Mittwoch, April 13, 2011

AS in Adlershof am 12.04.2011

Vegetarische Kartoffelsuppe frisch von Grill - meine Reise nach Adlershof

Der AS fing diesmal etwa 10 Minuten später an, damit auch ja genug Profs den Weg hinaus in die Ödnis finden konnten. Auf diese Weise konnte ich wenigstens erfreut feststellen, dass das Tee-Angebot in A'hof besser ist als in Mitte. Statt des widerlich parfümierten Earl Grey, mit dem ich sonst traktiert werde, gab es ganz stinknormalen Schwarztee.
Das war dann auch erstmal schon der erfreuliche Teil.

Die eigentliche Sitzung begann damit, dass Larissa Klinzing und ich gegen das Protokoll vom letzten Mal sprachen. Die Protokollierung der Diskussion zur BerlHG-Stellungnahme war auch arg seltsam. So standen Dinge als Konsens drinne, die genau andersherum in der Stellungnahme stehen. Die endgültige Version steht übrigens irgendwo als PM auf der HU-Seite, aber nicht als Anhang zum Protokoll.

Dann kam die aktuelle halbe Stunde. P verbreitete sich ewig über das Thema „Oh wie schön ist Adlershof“. In seinen Terminankündigungen erwähnte er dann allerdings auch noch einen Auftritt von Renate Künast in der nächsten Zeit, bei dem sie an der HU über Berliner Wissenschaftspolitik reden will. Leider habe ich den genauen Termin nicht mitgeschnitten und auf den einschlägigen Internetseiten steht auch noch nichts. Ich finde, das reiht sich prima in die mit Merkel vor zwei Jahren begonnene Wahlkampfhilfe-Reihe an der HU ein. Ansonsten finde ich es weniger prima.

Danach war endlich Zeit für Nachfragen. Nachgefragt haben – wie so oft – eigentlich nur Klinzing und ich. Der Reihe nach:

- Die Tagespresse verkündete es heute: der tolle neue ZVS-Ersatz scheitert voraussichtlich an Software-Problemen, so ist es zum derzeitigen Zeitpunkt wohl nicht möglich, sich für Kombi-Studiengänge zu bewerben. Das hat die HU laut P auch nicht anders erwartet, zumal erstmal an der HU eh nur ReWi und WiWi über das neue System vergeben werden sollten.

- Zur Ziegelstraße vermeldeten P, Frankie-Boy und Westerburg übereinstimmend, dass niemensch die Absicht hätte, die Sache auszusitzen, bezüglich der Kita soll „demnächst“ eine Entscheidung fallen, wer den Zuschlag kriegt.

- Nachfragen von Klinzing zu Zulassungszahlen, Zielvereinbarungen zwischen Leitung und Fakultäten bzgl. der Aufnahme von mehr Erstis wurden auf Mai verschoben, da Kämper nicht da war und Nagel ja nicht mehr VPSI ist.

- Ebenso wurde sie bei ihrer Frage zu den Vergabestatistiken fürs 'Schland-Stipendium (unter Berücksichtigung von Fragen wie Geschlecht, Fächern und Herkunft der Geförderten) auf Mai vertröstet.


Zum Haushaltsplan wurde beschlossen, erstmal nur einen Einjahresplan aufzustellen, zukünftig aber nach Möglichkeit wieder zu Doppelhaushalten zurückzukehren.

Dann plätscherte die Veranstaltung wieder mehr oder weniger unaufgeregt dahin. Die zwei Studiengänge wurden eingerichtet, die Honorarprofessorin berufen.

Bei der Nachwahl eines Mitglieds für den Charité-AS wurde es dann nochmal richtig komisch, weil P den Sprechern der Profenlisten darlegte, dass sie gefälligst mal Mitglieder berufen sollten, es wäre ihm peinlich, wenn die HU das nicht hinbekäme. Daraufhin kam die große Runde der Selbstkritik und des Betreten-auf-die-Füße-Schauens bei der (fensterlosen) Fensterfront, während Heger es sich nicht verkneifen konnte, nochmal allen zu erklären, dass seine Liste ja schon längst soweit wäre, aber die Sprecher der zwei anderen Listen hätten auf seine wiederholten Mails ja nicht geantwortet und er hätte keinen Alleingang machen wollen. Im Zweifelsfall sei er gerne bereit, sich in dieses illustre Gremium wählen zu lassen.

Dann war der AS auch schon wieder rum und ich durfte wieder zurück in die Stadt.

Falls Ihr Euch fragt, wass die Kartoffelsuppe im Titel mit dem AS zu tun hat; diesen großartigen Eintrag sah ich auf dem Weg zum Bahnhof an der Tagesgerichte-Tafel der Essstation vorm Schrödinger-Zentrum und fand sie so großartig, dass ich sie als Zitat des Tages irgendwie verwenden musste...

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Freitag, September 10, 2010

Ich kann gar nicht soviel fressen...

Bericht aus dem Akademischen Senat am 07.09.2010

Da irgeneine große, bestimmt total wichtige Veranstaltung den Senatssaal brauchte, um vor seinen Türen Schnittchen zu servieren, durfte sich der Ferienausschuss des AS mal wieder in den Beratungsraum 2103 quetschen. Macht ja nix, dass der damit ein kleines Bisschen überbelegt war, wir sind ja verständnisvoll.
Trotz der eher unproblematisch erscheinenden zuvor verschickten Tagesordnung und der räumlichen Nähe wollte sich dann aber trotzdem über weite Strecken keine Kuscheligkeit einstellen.

Da kurz vorher noch eine Vorstellung des Exzellenzantrages (bzw. seiner Skizze) angekündigt wurde UND der Nachtragshaushalt vorgestellt wurde, war das Präsidium (über-)vollzählig erschienen, sonst wahrlich keine Selbstverständlichkeit.

Nachdem noch einige Stühle für die zahlreicher als angenommen erschienenen Zuhörer_innen nachbestellt worden waren, begann die Stizung wie immer mit der aktuellen halben Stunde.

Noch-P, seine Magnifizenz Christoph - the Abt - Markschies, machte, in seiner üblich ausgreifenden Art, Werbung für einige Veranstaltungen, bevor er dann doch noch kurz etwas wichtiges sagte, nämlich, dass die Unileitung eine Stellungnahme zum Entwurf für die Novelle des Berliner Hochschulgesetzes (kurz BerlHG) erarbeiten würde. Auf Nachfrage von studentischer Seite wurde angekündigt, dass sich die ganze Universitätsöffentlichkeit an der Erarbeitung dieser beteiligen dürfe - sowas lassen wir uns doch nicht zweimal sagen!

Dann kam der eigentlich spannende Teil des TOPs, die Nachfragen. Prof Kulke, seines Zeichens Vorsitzender der EPK (Entwicklungsplanungskommission), mahnte an, dass es immer noch keinen Fahrplan für die seit Jahren überfällige (und immer wieder von diversen Seiten eingeforderte) Strukturplanung gäbe, obwohl diese schon längst vorliegen solle.
Die Reaktion Markschies' war bezeichnend: das könne das alte Präsidium nicht mehr entscheiden, dafür wäre das neue zuständig, schließlich müsse das auch mit den Folgen leben. Vor nächstem Jahr wird das also wohl nichts mehr.
Komisch, dass das alte Präsidium keine Skrupel hatte, einen Exzellenzantrag zu stellen, obwohl es selbst nichts mehr damit zu tun haben wird...

Auf die Nachfrage eines studentischen Mitglieds, warum denn neuerdings Studienplatzbewerber_innen willkürlich Zweitfächer zugewiesen bekämen, die sie bei der Bewerbung gar nicht angegeben hätten und ob das überhaupt rechtens sei, antwortete der Leiter der Studienabteilung, Steffan Baron, dass das sehr wohl rechtens sei, sich leider nicht ändern ließe und jetzt geschaut werden müsse, ob nicht in besonders nachgefragten Fächern neue Kapazitäten geschaffen werden könnten. Leider hatte niemensch die Zulassungssatzung dabei, um nochmal nachzulesen, eine spätere Recherche förderte aber nur eine Regelungslücke zutage.

Als nächster TOP stand der Nachtragshaushalt auf der Tagesordnung. Hier wurde vor allem darüber diskutiert, wie bedenklich die ständige Rücklagenbildung der einzelnen Institute und Fakultäten seien. Während der Vizepräsident für Haushalt und Technik, Frank Eveslage, kaum Probleme sah, da durch die Hochschulverträge die finanzielle Ausstattung der Uni mittelfristig festgeschrieben sei, warfen mehrere Personen ein, dass die Rücklagen in zukünftigen Vertragsverhandlungen vom politischen Senat als Kürzungspotentiale gesehen werden könnten, wie zur Zeit gerade in Potsdam.

Da die Universität eine öffentliche Einrichtung ist, muss sie sich eigentlich an die Regeln für öffentliche Haushalte halten, d.h. Posten, die den einzelnen Gliederungen am Anfang des Jahres zugewiesen, von denen bis zum Jahresende aber nicht ausgegeben wurden, fallen an den zentralen Haushalt zurück. Die (verständliche) Angst davor, dass diese nicht getätigten Ausgaben als Kürzungspotentiale gesehen werden, führen in solchen Systemen regelmäßig dazu, dass gegen November noch jede Menge Geld auf Biegen und Brechen ausgegeben wird, um ja nichts übrig zu haben, während vorher im Jahr oft gespart wird.
An der HU fließen diese gesparten Gelder aber über den Nachtragshaushalt wieder zurück in die Gliederungen, die sie zuvor eingespart haben, was eigentlich eine sinnvolle Maßnahme ist.
Sollten einige Institute aber über die Jahre immer mehr Rücklagen kummulieren, kann dies selbstverständlich, wie jetzt in Potsdam, Begehrlichkeiten in der Wissenschaftsverwaltung wecken.
Auch Noch-Nicht-P Jan-Hendrik Olbertz schlug in diese Kerbe und regte an, sich eine Regelung zu überlegen, wie solche Kummulationen (die es nach Aussage eines Mitglieds der Haushaltskommission an der HU gar nicht gäbe) zukünftig verhindert werden könnten.
Nennt mich paranoid, aber für mich riecht das danach, die Gelder den zentralen Mitteln des Ps zufließen zu lassen.

Dann wurde noch kurz auf die beigefügte Skizze zum "Mieter-Vermieter"-Modell eingegangen. Nach Aussage von Eveslage ist diese Skizze noch nicht der Weisheit letzter Schluss, da offensichtlich der neue P völlig andere Vorstellungen dazu habe.. Naja.
Unsere ablehnende Haltung zu diesem Modell sollte bekannt sein. Dementsprechend enthielten sich die Studis auch bei der Abstimmung.

