Dienstag, Juli 14, 2009

Little farm on the prairie

Der Abt stellt sich wichtige Fragen zu einem eventuell früher mal vorhandenen Bauernhof einer Berufungskandidatin und ist auch sonst wieder sehr gelöst. Wir nicht so richtig.

Weil es die letzten Male so schön war, gab es auch diese Woche wieder einen Akademischen Senat. Da es der letzte vor dem Ferienausschuss war, mussten ganz schnell viele Dinge durchgestimmt werden, dementsprechend sah die Tagesordnung aus.

Erstmal ging es um die einige Spätfolgen der letzten Runde der glorreich gescheiterten Exzellenzinitiative, das IRIS Adlershof/Center for Integrative Life Sciences, die nach einer Powerpoint-Präsentation, für die der Schreiber dieser Zeilen Punktabzug bekäme, durchgestimmt wurde, wenn auch ohne unsere Stimmen.

Beim dann folgenden Center for Computational Sciences wurden zwar nach Aussage der zentralen Frauenbeauftragten Frauenförderprogramme falsch aufgeführt, aber hey, that's peanuts, right? Wen kümmert an dieser Uni schon Frauenförderung?

pecunia non olet


Bei der Archäologie gab es bei einer Stiftungsprofessur zum einen Probleme mit der Strukturplanung, zum anderen hatten ausnahmsweise mal nicht nur wir ein Problem mit dem edlen Stifter der Professur, der Krupp-Stiftung, schließlich war die Firma Krupp jedesmal mit dabei, wenn Schland mal wieder die Fackel der germanischen Zivilisation in alle Welt tragen wollte. Ist ja auch eine Professur für die Archäologie Ostmitteleuropas, da war Krupp ja schon wiederholt und hat bestimmt viel Wissen einzubringen.
Geld stinkt ja nicht. Vespasian wäre stolz auf unseren Augustulus gewesen.

Aber der Abt hat ja die Lizenz zum Vergeben und dann ist das alles kein Problem.
Dafür ließ sich der Präsident zu der Aussage hinreißen, dass die Altertumsforschung ein Schwerpunkt dieser Uni sei. Das dürfte gerade die abgewickelte Ur- und Frühgeschichte sicher sehr freuen.
Zur Finanzierung nach Auslaufen der Eingangsförderung durch die Stiftung müssen wir mal wieder auf einen altbekannten Freund der HU zurückgreifen - den Topf voll Gold am Ende des Regenbogens.

Wie wir an dieser Stelle vor einiger Zeit berichteten, musste die Humboldt Graduate School evaluiert werden. Das ist jetzt passiert und - Überraschung - im sonst so freundlichen Bericht gab es ein Minderheitenvotum. Das ging aber allen sonstwo vorbei und damit hatte sich auch der TOP. Ach ja, es fehlt natürlich Geld.
Ein Änderungsantrag von studentischer Seite zur Überarbeitung der Verfassungsstruktur der HGS, der eine paritätisch besetzte Kommission forderte, wurde als unnötig erachtet.

Nach ein Paar Studienordnungen, die wir zum großen Teil auch nicht so toll fanden, kam erstmal der nicht-öffentliche Teil.

Es gab einige Berufungen, unter anderem in der LGF, bei der der Abt wohl sehr davon beeindruckt war, dass die Bewerberin mal einen Bauernhof gehabt haben könnte. Wir merken, der Chrissie ist ein aufmerksamer Präsi, der sich auch für die kleinen Dinge des Lebens begeistern kann.

Und es gab eine Verleihung einer Ehrendoktorwürde. Da fanden einige Leute, allen voran Prof. Sauer (der Mann von uns' Angela, Ihr wisst schon), dass sie allein aus politischen Gründen verliehen werde... komisch, dass ihnen das bei Wolli Biermann, der noch viel weniger akademische Arbeit vorzuweisen hatte als der diesmalige Kandidat, nicht sauer aufgestoßen ist.

