agnes, erkklärte er, dass die Probleme bearbeitet und schon so gut wie gelöst sind.

- Das HU Konzept für den Exzellenzwettbewerb Lehre ist überraschenderweise gescheitert. Herr Nagel konnte mit seinem Konzept zu "Durchlässigkeit" leider nicht beim der Jury landen, wir sind schon in der ersten Runde rausgeflogen.
Uns überrascht dies nicht, denn sein Konzept war nur eine Sammlung weitestgehend unverbundener Einzelinitiativen, die nur zeigen, dass die HU in Sachen Lehre überhaupt kein eigentliches Konzept hat.
Dabei gäbe es natürlich genug zu tun, wie auch die Studiebarkeitsstudie schon vor zwei Jahren zeigte (http://www.studierbarkeit.de). Passiert ist immer noch nichts.
Der Antrag wich offensichtlich den eigentlichen Problemen aus - was auch klar ist, denn in ein paar Monaten lassen sich die nicht lösen. Tja, schade um die ganze Zeit, die unser Vizepräsi in dieses Konzept gepackt hat. Sie wäre in einer nachhaltigen Verbesserung der Situation wahrscheinlich besser angelegt gewesen.

Dann beklagte sich Nagel, dass die Studierenden immer noch niemanden für die Jury des Lehrpreises benannt haben. Irgendwie hat offenbar bisher niemand Interesse daran, aus einer von StudiendekanInnen und allerhand Regeln vorsortierten Liste die Person rauszupicken, die die beste Lehre macht.

Schließlich stellten wir unsere schriftliche Anfrage zu der Teilhabe an universitärer Infrastruktur. Es geht darum, dass Studierende und Studentische Gruppen von nun an einen Fragebogen ausfüllen müssen, bevor sie Räume in der HU zur Verfügung gestellt bekommen. Ebenso sollen zukünftig die Kosten für den Wachschutz nach 22 Uhr und am Wochenende getragen werden. Dies beeträfe z.B. Fachschaftsparties, abentliche Vorträge, Wochenend-Tagungen usw. Dass wir das alles nicht so dolle finden versteht sich. Nun wird nochmal mit der Öffentlichkeits-Abteilung diskutiert.


Danach begann die Diskussion über die Änderung der allgemeinen Satzung für Studien- und Prüfungsangelegenheiten. (ASSP http://www.amb.hu-berlin.de/2007/1/120074)
Diese Satzung regelt fast alle die Studierenden betreffenden Angelegenheiten, von der Anwesenheitspflicht bis zur Zwangsberatung. Vorangegengen war eine lange Diskussion in der Kommission für Lehre und Studium=LSK (beginnend am 30.6.2008!) Da in den vielen Diskussionen in der Kommission unsere Kritikpunkte und Änderungswünsche nicht berücksichtigt wurden, stellten wir nun nochmal mehrere schriftliche Anträge im Akademischen Senat. Kurzfazit: von den 6 Anträgen (siehe Download), die wir zur ASSP gestellt haben, haben wir einen verloren, einen gewonnen und 4 vertagt auf eine glücklicherweise doch stattfindende 2. Lesung (obwohl doch sehr offensichtlich war, dass Herr Nagel darauf gerne verzichtet hätte.).
Es besteht bis zur nächsten Sitzung durchaus die Hoffung, zumindest einen Teil der weiteren Aträge noch durchzubekommen, schauen wir mal.... (Publikum wird auch dann wieder willkommen sein: 2.6. um 9 Uhr, Senatssaal)
In dieser ersten Lesung gingen wir die Änderungen von Anfang bis Ende durch. Dann konnten wir noch unsere Anträge zu Paragraphen vorstellen, die in der jetzigen Form noch nicht geändert wurden.
Durchgesetzt haben wir uns in unserer Forderung den §28 der Satzung unverändert zu lassen. VPSI wollte gerne die drei Worte "ohne vorherige Anmeldung" streichen, sie bleiben drin und Lehrveranstaltungen bleiben damit anmeldungsfrei (wir danken allen Unterstützer_innen im AS).
Verloren haben wir dafür den Änderungsvorschlag zu Täuschungsversuchen. Wie Tobi im AS darstellte, ist es nun theoretisch möglich, für zwei nicht gekennzeichnete Bilder auf Handouts aus dem Studiengang zu fliegen. Dass das praktisch nie dazu komen wird, können wir nur hoffen, aber an dieser Uni blühte schon so manche Blume.
Es gabe eine Anmerkung von unserer Seite zur Zwangsberatung und zu den Auflagen...
Es gab eine Diskussion über die Befristung der Promotion auf drei Jahre. Herr Manske plädierte dafür die alte Regelung beizubehalten und die Promotion weiterhin unbefristet zu lassen. Er bekam dafür aber leider nur von unserer Seite Unterstützung.
Irgendwann in dieser Diskussion zeigte sich dann übrigens auch unser Herr Präsident - und fiel auch gleich einem Studi ins Wort... Er gab mal wieder ein blendendes Beispiel für christliche Nächstenliebe. Die weiteren Anträge wurden mehr oder minder kontrovers diskutiert. Zum nächsten AS dürfen wir dann jeweils einen Kompromissvorschlag vorlegen. Hoffentlich erfolgreich!
Wünscht uns Glück!
Am Ende des TOPs (Änderung der ASSP), der gar nicht wirklich das Ende des TOPs war, riss Markschies dann die Sitzungsleitung an sich, um einfach mal eine Anekdote aus seinem Vormittag zu erzählen. Entsprechend gekränkt war er dann natürlich auch, als wir ihn nicht haben ausreden lassen, sondern ihn darauf hinwiesen, dass die Beratung der ASSP eigentlich noch nicht abgeschlossen sei. Freundlicherweise hat uns dann aber doch noch einmal das Wort erteilt; aber natürlich nicht ohne ein paar blöde Kommentare.