Nachdem der Nachtragshaushalt verabschiedet war, wurde eine Änderung an der Studienordnung BA Psychologie behandelt. Von studentischer Seite wurde noch einmal klargestellt, dass wir die dort vorgenommene Aufsplittung einer Prüfung in drei kleinere für den falschen Ansatz halten, das Studium studierbarer zu machen, aber einer Lösung der dringenden Probleme der Psychologie-Studis nicht im Wege stehen wollen. Deshalb gab es Enthaltung und den Hinweis, dass dies für uns nur ein Provisorium sein kann.

Danach war eigentlich fast alles eitel Sonnenschein, bis auf eine Berufung, die auf Grund - gelinde gesagt - suboptimaler Begründungen für die Reihenfolge der Kandidat_innen nochmal verschoben wurde.

Mitlerweile war es kurz vor 12 und Zeit für eine Raucher_innnen- und Umbau-Pause.

Pünktlich um 12 wurde dann das Exzellenz-Konzept der HU vorgestellt. Der Kurzantrag wurde zwar schon im August eingereicht, aber die Gremien der HU müssen solchen Richtungsentscheidungen ja nicht zustimmen, es ist ja schon ein Fortschritt, dass sie im Nachhinein darüber in Kenntnis gesetzt werden. Großartig.

Die Vorstellung dauerte dann nochmal etwa eine Stunde, groß Zeit zum Nachfragen blieb nicht.

Hier die besonders hervorzuhebenden Knaller:

1. Das Präsidium bekommt mehr Macht. Schon in den vorhergegangenen Sitzungen wurde erläutert, dass in der Skizze das Versprechen stehen würde, dass die HU ihre Verfassung dahingehend ändern wolle.
Diesmal wurde vor allem auf die finanzielle Macht abgezielt:
- der sog. "Innovationsfonds" des Präsidiums, also das, was immer als "zentrale Mittel" durch die Debatten geistert, soll ausgebaut werden.
- die leistungsbezogene Mittelvergabe wird ausgebaut. Die Zahl 20% (vom Gesammtbudget, nehmen wir mal an) stand im Raum.
- der Punkt "Ausbau der Handlungsfähigkeit des Präsidiums" wurde zwar nicht näher ausgeführt, aber dank der Vorbesprechungen können wir uns schon denken, worauf das hinauslaufen soll.

2. Wir kriegen noch mehr IRIs (Integrated Research Institutes), ein Erbe aus dem letzten Antrag.

3. Wir verkleinern die Zahl der Fakultäten und stärken gleichzeitig die Macht der Fakultäten gegenüber den Instituten.

4. Aber eigentlich stärken wir nicht die Fakultäten, sondern ihre Leitungen, die Dekanate.

Mit anderen Worten: den gewählten Gremien (AS, Konzil, Fakultäts- und institutsräte) werden Kompetenzen entzogen. Sie sollen zukünftig nicht mal mehr Abnick-Gremien sein, sondern werden wohl zu reinen Informationsempfängern degradiert. Stattdessen werden Dinge wie die Task Force Ex-Ini, also nicht legitimierte, halb-informelle Arbeitsgruppen ohne Beteiligung breiter Teile der Uni-Öffentlichkeit nochmehr zunehmen. Tolle Aussichten.

Desweiteren soll die Lehramtsausbildung erst nur an der HU, dann berlinweit in einer "Professional School of Education" zusammengezogen werden. Ob dies ein Rück- oder Fortschritt wäre, lässt sich noch nicht sagen, es stimmt aber verwundert, dass die HU sich noch vor wenigen Monaten auf die Hinterbeine gestellt hat, um genau so ein zentrales Konzept zu verhindern.

Fazit der Sitzung: nachdem wir den Abt überlebt haben, kriegen wir jetzt wohl eine weitere Exzellenz als Präsi.

Selbstverständlich werden wir diese geplante Entwicklung nicht widerstandslos hinnehmen.

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Dienstag, Dezember 08, 2009

Akademischer Senat der HU setzt Anwesenheitskontrollen aus

Presseerklärung der studentischen Listen Liste unabhängiger Studierender, Offene Linke Liste und des ReferentInnenRats der HU

Heute beriet der Akademische Senat der HU über Forderungen aus den derzeitigen Studierendenprotesten. Ganz oben auf der Tagesordnung stand unter anderem die Forderung der Studierenden, die Anwesenheitskontrollen an der HU abzuschaffen. „Viele Studierende sehen die Kontrolle ihrer Anwesenheit als Affront. Da sich die Studierenden freiwillig für ein bestimmtes Studium entschlossen haben, ist es problematisch, ihnen zu unterstellen, sie würden die Lehrveranstaltungen systematisch schwänzen.“ so Tobias Roßmann, Referent für Lehre und Studium beim ReferentInnenRat.

Weiterhin wirken Anwesenheitskontrollen sozial ausschließend, da Menschen, die aufgrund von Erwerbsarbeit mehr als die zugebilligte Zeit fehlen müssen, um ihr Studium zu finanzieren. „Deshalb wäre eine Abschaffung der Anwesenheitskontrolle auch ein wichtiger Beitrag zu einer sozialen Öffnung der Hochschule“, führte Roßmann weiter aus.


Während der letzten Wochen wurde innerhalb der HU über eine Formulierung der entsprechenden Regelung gesucht, jedoch nicht fristgerecht gefunden. „Die Bedenken gegenüber der derzeitigen Praxis der Anwesenheitskontrolle scheinen jedoch so grundlegend zu sein, dass die Anwesenheitskontrollen bis zum Semesterende komplett ausgesetzt werden, um eine andere Praxis zu finden“, so Roßmann weiter. „Für uns kann es aber nur ein Ende der Anwesenheitskontrollen geben.“

Ein weiterer Tagesordnungspunkt, die aus den Forderungen der Studierenden stammten, war unter anderem auch das Problem des Vertrauensschutzes für die auslaufenden Studiengänge. Hier konnte sich der Akademische Senat zu keinem Entschluss durchringen, sondern vertagte das Problem bis auf weiteres. Das Gleiche geschah mit der Forderung, die verpflichtenden Prüfungsberatungen für Studierende, die die Regelstudienzeit überschritten haben, zu entschärfen und die bisher gegebene Möglichkeit, den Studierenden Auflagen zu erteilen, abzuschaffen.
Auch hier wurde darauf verwiesen, dass die Allgemeine Satzung für Studien- und Prüfungsangelegenheiten eh überarbeitet werden müssen und die Vorlage in die zuständige Kommission verwiesen. „Diese Art der Verzögerungstaktik ist eine alte Bekannte, auf die wir Studierenden schon häufig gestoßen sind“, erklärte Gerrit Aust, Referent für Hochschulpolitik im ReferentInnenRat der HU. „Jetzt müssen wir sehen, ob die Kommission eine Regelung findet, die uns zufriedenstellt. Wir sind zwar skeptisch, aber es ist schonmal positiv, dass unser Antrag nicht rundheraus abgelehnt wurde.“

Der AS beschloss weiterhin studentische Vorlagen zur Gleichstellung und zur Barrierefreiheit. Gerade das Thema Barrierefreiheit war in den letzten Wochen durch die Eröffnung der neuen Universitätsbibliothek akut geworden. „Es ist äußerst peinlich für die HU, dass das für viel Geld gebaute Grimm-Zentrum nichteinmal im Ansatz barrierefrei ist. Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, dass jetzt nachgebessert wird und es ist zu bedauern, dass solche Mängel erst im Nachhinein thematisiert werden“, führte Aust aus. „Damit sich derartige Dinge in Zukunft nicht wiederholen, ist es wichtig, dass jetzt eine Kommission zu diesem Thema eingerichtet und ein Enthinderungskonzept erarbeitet wird.“

Auf Antrag der sonstigen und wissenschaftlichen Mitarbeiter_innen wurde ausserdem beschlossen, dass die Beschäftigten der HU eine Einmalzahlung in Höhe von 455 Euro erhalten. Hintergrund des Antrags war das Auslaufen des Anwendungstarifvertrages und damit einhergehend eine Anpassung an den Tarifvertrag des Landes Berlin. In einer ersten Verhandlungsrunde zwischen dem Land Berlin und den Gewerkschaften GEW und ver.di wurde vereinbart, ab dem 01.06.2009 monatlich 65 Euro zusätzlich zum bisherigen Lohn zu zahlen. Bislang wurde dies an der HU nicht umgesetzt, obwohl die Gelder schon im Haushalt für 2009 eingeplant sind. „Wir Studierende begrüßen es sehr, dass die Beschäftigten nach einem so langen Lohnverzicht endlich eine kleine Entschädigung erhalten“, erklärte Silvia Gruß, Vertreterin der Studierenden im Akademischen Senat. „Wir werden die Beschäftigten auch zukünftig in ihrem Kampf um gute Löhne unterstützen.“

Kontakt:

RefRat:
hopo[at]refrat.hu-berlin.de
lust[at]refrat.hu-berlin.de

Offene Linke Liste:
offene-linke[at]lists.hu-berlin.de

Liste unabhängiger Studierender:
lust-hu[at]gmx.de

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Freitag, September 11, 2009

Sag beim Abschied leise Servus

Der Bericht aus dem AS kommt diese Woche leider etwas verspätet, da wir mit dem Tanz um den Abtritt des Präsidenten (siehe Pressemitteilung) ein wenig eingespannt waren.

Zur Abwechslung war die AS-Sitzung im Senatssaal am Dienstag weder langweilig noch frustrierend. Es gab einiges zu Lachen und positive Nachrichten für die Freunde der Demokratie...

Zunächst stellte sich in der aktuellen halben Stunde die Nachfolgerin von Frau Krisczio, die neue hauptberufliche Frauenbeauftragte der HU, Frau Fuhrich-Grubert, vor. Die Mathematikerin und Historikern sieht, wie wir auch, noch einigen Nachholbedarf in Fragen der Gleichstellung und will diese Aufgabe im Sinne aller Statusgruppen angehen. Nach der Sitzung kam sie nochmal auf uns zu und wir haben uns darauf verständigt, dass es zu Beginn des Semesters ein Treffen mit Vertreterinnen der Studierenden geben soll, um geimeinsame Themen zu besprechen. Wir freuen uns drauf und wünschen ihr einen guten Start an der HU.
Zum "Sommertheater" an der Charité erklärte Präsident Markschies, dass eine Loslösung des Universitätsklinikums Benjamin Frannklin (UKBF) nicht im Sinne der HU sei. Mensch strebe eine Gesamtlösung im Sinne einer "Gesundheitsstadt Berlin" an.
Was die HU bisher unternommen hat, um auch Finanzsenator Nußbaum davon zu überzeugen ist noch unlar, denn ein vernünftiges Konzept, wie er es verlangt, existiert noch nicht. Zu den Vorwürfen gegenüber unserem Wunderheiler Kiesewetter (siehe z.B. Artikel in der MoPo) wurde sich nicht geäußert.
Mehr dazu gibt es womöglich nach dem kommenden Medizin-AS.