Dann kam der Bericht der Frauenbeauftragten und ein Antrag zur Frauenförderung. Dazu kommt demnächst noch ein ausführlicherer Bericht an dieser Stelle. Erstmal nur soviel, dass sich das Interesse vieler Profs sehr in Grenzen hielt.
Während Prof. Coy wenigstens noch versuchte, den Bericht last Minute querzulesen, hatte Sauer nichts besseres zu tun, als demonstrativ Zeitung zu lesen.

Großartig, wie ernst die Uni das Thema Gleichstellung nimmt.

Labels: ,

Montag, Juli 13, 2009

Berliner Hochschulrektoren und Präsidenten übersehen mal wieder das Kleingedruckte

eine Presseerklärung des ReferentInnenrates der HU und der Gremienvertreter_innen der Listen OL und LuSt

In einem Gespräch der Landeskonferenz der Hochschul-Rektoren und -Präsidenten des Landes Berlin (LKRP) mit dem Regierenden Bürgermeister Wowereit, Wissenschaftssenator Zöllner und Finanzsenator Nußbaum am 30.06.2009 einigen sich die Verantwortlichen auf eine reale Kürzung der Hochschuletats.

Noch vor einer Woche wurde Bildungssenator Zöllner das Mandat für die Vertragsverhandlungen durch Wowereit und Nußbaum entzogen. Der anerkannte Mehrbedarf von jährlich mindestens 175 Mio. Euro wurde als größenwahnsinnig abgetan. Höchstens 35 Mio. jährlich seien zu realisieren.
In der gestrigen Verhandlung wurde dann zwar eine Erhöhung der Mittel in der Höhe von 53 Mio. Euro für das kommende Jahr vereinbart, dies reicht aber bei Weitem nicht aus, die steigenden Kosten der Hochschulen abzudecken. „Allein die notwendigen und wünschenswerten Tarifanpassungen durch das Auslaufen des Anwendungstarifvertrages werden diesen Aufwuchs auffressen“, sagt Gerrit Aust, Referent für Hochschulpolitik an der Humboldt-Universität zu Berlin. „Hier werden eindeutig die Interessen der Beschäftigten gegen Lehr- und Lernbedingungen ausgespielt.“, so Aust weiter.

Da am 07.07. der Doppelhaushalt für die Jahre 2010/2012 in einer Senatsklausur beschlossen werden soll, blieb den Hochschulen keine Wahl, als auf das Angebot einzugehen. Vertreter_innen der Studierenden hatten in den letzten Monaten wiederholt die Verschleppung der Verhandlungen durch Senator Zöllner angeprangert und eine Änderung des Verhandlungsgebahrens gefordert. „Wir wollen nicht verschweigen, dass auch die Hochschulleitungen durch ihren Boykott der Verhandlungen ihren Teil zu diesem katastrophalen Ergebnis beigetragen haben, sehen aber trotzdem vor allem den Senat in der Hauptverantwortung“, sagt Silvia Gruß, Vertreterin im akademischen Senat der HU. „Die Hochschulen haben ihren Mehrbedarf bereits vor einem Jahr offen gelegt. Zöllner war zu ersten Gesprächen allerdings erst im November bereit. Solch ein Vorgehen ist verantwortungslos, zumal es auf dem Rücken der Studierenden und der Beschäftigten ausgetragen wird.“, ergänzt Gruß.