Der nächste erwähnenswerte TOP war die Einrichtung des Bachelor und des Masters in der Chemie, ohne Studien- und Prüfungsordnung versteht sich! Nach einiger Diskussion wurden diese mit drei studentischen Gegenstimmen beschlossen.
Grund unserer Kritik waren nicht nur fehlende Ordnungen, sondern auch dass hier offensichtlich der alte Diplomstudiengang einfach nur geteilt und umbenannt wurde (Raider heißt jetzt Twix). Hieran zeigt sich auch mal wieder die Unsinnigkeit des Bologna-Prozesses: Wie die Chemie zu Recht anmerkte, möchten sie ihr ihrer Meinung nach erfolgreiches Diplom-Modell beibehalten. Eine wirklcihe Berufsqualifizierung in Chemie gibt es sowieso erst nach dem Doktor (den derzeit angeblich 90% der Absolvent_innen machen), weshalb ein Studienende nach dem BA sowieso Unsinn ist. Weitere Bologna-Kriterien, wie die BZQ wurden denn auch nicht wirklich berücksichtigt: 2/3 der BZQ sind verpflichtend vorgeschrieben! Empfehlenswert wäre also wohl die Beibehaltung des alten Studiengangsystems, dass zumindest nicht noch eine Hürde nach der Hälfte des Studiums vorsieht und nicht so tut, als wäre es etwas, das es nicht ist. ... Aber die HU hat sich ja in den letzten Hochschulverträgen verpflichtet alle Studiengänge umzustellen. Und einen Vertragsbruch könnnte ja mit sowas wie Mittelkürzung enden... ...als ob Zöllner seiner Verpflichtung, den Hochschulen zumindest annähernd sowas, wie Planungssicherheit zu geben, nachkommen würde... Naja, für Geld macht diese Uni halt jeden Unsinn mit!

Danach folgte die Einrichtung einer Lebenszeitprofessur am IAAW. Ein Prof wird für wahrscheinlich 12 (wenigsten 6) Jahre von der Uni freigestellt sein ,um an einem geisteswissenschaftlichen Kolleg zu arbeiten und somit jährlich 2 Mio. € vom BMBF zu kassieren. Das BMBF hatte in dem Zuge vorgeschlagen, keine Vertretung zu berufen, sondern eine dauerhafte Stelle einzurichten. Diesem Vorschlag hatte Markschies dann kurzerhand an der EPK und am Strukturplan vorbei zugestimmt. Dass eine Vertreterin der Studierenden dieses Verfahren dem AS gegenüber als problematisch erklärt hat, brachte ihr allerdings nur den Vorwurf, dass sie reaktionär sei (so Böhme).

Der Rest war langweilig, Es gab nicht mal zierenswerte Beiträge von Hochschulleitung und Co.


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