Danach erhielt Prof.Dr. Röcke als Konzilsvorsitzender, das Wort und teilte mit, dass die Wahlen der/s Präsident_in und der Vizepräsident_innen zukünftig zusammen erfolgen sollen. Unter anderem soll so gewährleistet werden, dass wir so zu Beginn der Antragsrunde des nächsten Exzellenzwettbewerbs ein aufeinander abgestimmtes, arbeitsfähiges Präsidium haben und der Ausgang für uns weniger peinlich wird, als beim vergangenen Wettbewerb.
Wir erinnern an den "mutigen" Antrag der HU.
Dieser Aspekt ist uns natürlich ziemlich schnuppe.

Viel spannender war hingegen, dass Markschies direkt im Anschluss erklärte, für eine weitere Amtszeit nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Ja, richtig, die Markschies-Ära geht zu Ende. Wir gratulieren Christoph zu dieser weisen Entscheidung, sich wieder stärker auf die Wissenschaft konzentrieren zu wollen. Denn bei diesen Leisten ist unser Schuster deutlich besser aufgehoben, als auf dem Thron der HU!

Im Anschluss an diese erfreuliche Nachricht wurde es nochmal etwas unerfreulicher. Denn nach Rücksprache mit der Kölner Staatsanwaltschaft hat sich ergeben, dass auch die HU von der Doktortitel-Affäre betroffen ist. Dabei handelt es sich um zwei Personen, die allerdings nicht mehr an der HU tätig sind. Nähere Informationen dazu liegen bisher nicht vor.

Mit einem Match, ähnlich spektakulär wie man es sonst nur in Wimbeldon sieht, endete schließlich die aktuelle halbe Stunde. Wie aufmerksame Leser_innen dieses Blogs vielleicht bemerkt haben: Markschies is watching you! So kommtierte er unseren letzten Beitrag, er habe sich bei den Hochschulvertragsverhandlungen nicht ausreichend für die HU eingesetzt (der Meinung sind wir immer noch), unter anderem mit folgendem Statement: "Bei Bedarf liefere ich Ihnen auch noch gern die Liste mit den ganzen Terminen nach, die Herr Eveslage und ich wahrgenommen haben." (siehe unten) Da dies bis zur Sitzung nicht erfolgt war, haben wir mal dezent nachgefragt, ob dies denn noch geschehen werde. Und da holte Markschies zu einem nicht unbeachtlichen Aufschlag auf und frug sallop, warum wir denn immer so gegen Anwesenheitslisten wettern würden, wenn wir denn eine von unserem Präsidenten verlangen. Daraufhin fiel uns nichts mehr weiter ein, als darauf hinzuweisen, dass er ja im Gegensatz zu uns ein nicht unbeachtliches Salär für seine Tätigkeit als Präsident bekäme. Würden wir Studierende ähnlich viel Geld für unser Studium bekommen, würden zumindest die Schreiber_innen dieser Zeilen weit weniger Probleme mit Anwesenheitslisten haben. Naja, diesen Vergleich fand dann der große Abt dann etwas unangemessen, aber hey, wer hat denn mit den hinkenden Vergleichen angefangen? Wir auf jeden Fall nicht.

Erster Antrag war dann eine Vorlage von uns Studis.
Nach regem Mailverkehr mit dem Referat HU200 stellte sich nämlich heraus, dass für die Eröffnungsfeier des 200jährigen Jubiläums ein Redebeitrag der Verfassten Studierendenschaft nicht vorgesehen war. Stattdessen hat man eine Studentin aus Adlerhof angefragt. Ob die Idee dahinter war, dass breite Fächerseptrum der HU abzubilden, wie Markschies erklärte, oder ob es doch eher darum ging unliebsame Redebeiträge von vorherein abzuwenden, da schließlich auch unsere Kanzlerin für ein Grußwort angefragt ist, lassen wir mal dahin gestellt.
Unser Antrag wurde auf jeden Fall positiv beschieden und werden nun in Redner_innenliste mit aufgenommen. Schön ist es nicht, aber langsam gewöhnen wir uns daran, Selbstverständlichkeiten per Antrag einzufordern... Im Übrigen hoffen wir, dass die betroffene Studentin jetzt nicht wieder ausgeladen wird, schließlich sind wir immer sehr dafür, dass Studierende mehr Raum auf den (Jubel)veranstaltungen dieser Uni bekommen.

Nächster Punkt war die Änderung der Entgeltordnung der ZE Sprachenzentrum, also die Erhöhung der Beiträge für Kursteilnehmer_innen. Grund dafür ist die vorgesehene Anhebung der Entgelte für Kursleiter_innen, die an der HU wesentlich weniger verdienen als an anderen Hochschulen. Das unterstützen wir nachdrücklich. Allerdings ist es schade, dass hier die Interessen der abhängig Beschäftigten mal wieder gegen die der Studierenden ausgespielt werden. So haben wir uns schließlich der Stimme enthalten, um eine verbesserte Entlohnung nicht zu boykottieren, aber dennoch unseren Unmut über die Verteilung zum Ausdruck zu bringen. Denn: jegliche Art von Gebühren wirken selektiv und schließen Interessierte vom Angebot aus!

Ansonsten sei noch erwähnt, dass unsere neue Frauenbeauftragte noch einige Arbeit vor sich hat, bevor Gleichstellung als Selbstverständlichkeit angesehen wird. So wurde im nichtöffentlichen Teil erneut eine Berufungsliste verabschiedet, bei deren Entstehung das AGG mal wieder geflissentlich ignoriert wurde. Mehrere Personen, darunter auch eine Frau, wurden nicht zu einem Vortrag eingeladen. Wenn man die Kriterien im Nachhinein nämlich nocheinmal verschärft, kann man sich so eine Menge Arbeitsaufwand sparen und muss weniger Bewerber_innen begutachten. So gehts ja eigentlich nicht...

Nachtrag: unser Antrag

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Samstag, August 15, 2009

Platz ist in der kleinsten Hütte

Der Akademische Senat tagt im Raum 2103, weil der Senatssaal nach Ratschlag des großen el Presidente renoviert wird. Wir lernen: größere räumliche Nähe führt nicht zu einem besseren Miteinander. Aber zu mehr Wärme. Ein Kompetenz-Aufguss hätte unserer Akademischen Sauna streckenweise sicher gut getan.
Ach ja, Sachthemen gab es natürlich auch.


Beim Blick auf die Tagesordnung des AS fiel uns auf, dass der Ferienausschuss gar keine Entscheidung über den Hochschulvertrag fällen kann. Gerade das war aber vorgesehen. Na sowas.
Da der Abt sich von seiner harten Arbeit während der Vertragsverhandlungen erholen musste (er muss hart gearbeitet haben, sonst hätte er sich schließlich in die Verhandlungen einbringen können) und deshalb im wohlverdienten Urlaub war, kamen wir in den Genuss einer AS-Sitzung die zum größten Teil durch VPH Eveslage geleitet wurde.
Dem war es wohl auch zu verdanken, dass unser Einwand zur mangelnden Entscheidungskompetenz des Ferienausschusses nicht einfach übergangen, sondern ernst genommen wurde.
So wurde das Wunderwerk nur "billigend zur Kenntnis genommen" und kommt nach Ende der Ferien wieder auf die Tagesordnung.

Nun zum Inhalt des Vertrages. Mittlerweile haben auch die meisten Profen gemerkt, dass die Vertragssumme zwar höher ist als in den Jahren zuvor, die Mehrausgaben aber nicht im Geringsten abdeckt. Während einige Mitglieder des Senats noch hoffen, dass die anstehenden Tarifanpassungen vom Land mitgezahlt werden, fehlt uns irgendwie dieser Optimismus. Dem VPH übrigens auch. Deshalb freuen wir uns schon unbändig auf die neuen Verteilungskämpfe, pardon, Strukturplanungen.
Prof. Kulke fiel dann zum diesem Thema noch auf, dass wir ja auch irgendwie die c.a. 20 Exzellenzprofessuren durchfüttern müssen, wenn die Förderung demnächst ausläuft. Das Geld müssen wir halt woanders herholen.
Mit anderen Worten: die Uni ist immer noch genauso pleite wie vorher.
Also ich persönlich würde jetzt kein Slavistik-Studium mehr beginnen...

Dann kamen einige Studiengänge, die wir teils gut fanden, teils nicht. Wie immer halt.

Aaaaber dann kam nochmal richtig Freude auf. Im nichtöffentlichen Teil, weshalb wir uns hier leider vage halten müssen.

Was wir Euch sagen dürfen, dürfte aber reichen, um unsere Freude verständlich zu machen:

Es ging um die vorgezogene Berufung einer Frau auf einen Lehrstuhl, der im Jahr 2014 frei wird.
Finden wir ja grundsätzlich erstmal gut. In diesem Falle gibt es aber zwei (verschiedene) Knackpunkte.

Erstmal der finanzielle:

Die Professur wird erst ein halbes Jahr nach Ende der Förderung durch das Frauenförderungsprogramm des BMBF frei. Die Förderung des Landes endet sogar noch früher, nämlich drei Jahre vor Freiwerden des Lehrstuhls. Das dadurch fehlende Geld muss irgendwo herkommen, aber unser großer weiser Präsident hat beschieden, dass er schon noch einen Topf voll Gold am Ende des Regenbogens finden wird und falls das nicht klappt, einfach woanders gespart werden müsste. Fanden wir jetzt irgendwie nicht so gut. Schließlich dürfen Gelder im Haushalt nicht einfach so hin- und hergeschoben werden, weshalb das Geld aus Forschung und Lehre kommen muss. Nun hat aber gerade das Budget für Lehre eigentlich keine weiteren Polster oder Einsparungsmöglichkeiten mehr, mit Ausnahme der studentischen Projekttutorien, die wir aber eigentlich gerne erhalten würden...

Dann war da noch die andere Sache:

Es gab universitätsintern eine Bewerberin auf die Stelle, die sich angeboten hätte. Erstens vertritt sie den Prof, um dessen Nachfolge es geht, zur Zeit eh schon. Zweitens ist sie eine wirklich gute Wissenschaftlerin, die an dieser Uni einen völlig neuen Aspekt in ihr Fach eingebracht hat. Drittens ist sie eine positiv evaluierte Juniorprofessorin.
Es ist erklärte Hauspolitik der HU, positiv evaluierten Juniorprofessur_innen ein Tenure-Track-Verfahren anzubieten, wann immer es möglich ist. Im Fall dieser Bewerberin ist das bisher nicht passiert.
In anderen Worten: sie wäre ideal für diese Neubesetzung gewesen.