Für das Jahr 2012 ist die Schaffung von 6000 zusätzlichen Studienplätzen vorgesehen. Diese sind notwendig, um die doppelten Abiturjahrgänge abzufedern. Vorher ist ein Aufstocken der Studienplätze nicht vorgesehen. „Wir gehen davon aus, dass, wie in den Jahren zuvor, diese Plätze überwiegend an Fachhochschulen, nicht aber an den Universitäten eingerichtet werden. Auch ist deren Einführung nicht sicher, da sie erst den nächsten Doppelhaushalt des Landes Berlin betreffen. Bis dahin kann sich noch viel ändern“, meint dazu Gerrit Aust. Silvia Gruß ergänzt: „Diese Rechnung ist Augenwischerei, da sie über eine unverbindliche Ansichtserklärung nicht hinaus geht. Außerdem kann der generelle Studienplatzmangel so nicht behoben werden, da nur der punktuelle Mehrbedarf abgefedert wird.“

„Die angebliche Budgeterhöhung erweist sich als reiner Wahlkampfgag des Rot-Roten Senats.“, ärgert sich Silvia Gruß. Noch vor einer Woche diskutierten die Hochschulen über einen Aufnahmestop für Anfänger_innen, da die Finanzierung ungesichert war. „Jetzt brüsten sich Zöllner und Wowereit mit einer generösen Finanzaustattung der Hochschulen.“, so Gruß weiter.

Während die Grundfinanzierung der Hochschulen stets ungesichert war, wurde letztes Jahr die Einrichtung einer hochschulübergreifenden Forschungsförderung durch die sogenannte Einstein-Stiftung beschlossen. Die Verfassungsmäßigkeit ist bis heute ungeklärt, da Zöllner mit der Stiftungsstruktur die Gelder am Abgeordnetenhaus vorbei vergeben will. „Während sich Zöllner für 35 Millionen mit der Einstein-Stiftung ein Denkmal setzt, pfeifen die Berliner Hochschulen aus dem letzten Loch“, sagt Aust. „Die Wissenschaftspolitik in Berlin erweist sich als potemkinsches Dorf.“
Studierende fordern die Umwidmung der Gelder für die grundständige Lehre als einzig akzeptable Lösung.

Labels:

Elite? Da simmer dabei, des is prima!

Bericht vom Konzil und vom Akademischen Senat am 07.07.2009

Am Morgen des 07.07.2009 war es mal wieder soweit. Zu früher Stunde füllt sich gemächlich der Senatssaal mit wichtigen und noch viel wichtigeren Leuten.
09:15 Uhr: Die Sitzung des Konzils wird feierlich eröffnet. Heutiger Tagesordnungspunkt ist die „Vorbereitung der Exzellenz-Initiative der HU“.
Unser geliebter Abt erhält das Wort und monologisiert in seiner Einzigartigkeit über den Profit, den wir aus dem Scheitern bei der letzten Ex-ini ziehen können.
Hätte mensch nicht in der Art und Weise verkackt, wie es die HU getan hat, dann könnte man schließlich auch nichts mehr verbessern. Ist doch logisch. Oder?

Weniger hart als erwartet, aber immerhin, kamen dann von der Fensterfront (konservative Profen und Verfechter_innen der Exzellenzinitiative) doch einige kritische Anmerkungen zum Verlauf der vergangenen Antragsrunde. Denn eins steht fest: Markschies absolute Unfähigkeit ist maßgeblich für das Scheitern des Antrags verantwortlich (An dieser Stelle ein ernst gemeinter Applaus). Unerfahrene Personen beim Schreiben von Anträgen, unzureichende Darstellung von „exzellenten“ Projekten und ein Präsident, der bockig wird, wenn demokratisch legitimierte Vertreter_innen aus den Gremien bei dem Antrag mitreden wollen, führten letztendlich zu einem „mutigen“ Antrag (so begründete die DFG ihre Entscheidung nach dem Scheitern der HU).
Auf die Frage der Studierenden, ob nicht erstmal eine grundsätzliche Entscheidung darüber getroffen werden sollte, wie die HU zur Exzellenz-Initiative stehe, warum sie vielleicht doch nicht so toll ist, wie immer alle glauben und ob man überhaupt wieder daran teilnehmen sollte, wurde gar nicht weiter eingegangen. Wäre auch überflüssig gewesen, da schließlich längst eine so genannte „TASK-FORCE“ ins Leben gerufen worden ist, die uns zum Sieg führen soll. Diese, bestehend aus dem Präsidium unterstützt von Professor_innen, arbeitet auch schon fleißig und sammelt derzeit Steckbriefe von Instituten, auf deren Grundlage wir im Herbst 2010 einen Kurzantrag bei der DFG einreichen werden. Ob dieser vorab in die Gremien gegeben wird und eine Diskussion über die darin gesetzten Schwerpunkte und damit im Zweifel verbundenen Strukturveränderungen innerhalb der HU stattfinden wird, werden wir sehen. Glauben daran tun wir nicht.
Neben dem üblichen bla, bla gab es aber doch noch einen erfreulichen Punkt. Wer Markschies und den anderen genauer zugehört hat, dem sollte klar sein, dass unser Abt nicht mehr lange predigt. Da eine Kandidatur für eine zweite Amtszeit bei wirklich niemandem auf offene Ohren stößt, werden wir ab 2011 wohl keinen Markschies mehr haben. Wir sollten also schon jetzt auf die Suche nach möglichen Kandidat_innen gehen und bei Erfolg einen direkten Abwahlantrag einbringen.