Aber daraus wird nichts. Auf der Berufungsliste standen drei andere Frauen. Angeblich fehle ihr der zweite Forschungsschwerpunkt, allerdings gibt es glaubhafte Aussagen durch Dritte, dass sie genau diesen zweiten geforderten Schwerpunkt seit Jahren hat.
Uns drängte sich der Eindruck auf, dass eine Frau, die Genderaspekte in ihrem Fach beleuchtet, der Uni keine volle Professur wert ist. Wäre ja auch mal was Neues gewesen.

Da der AS keine Entscheidungskompetenz bei der Zusammenstellung von Berufungslisten hat, konnten wir leider kein Veto einlegen und mussten uns damit begnügen, Gegen die Liste zu stimmen und nachher eine Erklärung zu Protokoll zu geben.

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Dienstag, Juli 14, 2009

Little farm on the prairie

Der Abt stellt sich wichtige Fragen zu einem eventuell früher mal vorhandenen Bauernhof einer Berufungskandidatin und ist auch sonst wieder sehr gelöst. Wir nicht so richtig.

Weil es die letzten Male so schön war, gab es auch diese Woche wieder einen Akademischen Senat. Da es der letzte vor dem Ferienausschuss war, mussten ganz schnell viele Dinge durchgestimmt werden, dementsprechend sah die Tagesordnung aus.

Erstmal ging es um die einige Spätfolgen der letzten Runde der glorreich gescheiterten Exzellenzinitiative, das IRIS Adlershof/Center for Integrative Life Sciences, die nach einer Powerpoint-Präsentation, für die der Schreiber dieser Zeilen Punktabzug bekäme, durchgestimmt wurde, wenn auch ohne unsere Stimmen.

Beim dann folgenden Center for Computational Sciences wurden zwar nach Aussage der zentralen Frauenbeauftragten Frauenförderprogramme falsch aufgeführt, aber hey, that's peanuts, right? Wen kümmert an dieser Uni schon Frauenförderung?

pecunia non olet


Bei der Archäologie gab es bei einer Stiftungsprofessur zum einen Probleme mit der Strukturplanung, zum anderen hatten ausnahmsweise mal nicht nur wir ein Problem mit dem edlen Stifter der Professur, der Krupp-Stiftung, schließlich war die Firma Krupp jedesmal mit dabei, wenn Schland mal wieder die Fackel der germanischen Zivilisation in alle Welt tragen wollte. Ist ja auch eine Professur für die Archäologie Ostmitteleuropas, da war Krupp ja schon wiederholt und hat bestimmt viel Wissen einzubringen.
Geld stinkt ja nicht. Vespasian wäre stolz auf unseren Augustulus gewesen.

Aber der Abt hat ja die Lizenz zum Vergeben und dann ist das alles kein Problem.
Dafür ließ sich der Präsident zu der Aussage hinreißen, dass die Altertumsforschung ein Schwerpunkt dieser Uni sei. Das dürfte gerade die abgewickelte Ur- und Frühgeschichte sicher sehr freuen.
Zur Finanzierung nach Auslaufen der Eingangsförderung durch die Stiftung müssen wir mal wieder auf einen altbekannten Freund der HU zurückgreifen - den Topf voll Gold am Ende des Regenbogens.

Wie wir an dieser Stelle vor einiger Zeit berichteten, musste die Humboldt Graduate School evaluiert werden. Das ist jetzt passiert und - Überraschung - im sonst so freundlichen Bericht gab es ein Minderheitenvotum. Das ging aber allen sonstwo vorbei und damit hatte sich auch der TOP. Ach ja, es fehlt natürlich Geld.
Ein Änderungsantrag von studentischer Seite zur Überarbeitung der Verfassungsstruktur der HGS, der eine paritätisch besetzte Kommission forderte, wurde als unnötig erachtet.

Nach ein Paar Studienordnungen, die wir zum großen Teil auch nicht so toll fanden, kam erstmal der nicht-öffentliche Teil.

Es gab einige Berufungen, unter anderem in der LGF, bei der der Abt wohl sehr davon beeindruckt war, dass die Bewerberin mal einen Bauernhof gehabt haben könnte. Wir merken, der Chrissie ist ein aufmerksamer Präsi, der sich auch für die kleinen Dinge des Lebens begeistern kann.

Und es gab eine Verleihung einer Ehrendoktorwürde. Da fanden einige Leute, allen voran Prof. Sauer (der Mann von uns' Angela, Ihr wisst schon), dass sie allein aus politischen Gründen verliehen werde... komisch, dass ihnen das bei Wolli Biermann, der noch viel weniger akademische Arbeit vorzuweisen hatte als der diesmalige Kandidat, nicht sauer aufgestoßen ist.

Dann kam der Bericht der Frauenbeauftragten und ein Antrag zur Frauenförderung. Dazu kommt demnächst noch ein ausführlicherer Bericht an dieser Stelle. Erstmal nur soviel, dass sich das Interesse vieler Profs sehr in Grenzen hielt.
Während Prof. Coy wenigstens noch versuchte, den Bericht last Minute querzulesen, hatte Sauer nichts besseres zu tun, als demonstrativ Zeitung zu lesen.

Großartig, wie ernst die Uni das Thema Gleichstellung nimmt.

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Montag, Juli 13, 2009

Elite? Da simmer dabei, des is prima!

Bericht vom Konzil und vom Akademischen Senat am 07.07.2009

Am Morgen des 07.07.2009 war es mal wieder soweit. Zu früher Stunde füllt sich gemächlich der Senatssaal mit wichtigen und noch viel wichtigeren Leuten.
09:15 Uhr: Die Sitzung des Konzils wird feierlich eröffnet. Heutiger Tagesordnungspunkt ist die „Vorbereitung der Exzellenz-Initiative der HU“.
Unser geliebter Abt erhält das Wort und monologisiert in seiner Einzigartigkeit über den Profit, den wir aus dem Scheitern bei der letzten Ex-ini ziehen können.
Hätte mensch nicht in der Art und Weise verkackt, wie es die HU getan hat, dann könnte man schließlich auch nichts mehr verbessern. Ist doch logisch. Oder?

Weniger hart als erwartet, aber immerhin, kamen dann von der Fensterfront (konservative Profen und Verfechter_innen der Exzellenzinitiative) doch einige kritische Anmerkungen zum Verlauf der vergangenen Antragsrunde. Denn eins steht fest: Markschies absolute Unfähigkeit ist maßgeblich für das Scheitern des Antrags verantwortlich (An dieser Stelle ein ernst gemeinter Applaus). Unerfahrene Personen beim Schreiben von Anträgen, unzureichende Darstellung von „exzellenten“ Projekten und ein Präsident, der bockig wird, wenn demokratisch legitimierte Vertreter_innen aus den Gremien bei dem Antrag mitreden wollen, führten letztendlich zu einem „mutigen“ Antrag (so begründete die DFG ihre Entscheidung nach dem Scheitern der HU).
Auf die Frage der Studierenden, ob nicht erstmal eine grundsätzliche Entscheidung darüber getroffen werden sollte, wie die HU zur Exzellenz-Initiative stehe, warum sie vielleicht doch nicht so toll ist, wie immer alle glauben und ob man überhaupt wieder daran teilnehmen sollte, wurde gar nicht weiter eingegangen. Wäre auch überflüssig gewesen, da schließlich längst eine so genannte „TASK-FORCE“ ins Leben gerufen worden ist, die uns zum Sieg führen soll. Diese, bestehend aus dem Präsidium unterstützt von Professor_innen, arbeitet auch schon fleißig und sammelt derzeit Steckbriefe von Instituten, auf deren Grundlage wir im Herbst 2010 einen Kurzantrag bei der DFG einreichen werden. Ob dieser vorab in die Gremien gegeben wird und eine Diskussion über die darin gesetzten Schwerpunkte und damit im Zweifel verbundenen Strukturveränderungen innerhalb der HU stattfinden wird, werden wir sehen. Glauben daran tun wir nicht.
Neben dem üblichen bla, bla gab es aber doch noch einen erfreulichen Punkt. Wer Markschies und den anderen genauer zugehört hat, dem sollte klar sein, dass unser Abt nicht mehr lange predigt. Da eine Kandidatur für eine zweite Amtszeit bei wirklich niemandem auf offene Ohren stößt, werden wir ab 2011 wohl keinen Markschies mehr haben. Wir sollten also schon jetzt auf die Suche nach möglichen Kandidat_innen gehen und bei Erfolg einen direkten Abwahlantrag einbringen.


Nach einer kurzen Werbeunterbrechung ging es dann weiter mit dem Akademischen Senat, genauer gesagt mit der Fortsetzung der Sitzung vom 30.06. Direkt zu Beginn wurde der statusübergreifende Antrag zur „Verbesserung der Studiensituation“ behandelt. Dieser basierte auf der Diskussion der vergangenen Sitzung, in der sich der AS nicht dazu durchringen konnte die Forderungen der Studierenden im Allgemeinen zu unterstützten. Dieser Antrag sieht vor, dass die LSK ein Memorandum erarbeitet, durch welches die Studienfreiheit garantiert, die Betreuung verbessert, die Studienmodalitäten verändert, der Bedarf an Masterplätzen gedeckt und die Freizügigkeit realisiert wird. Im Sinne des humboldtschen Größenwahn wird dieses Memorandum nicht nur die Situation an der HU, sondern auch in Europa und der ganze Welt verändern. Am humboldtschen Wesen soll die Welt genesen. Wir sind gespannt.
Im Anschluss gab es dann noch eine kleine Berichterunde von Markschies (er musste etwas länger pausieren als der Rest und ließ uns die erste halbe Stunde lieber alleine tagen) unter anderem zu den Hochschulverträgen. Entgegen unserer Auffassung, dass der Senat mit seinem Angebot lediglich einen schlechten Wahlkampfscherz betrieben hat, meint der Präsident, dass wir dem Ergebnis sehr zufrieden sein können und es keine Kürzungen geben wird. fragt sich nur, ob el PräsidEnte bewusst Stuß erzählt oder es nicht besser weiß, möglich wäre bei ihm beides. Wir empfehlen zu diesem Thema die Pressemitteilung von RefRat und Gremienstudis (einzusehen auf diesem Blog).
Die weitere Unverschämtheit dabei war aber eigentlich, dass er sich mit dem Verhandlungserfolg rühmt, obwohl er sich selber nie daran beteiligt hat. Die HU war im gesamten Prozess eher zurückhaltend und Markschies hat stets seine Vizepräsidenten vorgeschickt anstatt die Interessen seiner Universität zu vertreten, worin nunmal seine Aufgabe besteht.
Zuguterletzt haben wir uns noch nach der besetzten 4. Etage im Hegelbau erkundigt und danach gefragt, wie es denn mit Räumlichkeiten stünde, um dem Projekt die Möglichkeit zu geben eine selbstverwaltete Struktur zu etablieren und ein eigenes Programm überhaupt anbieten zu können. Entgegen aller Argumente beharrte Markschies darauf, dass es keine Räume geben wird und die Gruppe sich wie jede andere an Frau Kolb wenden solle, wenn sie einen Raum haben will. Das schoß dann endgültig den Vogel ab.

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Mittwoch, Juni 24, 2009

Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft

Heute tagte neben dem Akademischen Senat auch das Konzil der Humboldt-Universität. Das Konzil, ein unglaublich wichtiges Gremium, das zuständig ist ist für die die Wahl von (Vize-)Präsident(inn)en und die unglaublich demokratische Verfassung der HU, tagt nur etwa ein bis zweimal im Jahr, meist, um sich vom Präsidium erzählen zu lassen, was es im letzten Jahr so wieder angestellt hat.
So auch heute: Einziger Tagesordnungspunkt des Konzils war die Diskussion über den Rechenschaftsbericht des Präsidiums für das Jahr 2008. Im Vergleich zum letzten Jahr hat das Präsidium unglaubliche Fortschritte gemacht.
Es gab diesmal ein einheitliches Layout; auf einen Bericht ohne Rechtschreibfehler und in geschlechtsneutraler Formulierung hoffen wir im kommenden Jahr.
Der Präsident begann die Sitzung mit einem Kommentar zum Bildungsstreik und meinte, dass er nach den Geschehnissen der letzten Woche, würde er den Bericht nochmal schreiben, dem Ganzen einen anderen Fokus gegeben hätte. Ja, ja, nach einer Woche Protest werden Studis plötzlich auch vom Präsidium ernst genommen. Und so ging der Herr Präsident denn auch äußerst ausführlich auf unsere wichtigsten Forderungen, wie zum Beispiel das Essen im Innenhof, ein.

Darauf folgte eine langwierige Diskussion über die Mängel des Berichts und der Arbeit des Präsidiums. Da wir hier nicht jeden Punkt aufführen können, werden wir uns auf einige Schmankerl aus der Diskussion beschränken. Den ganzen Rechenschaftsbericht könnt Ihr hoffentlich bald auf der Seite der HU nachlesen.

In Bezug auf die Lehrer_innenbildung an der HU ist folgendes festzuhalten: Es gibt faktisch 182 Kombinationsmöglichkeiten im Lehramtsbachelor. Davon sind aber lediglich 30-40 Kombinationen so beherrschbar, dass ein Studieren in Regelstudienzeit möglich ist.
Anders ausgedrückt: Über 140 Studiengänge sind nicht in der Regelstudienzeit studierbar. Zwar sind dies auch die weniger nachgefragten Kombinationen, aber es bleibt trotzdem festzuhalten, dass derzeit etwa 200 Studierende im Lehramt in Studiengängen immatrikuliert sind, in denen ein Abschluss innerhalb der Regelstudienzeit unmöglich ist.

Ein richtiger Kracher war das Statement des Präsidenten zur Nachfrage eines Mitglieds des Gesamtpersonalrats der HU. Sie wollte wissen, was unter der Formulierung zu verstehen sei, dass der Personalüberhang „wieder weit überwiegend“ sinnvolle Arbeit leiste (siehe Seite 5 des Berichts). Die Antwort ist eigentlich ganz einfach. Sinngemäß erklärte der Präsident, dass der Personalüberhang natürlich auch in Bereichen eingesetzt werden musste, für die er nicht ausgebildet worden ist. Folge ist dann natürlich schlechte Arbeit, da keine ausreichende Qualifizierung vorhanden war. Nun sind aber weitestgehend alle auf Linie gebracht und die Arbeit kann weiter gehen. Wird ja auch Zeit, schließlich stehen die nächsten Kürzungen vor der Tür.
Wenn das Präsidium sich freut, dann freuen wir uns natürlich auch. Und zwar darüber, dass wir seit Jahren eine steigende Zahl von Bewerber_innen zu verzeichnen haben. Während wir damit belegen können, dass die Zahl von Studienplätzen bundesweit unzureichend ist, der NC so weit in die Höhe schnellt, dass man kaum noch gucken kann und die derzeitige Hochschulbildung an der Realität vorbei geht, schließt das Präsidium allerdings daraus, dass es keinen schöneren Studienort geben kann als die HU. Dass Parameter wie „Hauptstadt“ oder „Studiengebührenfreiheit“ dabei wohl schwerer wiegen, als das humboldtsche Bildungsideal (wir haben es auch nicht mehr gefunden), lassen wir mal dahingestellt.
Viele weitere kleinere und größere Katastrophen erwähnen wir hier jetzt einfach mal nicht. Wenn mensch Markschies und Co für ein Jahr in der Uni allein lässt, passiert halt mehr, als in nur eineinhalb Stunden irgendwie diskutierbar ist (Obwohl wir schon noch gerne wissen würden was unter „sozialverträglichem Hochschulsportangebot“ zu verstehen ist).

Gehen wir also über zur anschließenden Sitzung des Akademischen Senates. Inzwischen war auch der Hauptakteur unserer heutigen Akademischen Senatssitzung eingetroffen: Das Publikum! Liebe Studierenden, Eure Anwesenheit war für den Verlauf dieser Sitzung von entscheidender Bedeutung. Zum einen hat Eure Anwesenheit maßgeblich dazu beigetragen, dass der Präsident sich in seiner Sitzungsleitung versucht hat, am Riemen zu reißen und sich in seiner sonst eher unverschämt kodderschnäutzigen Art extrem zurückgehalten hat. Und auch die anderen Anwesenden wären ohne Eure Anwesenheit wesentlich weniger kooperativ gewesen und hätten uns mit leeren Händen nach Hause gehen lassen. Vielen Dank also nochmal an alle Anwesenden für die Unterstützung, die kreative Mitgestaltung und für die Geduld. Gemeinsam können wir was erreichen, auch wenn es frustrierend ist, dass wir mit teilweise genau den gleichen Forderungen zuvor auf keinen grünen Zweig gekommen waren. Es ist schon erstaunlich, was möglich ist, wenn das Präsidium angemessen daran erinnert wird, wer an dieser Uni die größte Statusgruppe ist.
Weil viele von Euch ja hoffentlich sowieso life dabei waren, möchten wir jetzt auf eine Wiederholung der gesamten etwa zweistündigen Diskussion zu den Anträgen aus der Vollversammlung verzichten.
Die Ergebnisse könnt Ihr in unserer Pressemitteilung (siehe unten) nachlesen. Wichtig festzuhalten bleibt jedoch: Es ist noch immer nicht vorbei! Wir haben zwar einige Anträge durchbekommen, aber die Stellungnahme des Akademischen Senates zu unseren Forderungen ist auf die nächste Sitzung am 7.7. vertagt worden und aus den Anträgen zur Überarbeitung der Studienordnungen und zur Abschaffung der Anwesenheitskontrollen ergeben sich auch noch weitere Anträge und Arbeitsaufgaben für uns als Studierende der HU.
Daher möchten wir am Freitag nächste Woche um 14 Uhr zu einem Auswertungstreffen einladen. Ort wird noch bekannt gegeben.
Erwähnenswert wäre jedoch noch Tagesordnungspunkt 9, die Beschlussfassung über die Studien- und Prüfungsordnungen des Bachelor- und Masterstudiengangs Chemie. Dieser Studiengang sticht hervor durch das absolute Fehlen jeglicher Wahlmöglichkeiten: sogar das Beifach ist festgelegt und auch in der BZQ müssen die Studierenden zu zwei Dritteln noch Chemie-Laborpraktika machen. Da der Studiengang bereits in der vorletzten Sitzung eingerichtet worden ist (unsere Anmerkungen wurden mal wieder geflissentlich ignoriert) war klar, dass wir diese Ordnungen nicht blockieren können und wollen, weil dann studierende im Wintersemester ohne Studienordnung immatrikuliert worden wären. Bemerkenswert ist jedoch, dass Herr Ernsting von der Chemie, nachdem die Studienordnungen bereits erfolgreich verabschiedet worden war, es doch noch für nötig befunden hatte uns am Rande der Sitzung aufgebracht vorzuwerfen, dass wir uns dem Fach gegenüber verhalten würden, wie Amerika gegenüber dem Irak (wie auch immer wir das jetzt interpretieren sollen, es ist nur ein Beispiel für den unglaublich weisen Bullshit, mit dem sich Gremienstudis regemäßig so rumschlagen müssen.) Desweiteren wollte er gerne Namen von Chemie-Studierenden erhalten, mit denen wir gesprochen haben und die doch tatsächlich der Meinung waren, dass etwas mehr Interdisziplinarität auch in Chemie wünschenswert wäre. Namen hat er natürlich nicht bekommen.
Zur Fortführung der weiterbildenden Masterstudiengänge für europäische und transatlantische Sozialwissenschaften sei nur, wie immer, gesagt, dass diese Studiengänge Geld kosten. Studiengebühren finden wir nicht so pralle; entsprechend finden wir auch gebührenpflichtige Studiengänge, die für viel Geld (und wir sprechen hier über VIEL Geld) Wissen an wenige verkaufen, nicht so super und dass unsere Universität davon immer mehr einführt, jaja, blabla, die Argumente sind hoffentlich alle bekannt, die Diskussion ist immer die gleiche aber leider sind wir immer noch die Minderheit in den Gremien dieser Universität (aber die Mehrheit auf dem Campus, wie wir heute gezeigt haben!) und daher dürfen diese Studiengänge weitermachen.
Zwar kann die Sozialwissenschaft so ihre internationale Profilbildung stärken, aber die grundständige Lehre und Ausbildung gerät aus dem Fokus. So ist der NC für einen Master in Sozialwissenschaften mittlerweile auf 1,6 angestiegen, da kein ausreichendes Lehrangebot vorhanden ist. Abschließend möchten wir noch kurz den Instituten für „Kunst- und Bildgeschichte“ und für „Musikwissenschaft und Medienwissenschaft“ zu ihren neuen Namen gratulieren.

Antrag zur Überarbeitung der Studiengänge
Antrag BA/MA-Zulassungen
Antrag Anwesenheitskontrollen
Antrag Funktionsstörungsatteste

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Dienstag, Juni 09, 2009

und sie bewegt sich doch!