Nach einer kurzen Werbeunterbrechung ging es dann weiter mit dem Akademischen Senat, genauer gesagt mit der Fortsetzung der Sitzung vom 30.06. Direkt zu Beginn wurde der statusübergreifende Antrag zur „Verbesserung der Studiensituation“ behandelt. Dieser basierte auf der Diskussion der vergangenen Sitzung, in der sich der AS nicht dazu durchringen konnte die Forderungen der Studierenden im Allgemeinen zu unterstützten. Dieser Antrag sieht vor, dass die LSK ein Memorandum erarbeitet, durch welches die Studienfreiheit garantiert, die Betreuung verbessert, die Studienmodalitäten verändert, der Bedarf an Masterplätzen gedeckt und die Freizügigkeit realisiert wird. Im Sinne des humboldtschen Größenwahn wird dieses Memorandum nicht nur die Situation an der HU, sondern auch in Europa und der ganze Welt verändern. Am humboldtschen Wesen soll die Welt genesen. Wir sind gespannt.
Im Anschluss gab es dann noch eine kleine Berichterunde von Markschies (er musste etwas länger pausieren als der Rest und ließ uns die erste halbe Stunde lieber alleine tagen) unter anderem zu den Hochschulverträgen. Entgegen unserer Auffassung, dass der Senat mit seinem Angebot lediglich einen schlechten Wahlkampfscherz betrieben hat, meint der Präsident, dass wir dem Ergebnis sehr zufrieden sein können und es keine Kürzungen geben wird. fragt sich nur, ob el PräsidEnte bewusst Stuß erzählt oder es nicht besser weiß, möglich wäre bei ihm beides. Wir empfehlen zu diesem Thema die Pressemitteilung von RefRat und Gremienstudis (einzusehen auf diesem Blog).
Die weitere Unverschämtheit dabei war aber eigentlich, dass er sich mit dem Verhandlungserfolg rühmt, obwohl er sich selber nie daran beteiligt hat. Die HU war im gesamten Prozess eher zurückhaltend und Markschies hat stets seine Vizepräsidenten vorgeschickt anstatt die Interessen seiner Universität zu vertreten, worin nunmal seine Aufgabe besteht.
Zuguterletzt haben wir uns noch nach der besetzten 4. Etage im Hegelbau erkundigt und danach gefragt, wie es denn mit Räumlichkeiten stünde, um dem Projekt die Möglichkeit zu geben eine selbstverwaltete Struktur zu etablieren und ein eigenes Programm überhaupt anbieten zu können. Entgegen aller Argumente beharrte Markschies darauf, dass es keine Räume geben wird und die Gruppe sich wie jede andere an Frau Kolb wenden solle, wenn sie einen Raum haben will. Das schoß dann endgültig den Vogel ab.

Labels: , , ,