Hochschulübergreifendes Studium in Berlin wieder möglich!
Studentische Anträge erfolgreich – weitere Verbesserungen des Studiums an der Humboldt-Universität beschlossen – endlich mal was Positives aus den Hochschulen


Ab sofort können Studierende in Berlin wieder Studienfächer an der Humboldt-Universität mit Fächern anderer Hochschulen kombinieren.
Mit dem Bologna-Prozess ist neben vielen weiteren Wahlfreiheiten auch die Kombinationsfreiheit in Berlin stark eingeschränkt worden. Seit der flächendeckenden Einführung des Bachelors 2004 ist es nicht mehr möglich Bei- und Nebenfächer in Bachelorkombinationsstudiengängen an anderen Hochschulen zu studieren.
Das soll sich nun ändern. Der Akademische Senat der Humboldt-Universität hat sich auf studentischen Antrag hin gestern in einem Beschluss einstimmig dafür ausgesprochen das hochschulübergreifende Studium wieder zu ermöglichen. Das Präsidium soll nun zeitnah mit den anderen Berliner und Brandenburgischen Hochschulen eine praktikable Lösung finden, die es Studierenden ermöglicht unkompliziert ihre Studienfächer aus dem gesamten Fächerangebot der Region zu kombinieren. Die Umsetzung einer solchen Regelung hängt aber natürlich von der Beteiligung der weiterer Hochschulen ab.

Allerdings ergibt sich aus dem erfolgreichen Antrag der Humboldt-Universität schon ab sofort eine Verbesserung der Situation. Es wurde eine Übergangsregelung beschlossen, die eine „großzügige“ Anwendung einer bisher vor allem theoretischen Ausnahmeregelung verlangt.
Die Universität Potsdam hatte bereits vor zwei Jahren eine Regelung beschlossen, die es Bachelor-Studierenden ermöglichen sollte ihre Studienfächer zwischen Berlin und Potsdam zu kombinieren. Leider konnte diese Regelung jedoch mangels Partnerhochschulen bisher nicht angewendet werden.
Ab sofort können nun Fächer zwischen der Humboldt-Universität und Potsdam kombiniert werden.
„Wir freuen uns sehr über diese Verbesserung und hoffen, dass sich noch weitere Hochschulen in Berlin und Brandenburg anschließen werden.“ so Lena Müller, Vertreterin der Offenen Linken im Akademischen Senat.

Die Studierenden stellten noch weitere Anträge zur gestern auf der Tagesordnung stehenden Änderung der Allgemeinen Satzung für Studien- und Prüfungsangelegenheiten (ASSP), um das Studium an der Humboldt-Universität erträglicher zu machen.
So wurden beispielsweise die Prüfungsanmelde- und Rücktrittsfristen einheitlich auf eine Woche bzw. drei Tage festgelegt. Von diesen Fristen können die Fakultätsräte im Einvernehmen mit den Studierenden abweichen. Dennoch wird hierdurch ein Standard gesetzt, der unsinnig früh endende Prüfungsanmeldefristen, wie beispielsweise mitten im Semester, ausschließt.
„Wir hoffen, dass die Fächer ihre Anmeldefristen nun im Interesse der Studierenden gestalten werden.“ erklärte Gerrit Aust vom Referat für Hochschulpolitik des ReferentInnenRates der Humboldt-Universität.

Außerdem wurde sinnvoller Weise beschlossen, dass Studierende, die sich in Gremien engagieren, nicht mehr um Erlaubnis bitten müssen, wenn sie für eine Sitzung von ihrer Lehrveranstaltung fern bleiben. Entgegen ursprünglicher Pläne wurde des weiteren die Anmeldefreiheit für Lehrveranstaltungen beibehalten. Und es wurde nun ausdrücklich ausgeschlossen, dass Studierende über ihre Studienordnung verpflichtet werden können Lehre für andere Studierende anzubieten und somit Hochschullehre zu übernehmen.
"Damit ist die Möglichkeit eines von uns befürchteten verpflichtenden Kaskadenmodells endlich vom Tisch. Unbezahlte Lehrleistungen von Studierenden bleiben freiwillig." ergänzte Lena Müller.

Trotz allem Erfolg hat die Offene Linke jedoch Kritik an einigen der nun durchgeführten Änderungen an der Allgemeinen Satzung zu Studien- und Prüfungsangelegenheiten. Schon seit langem kritisiert die Offene Linke die seit 2007 praktizierte Zwangsberatung mit Auflagen für Studierende, die die Regelstudienzeit überschritten haben. Diese Regelung wurde in der aktuellen Änderung auf mehr Studierende ausgeweitet.
Auch wurde eine Neuregelung zu Plagiaten beschlossen, die schon bei kleinen Zitierfehlern auf Handouts den Verlust eines ganzen Moduls, oder im Wiederholungsfall sogar die Exmatrikulation ermöglicht.
Daher gab es trotz der Verbesserungen keine Fürstimmen der Offenen Linken für die neue Allgemeine Satzung für Studien- und Prüfungsangelegenheiten.

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Mittwoch, Mai 27, 2009

AS 12.05.2009

Seine Exzellenz, Präsident Christopf Markschies konnte leider auch diesemal nicht der gesamten Sitzung beiwohnen, weshalb die Sitzung erfreulicherweise unter der äußerst angenehmen Sitzungsleitung von Herrn Nagel (Viezepräsident für Studium und Internationales=VPSI) begann.

Wie immer gab es im ersten Tagesordnungspunkt "Aktuelle Halbe Stunde" einige interessante Berichte. Zuerst legte Herr Eveslage (Vizepräsident für Haushalt) noch mal den Stand der Vertragsverhandlungen dar: Es hat sich nichts getan. Wegen Zeitdruck wird die HU nun aber einen Haushaltsplan aufstellen. Da es keine Zahlen gibt wird sich dieser Plan am Bedarf (=der geforderte und notwendige Aufwuchs) orientieren. Wir können also demnächst mit einem neuen Haushalt rechnen.

Es gibt eine schriftliche Antwort auf unsere Frage vom vergangenen AS zu der Verschickung und den Einnahmen aus Tagesspiegelwerbung mit den Rückmeldeunterlagen. Folgt...

Dann folgten einige Berichte von Herrn Nagel:

- Reagierend auf unserre Nachfrag vom letzten AS bezüglich der berücksichtigung des Nachteilsausgleiches bei Agnes, erkklärte er, dass die Probleme bearbeitet und schon so gut wie gelöst sind.

- Das HU Konzept für den Exzellenzwettbewerb Lehre ist überraschenderweise gescheitert. Herr Nagel konnte mit seinem Konzept zu "Durchlässigkeit" leider nicht beim der Jury landen, wir sind schon in der ersten Runde rausgeflogen.
Uns überrascht dies nicht, denn sein Konzept war nur eine Sammlung weitestgehend unverbundener Einzelinitiativen, die nur zeigen, dass die HU in Sachen Lehre überhaupt kein eigentliches Konzept hat.
Dabei gäbe es natürlich genug zu tun, wie auch die Studiebarkeitsstudie schon vor zwei Jahren zeigte (http://www.studierbarkeit.de). Passiert ist immer noch nichts.
Der Antrag wich offensichtlich den eigentlichen Problemen aus - was auch klar ist, denn in ein paar Monaten lassen sich die nicht lösen. Tja, schade um die ganze Zeit, die unser Vizepräsi in dieses Konzept gepackt hat. Sie wäre in einer nachhaltigen Verbesserung der Situation wahrscheinlich besser angelegt gewesen.

Dann beklagte sich Nagel, dass die Studierenden immer noch niemanden für die Jury des Lehrpreises benannt haben. Irgendwie hat offenbar bisher niemand Interesse daran, aus einer von StudiendekanInnen und allerhand Regeln vorsortierten Liste die Person rauszupicken, die die beste Lehre macht.

Schließlich stellten wir unsere schriftliche Anfrage zu der Teilhabe an universitärer Infrastruktur. Es geht darum, dass Studierende und Studentische Gruppen von nun an einen Fragebogen ausfüllen müssen, bevor sie Räume in der HU zur Verfügung gestellt bekommen. Ebenso sollen zukünftig die Kosten für den Wachschutz nach 22 Uhr und am Wochenende getragen werden. Dies beeträfe z.B. Fachschaftsparties, abentliche Vorträge, Wochenend-Tagungen usw. Dass wir das alles nicht so dolle finden versteht sich. Nun wird nochmal mit der Öffentlichkeits-Abteilung diskutiert.


Danach begann die Diskussion über die Änderung der allgemeinen Satzung für Studien- und Prüfungsangelegenheiten. (ASSP http://www.amb.hu-berlin.de/2007/1/120074)
Diese Satzung regelt fast alle die Studierenden betreffenden Angelegenheiten, von der Anwesenheitspflicht bis zur Zwangsberatung. Vorangegengen war eine lange Diskussion in der Kommission für Lehre und Studium=LSK (beginnend am 30.6.2008!) Da in den vielen Diskussionen in der Kommission unsere Kritikpunkte und Änderungswünsche nicht berücksichtigt wurden, stellten wir nun nochmal mehrere schriftliche Anträge im Akademischen Senat. Kurzfazit: von den 6 Anträgen (siehe Download), die wir zur ASSP gestellt haben, haben wir einen verloren, einen gewonnen und 4 vertagt auf eine glücklicherweise doch stattfindende 2. Lesung (obwohl doch sehr offensichtlich war, dass Herr Nagel darauf gerne verzichtet hätte.).
Es besteht bis zur nächsten Sitzung durchaus die Hoffung, zumindest einen Teil der weiteren Aträge noch durchzubekommen, schauen wir mal.... (Publikum wird auch dann wieder willkommen sein: 2.6. um 9 Uhr, Senatssaal)
In dieser ersten Lesung gingen wir die Änderungen von Anfang bis Ende durch. Dann konnten wir noch unsere Anträge zu Paragraphen vorstellen, die in der jetzigen Form noch nicht geändert wurden.
Durchgesetzt haben wir uns in unserer Forderung den §28 der Satzung unverändert zu lassen. VPSI wollte gerne die drei Worte "ohne vorherige Anmeldung" streichen, sie bleiben drin und Lehrveranstaltungen bleiben damit anmeldungsfrei (wir danken allen Unterstützer_innen im AS).
Verloren haben wir dafür den Änderungsvorschlag zu Täuschungsversuchen. Wie Tobi im AS darstellte, ist es nun theoretisch möglich, für zwei nicht gekennzeichnete Bilder auf Handouts aus dem Studiengang zu fliegen. Dass das praktisch nie dazu komen wird, können wir nur hoffen, aber an dieser Uni blühte schon so manche Blume.
Es gabe eine Anmerkung von unserer Seite zur Zwangsberatung und zu den Auflagen...
Es gab eine Diskussion über die Befristung der Promotion auf drei Jahre. Herr Manske plädierte dafür die alte Regelung beizubehalten und die Promotion weiterhin unbefristet zu lassen. Er bekam dafür aber leider nur von unserer Seite Unterstützung.
Irgendwann in dieser Diskussion zeigte sich dann übrigens auch unser Herr Präsident - und fiel auch gleich einem Studi ins Wort... Er gab mal wieder ein blendendes Beispiel für christliche Nächstenliebe. Die weiteren Anträge wurden mehr oder minder kontrovers diskutiert. Zum nächsten AS dürfen wir dann jeweils einen Kompromissvorschlag vorlegen. Hoffentlich erfolgreich!
Wünscht uns Glück!
Am Ende des TOPs (Änderung der ASSP), der gar nicht wirklich das Ende des TOPs war, riss Markschies dann die Sitzungsleitung an sich, um einfach mal eine Anekdote aus seinem Vormittag zu erzählen. Entsprechend gekränkt war er dann natürlich auch, als wir ihn nicht haben ausreden lassen, sondern ihn darauf hinwiesen, dass die Beratung der ASSP eigentlich noch nicht abgeschlossen sei. Freundlicherweise hat uns dann aber doch noch einmal das Wort erteilt; aber natürlich nicht ohne ein paar blöde Kommentare.

Der nächste erwähnenswerte TOP war die Einrichtung des Bachelor und des Masters in der Chemie, ohne Studien- und Prüfungsordnung versteht sich! Nach einiger Diskussion wurden diese mit drei studentischen Gegenstimmen beschlossen.
Grund unserer Kritik waren nicht nur fehlende Ordnungen, sondern auch dass hier offensichtlich der alte Diplomstudiengang einfach nur geteilt und umbenannt wurde (Raider heißt jetzt Twix). Hieran zeigt sich auch mal wieder die Unsinnigkeit des Bologna-Prozesses: Wie die Chemie zu Recht anmerkte, möchten sie ihr ihrer Meinung nach erfolgreiches Diplom-Modell beibehalten. Eine wirklcihe Berufsqualifizierung in Chemie gibt es sowieso erst nach dem Doktor (den derzeit angeblich 90% der Absolvent_innen machen), weshalb ein Studienende nach dem BA sowieso Unsinn ist. Weitere Bologna-Kriterien, wie die BZQ wurden denn auch nicht wirklich berücksichtigt: 2/3 der BZQ sind verpflichtend vorgeschrieben! Empfehlenswert wäre also wohl die Beibehaltung des alten Studiengangsystems, dass zumindest nicht noch eine Hürde nach der Hälfte des Studiums vorsieht und nicht so tut, als wäre es etwas, das es nicht ist. ... Aber die HU hat sich ja in den letzten Hochschulverträgen verpflichtet alle Studiengänge umzustellen. Und einen Vertragsbruch könnnte ja mit sowas wie Mittelkürzung enden... ...als ob Zöllner seiner Verpflichtung, den Hochschulen zumindest annähernd sowas, wie Planungssicherheit zu geben, nachkommen würde... Naja, für Geld macht diese Uni halt jeden Unsinn mit!

Danach folgte die Einrichtung einer Lebenszeitprofessur am IAAW. Ein Prof wird für wahrscheinlich 12 (wenigsten 6) Jahre von der Uni freigestellt sein ,um an einem geisteswissenschaftlichen Kolleg zu arbeiten und somit jährlich 2 Mio. € vom BMBF zu kassieren. Das BMBF hatte in dem Zuge vorgeschlagen, keine Vertretung zu berufen, sondern eine dauerhafte Stelle einzurichten. Diesem Vorschlag hatte Markschies dann kurzerhand an der EPK und am Strukturplan vorbei zugestimmt. Dass eine Vertreterin der Studierenden dieses Verfahren dem AS gegenüber als problematisch erklärt hat, brachte ihr allerdings nur den Vorwurf, dass sie reaktionär sei (so Böhme).

Der Rest war langweilig, Es gab nicht mal zierenswerte Beiträge von Hochschulleitung und Co.


Registrierung

Kaskadenmodell

Lehrbefreiung für Gremienstudis

Plagiate

Rücktrittsfristen

§28 Anmeldung zu Lehrveranstaltungen

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Mittwoch, Januar 07, 2009

Roma Locuta, causa finita

Master of Public Policy beschlossen und weitere Schmankerln aus dem Akademischen Senat

Anno Domini MMIX rief Gottes Stellvertreter an der HU, der weise Abt Christoph Markschies (Prof. Dr. Dr. hc. - soviel Zeit muss sein), wieder einmal seine Schäfchen zu sich in den Senatssaal, um sein Wort zu verkünden und ein wenig über dies und das zu reden.


Ein erster Geniestreich war die Tagesordnung, auf der der nichtöffentliche Teil so geschickt in den öffentlichen Teil eingeschoben war, dass eigentlich alle wirklich kontroversen Themen erst nach dem nichtöffentlichen Teil verhandelt wurden. Dies wurde damit begründet, dass die armen Dekane nicht so lange auf ihre Auftritte warten sollten. Dass dadurch das Publikum mitten in der Sitzung kurzerhand vor die Tür gesetzt wurde, um für etwa eine Stunde das berauschende Panorama des Treppenhauses zu genießen, war halt leider so. Ließ sich nicht ändern, Pech gehabt, das Leben ist halt einfach so.
Es spricht für das große Interesse des Publikums, dass im zweiten öffentlichen Teil trotzdem wieder einige Menschen in den Reihen platz nahmen. Dadurch konnten so strittige Punkte wie der Masterstudiengang Public Policy dann zum Leidwesen der Unileitung dann doch nicht unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelt werden.

Aber der Reihe nach.

Nach mehreren Anläufen wurde heute die Einrichtung, Zweckbestimmung und Freigabe der W1-Professur „Geschichte der Humanwissenschaften“ beschlossen. Weil diese Professur nicht im Strukturplan von 2004 vorgesehen ist, wurden in den letzten EPK-Sitzungen und im letzten AS Bedenken bezüglich der haushaltsmäßigen Auswirkungen geäußert. Dem Präsidenten gelang es am Ende jedoch, die Kontroverse als Kommunikationsproblem zu entflechten. Damit wird wieder einmal ein Einblick in die undemokratische Struktur der Universität möglich.

Dann kam schon das nichtöffentliche Zwischenspiel, sprich die Berufungslisten.
Es liegt in der Natur der Sache, dass wir hier nicht so wirklich viel zu schreiben dürfen, einige Kommentare zu einem Berufungsverfahren können und wollen wir uns aber nicht Verkneifen.

Eine namentlich bekannte, aber nicht nennbare Fakultät - nennen wir sie J – wollte eine Professur besetzen. Wie in dieser Fakultät üblich, landete auf der Berufungsliste wie durch ein Wunder ein Mann auf Platz eins. Das Interessante hier ist aber, dass ursprünglich eine Frau die Präferenz bekommen hatte, aber in Verlauf der Sitzungen der Berufungskommission immer schlechter bewertet wurde. Begründet wurde dies mit einer Richtungsentscheidung, die offensichtlich erst im Verlauf des Verfahrens getroffen wurde, so dass am Ende den Anforderungen nur noch der Mann wirklich entsprach. 
Diese Form der Diskriminierung von Frauen ist an dieser Universität immer noch Realität und leider auch weit verbreitet. Die offene Benennung dieser Diskriminierung scheint aber niemanden aus der Fakultät wirklich gejuckt zu haben. 

Kritische Einwände zum Verlauf des Verfahrens wurden mit dem Verweis auf die Autonomie der Fakultäten in der Profilbildung abgebügelt. Dies wurde dann auch als Begründung für die geschlossene Enthaltung aller externer Mitglieder der Berufungskommission zu dieser Frage genannt. Dieser Argumentationslinie sekundierte dann auch der Präsident. Nun stellt sich uns natürlich die Frage, warum wir dann überhaupt Berufungslisten und die Einrichtung von Professuren im Akademischen Senat verhandeln.  

Immerhin wurde die Entscheidung über diese Berufungsliste noch einmal vertagt.

Nun zurück zum öffentlichen Teil.

Dem Akademischen Senat wurde der Jahresbericht 2008 der Humboldt Graduate School vorgelegt und zur Kenntnis genommen.

Da schon seit Gründung der Graduate School eine Evalution im Verlauf des Jahres 2009 vorgesehen ist, musste auch die Einrichtung einer Evaluationskommission beschlossen werden.
Hier gab es einige Änderungen des Beschlussentwurfes. Der ursprüngliche Entwurf sah je vier interne und externe Mitglieder vor. Um die verschiedenen Statusgruppen und vor allem auch die an der Humboldt Graduate School Promovierenden besser einzubinden, wurde dieses Verhältnis auf sechs interne und 2 externe geändert. 
Wann diese Kommission mit welchen Mitgliedern tagen wird, will uns das Präsidium demnächst mal mitteilen.

Nun zum lang erwarteten Höhepunkt der Sitzung, der Beschlussfassung zum Master of Public Policy. Nachdem wir in der letzten Sitzung (siehe vorheriger Bericht auf diesem Blog) noch durch ein Statusgruppenveto der Studierenden die Entscheidung hierüber aufschieben und einen Vermittlungsausschuss erzwingen konnten, stand heute die endgültige Entscheidung an, da ein weiteres Veto durch uns nicht mehr möglich und durch eine andere Statusgruppe mehr als unwahrscheinlich war.
Im Vermittlungsausschuss konnte gestern auch nur noch einmal festgestellt werden, dass wir Studis einfach zu fundamentale Kritik an diesem Studiengang haben und so kam der alte Entwurf unverändert zur Abstimmung.
Der Präsident sprach zu Beginn des Tagesordnungspunktes in die Richtung der Studierenden, dass die Zeitungen eh schon alle Argumente veröffentlicht hätten und daher nichts mehr gesagt werden müsste. Er legte daraufhin derart einen Zahn zu, dass wir durch energisches Zwischenrufen auf unsere (eigentlich rechtzeitig erfolgte) Wortmeldung hinweisen mussten, um noch einmal unsere Position klarstellen zu können. Vizepräsident Nagel hatte die Lage so dargestellt, als ob wir uns mehr oder minder ausschließlich an der Gebührenpflicht störten.
Neben der grundsätzlichen Ablehnung jeglicher Studiengebühren kritisieren wir an diesem Master aber vor allem auch seinen Inhalt, da er in unseren Augen aus einem zutiefst undemokratischen Geist gespeist ist (siehe auch die Pressemitteilung des RefRats).

Die Zweckbestimmung und Freigabe zur Ausschreibung einer W3-Professur für Ostlawische Literaturen und Kulturen an der PhilFak II bekam dann unsere Zustimmung.

Bei der Einrichtung, Freigabe und Zweckbestimmung einer W2/W3-Professur für „Struktur Dynamik und elektronische Eigenschaften molekularer Systeme hatten wir auch nach längerer Diskussion noch einige haushaltsrechtliche Bedenken, so dass wir hier nicht zustimmten. Hier wird ganz klar auf die Strukturplanung 2010 vorgegriffen und dies nicht mal zu verheimlichen versucht. Relativ offensiv machten die Antragssteller deutlich, dass mit den neuen Hochschulverträgen die Ausstattung der Stelle auszubauen sei. Ihre Zuversicht ließ vermuten, dass die nötigen Absprachen dafür schon längst getroffen wurden.

Damit endete auch dieser AS und wir sind stolz sagen zu können: Wir leben immer noch!

Wir möchten uns hier noch einmal für die moralische Unterstützung durch einige unerschrockene Gäste bedanken, die sich selbst durch die Zwangspause auf dem Flur nicht abschrecken ließen.

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Samstag, Dezember 13, 2008

Es muss demokratisch aussehen*

...das ist das Fazit, dass die Studentischen Vertreter_innen aus der Sitzung des Akademischen Senates(AS) am vergangenen Dienstag ziehen müssen.

Beispiele der Abschaffung von demokratischer Mitbestimmung zogen sich durch die gesamte fünfstündige Sitzung.

Die spannenden Fragen waren (und sind es immer noch, denn Antworten gab es keine):
Wie möchte die Humboldt-Universität ihren nächsten Strukturplan erstellen? Und möchte Sie das überhaupt noch selber machen?
Was ist an der Philosophischen Fakultät III passiert und wieso scheint das im AS außer den Studis niemanden zu interessieren?
Was für ein Bild von Demokratie soll den Studierenden eines 18000€ teuren Masterstudienganges vermittelt werden?
und natürlich:
Wieso schafft es der Präsident nicht seinen Terminplaner so zu strukturieren, dass er bei wichtigen Diskussionen anwesend ist (Vielleicht ist es ja Absicht)?

Die gesamten ersten zwei Stunden der Sitzung beschäftigten sich mit dem Präsidium. Dieses hatte ein Programm vorgelegt, das ihr euch hier:
http://www.hu-berlin.de/ueberblick/leitung/dok/programm_praes durchlesen könnt (-stellt aber den Brechkübel vorher bereit..).
Das Programm hatte die Offene Linke dazu bewogen einen Antrag einzubringen, der ein transparentes und demokratisches Verfahren bei der Strukturplanung sicherstellen sollte – denn das Programm legt neben ganz vielen anderen Dingen, die uns ärgern, auch nahe, dass demnächst der Präsident mehr oder weniger alleine entscheidet, wer bleibt und wer geht.
Die Gremein dürfen dem dann nur noch formal zustimmen.

Die Abstimmung über unseren Antrag wurde irgendwie verhindert- der Geschäftsordnung entsprach das zwar nicht, aber das kommt schon mal vor im AS...

Und schon sind wir bei der Philosophischen Fakultät III; da erhalten wir nämlich schon mal einen Einblick, wie Strukturplanungen in Zukunft so ablaufen könnten. Denn nachdem unser Antrag vom AS boykottiert wurde, spricht nichts gegen eine Wiederholung dieses Vorgehens.
Folgendes ist dort passier:
Der Dekan hat die Aufteilung des Institutes für Kunst und
Kuturwissenschaften beschlossen und nach "informellen Gesprächen" mit
ausgewählten Einzelpersonen eine neue Struktur entschieden.
Dass Studis nicht an den Planungen teilhaben durften, ist eigentlich schon ein Skandal; aber für die Neugliederung des Institutes für Kultur- und Kunstwissenschaften wurden auch die betroffenen Professor_inn_en nicht gefragt, sondern erst Tage vor der abschließenden Entscheidung im Fakultätsrat über ein „Ergebnis“ informiert, an dem sie auch nicht mehr rütteln durften.

Und dann gab es noch den Tagesordnungspunkt „Master of Public Policy“:

Bei diesem geplanten Studiengang handelt es sich um einen weiterbildenden kostenpflichtigen Master-Studiengang. Hier soll zukünftig für 18 000€ eine Ausbildung verkauft werden, die die Absolvent_innen befähigen will,
ihre politischen Ziele gesellschaftlich durchzusetzen. Bei diesem Studiengang handelt es sich um ein Ausbildungs-Angebot für Lobbygruppen und Unternehmen, die dort ihr eigenes Führungspersonal für viel Geld ausbilden lassen werden. Dieses soll hier also lernen die Unternehmens-Ziele so zu verkaufen, dass sie „demokratisch aussehen.“

Die Einführung scheiterte vorläufig an einem Gruppenveto der Studierenden, dieses hat aber nur aufschiebende Wirkung; bei der nächsten Sitzung wird die Einführung wohl beschlossen werden.

Soweit unser kleiner Kurzbericht. Ausführlich findet ihr die Vorgänge der Sitzung in unserem Bericht beschrieben (s.u.). Aktuelle Infos findet ihr regelmäßig auf der Seite des RefRates oder dem Gremienblog

Ausführlicher Bericht aus dem AS

Antrag der OL

Pressemitteilung des RefRats

Beschluss der LSK zum Master of Public Policy

Beschluss des Studierendenparlaments zum Master of Public Policy


* „Es muss demokratisch aussehen, aber wir müssen alle Fäden in der Hand haben“
- Walter Ulbricht über die politische Neustrukturierung der sowjetischen Besatzungszone

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Dienstag, November 11, 2008

Tagesordnung der 241. Sitzung des Akademischen Senats am 18.11.2008

Die Sitzung beginnt wie immer um 9 Uhr im Senatssaal.

Bis zum Tagesordnungspunkt 9 einschließlich ist die Sitzung öffentlich, das heißt, interessierte Studierende können nicht rausgeworfen werden.

1. Protokollbestätigung (28.10.2008)

2. "Aktuelle Halbe Stunde"/Anfragen

3. Berichtspunkt: Das moderne Original – 200 Jahre Universität unter den Linden (Zwischenbericht)

4. Änderung der Studien- und Prüfungsordnung für den internationalen weiter-bildenden Masterstudiengang Deutsches Recht (Vorlagen-Nr.: AS 178/2008)

5. Änderung der Studien- und Prüfungsordnung für den internationalen weiter-bildenden Masterstudiengang Deutsches und Europäisches Recht und Rechtspraxis (Vorlagen-Nr.: AS 179/2008)

6. Prüfungsordnung für den Erwerb des Fremdsprachenzertifikats UNIcert an der Humboldt-Universität zu Berlin (Vorlagen-Nr.: AS 180/2008)

7. Antrag auf Aufhebung der Institutsstruktur der Landwirtschaftlich-Gärtne-rischen Fakultät (Vorlagen-Nr.: AS 175/2008)

8. Zuweisung, Zweckbestimmung und Freigabe einer W 3-Professur für Europäische Ethnologie unter besonderer Berücksichtigung der Entwicklung moderner Stadt- und Popularkulturen in ethnographischer und kulturtheo-retischer Perspektive (Besetzung nach W 2) (Vorlagen-Nr.: AS 181/2008)

9. Einrichtung, Zweckbestimmung und Freigabe einer W 1-Professur "Geschichte der Humanwissenschaften" (Vorlagen-Nr.: AS 182/2008)

Nichtöffentlicher Teil: (TOP 10 - 14 )Einsichtnahme in die Berufungsunterlagen für die Mitglieder des AS im Gremienreferat.

10. Zuweisung, Freigabe und Zweckbestimmung einer W 3-Professur für "Urbane Ökophysiologie" (Besetzung nach W 2) zunächst befristet auf 5 Jahre an der LGF und Berufungsvorschlag im Rahmen eines Tenure-Track-Verfahrens für Juniorprofessuren (Vorlagen-Nr.: AS 176/2008)

11. Berufungsliste zur Besetzung der W 3-Professur "Theorie neuronaler Systeme" am Institut für Biologie der MNF I (Vorlagen-Nr.: AS 177/2008)
12. Vorschlag für die Besetzung der W 3-Professur für "Transformationsgesell-schaften in Asien/Afrika" (Vorlagen-Nr.: AS 185/2008)

13. Vorschlag für die Besetzung der W 3-Professur für "Kulturen und Gesell-schaften Südasiens" (Vorlagen-Nr.: AS 186/2008)
14. Berufungsvorschlag zur Besetzung der W 2-Professur Fachdidaktik Englisch an der Philosophischen Fakultät II, Institut für Anglistik und Amerikanistik (Vorlagen-Nr.: AS 184/2008)

15. Verschiedenes

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Freitag, Oktober 31, 2008

AS allein auf weiter Flur

Ja liebe Leute,
 

letzten Dienstag durften wieder einige von uns im Senatssaal chillen...

 

Hier der locker-flockige Bericht zur locker-flockigen Sitzung von Konzil und AS.
 
Das Konzil begann mit der Ankündigung, dass außer unserem verehrten Herrn Präsidenten kein Schwein vom Präsidium (einige waren krank, anderen hatten besseres zu tun) da sei und auch der Präsi recht bald ein Flugzeug erreichen müsste.
 
Dann wurde der Vorstand des Konzils gewählt, völlig vorhersehbar und langweilig.

Danach sollte eigentlich unser Antrag zum Programm des Präsidiums kommen, leider hatten wir übersehen, dass TOPs auch einer Antragsfrist unterliegen. Macht aber angeblich nix, wir dürfen jetzt einen Antrag auf eine weitere Konzilssitzung im November stellen, dem dann hoffentlich auch stattgegeben wird.

Dann war das Konzil vorbei, der AS begann und unser lieber Bildungssenator Emil Jürgen Zöllner hatte seinen Gast-Star-Auftritt, um seine Einstein-Stiftung zu verkaufen.
Im bewährten Stile der realsozialistischen (Selbst-)Kritik wurde er erstmal von fast allen gelobt, bis dann die „Detailfragen“ kamen, die sich vor allem um Dinge wie „wer darf wann wo in welchem Gremium sitzen?“ drehten.
Professor Sauers Frage, wie denn mit Osttariflöhnen überhaupt „exzellente“ MitarbeiterInnen dazu gebracht werden könnten, in Berlin tätig zu werden, wurde dann mal geschickt falsch verstanden.
 
Dann kamen die Fragen von unserer Seite, auf die er dann sehr wenig in vielen Worten sagte und wieder das Stilmittel des absichtsvollen Missverstehens anwandte.
Aber immerhin hat er uns unverbindlich dazu eingeladen, mal mit ihm darüber zu diskutieren, was mensch denn nun so unter Demokratie verstünde. Wir merken, der Emil ist ein toller Hecht zum Anfassen. Oder so.
 
Fazit des Ganzen: Don't worry, be happy.
 
Immerhin konnten wir ihm die Äußerung abringen, dass er alles in seiner Macht stehende tun wolle, um die Finanzierung der Hochschulen a) nicht weiter zu beschneiden und b) vielleicht sogar noch auszubauen. Trotz Einstein-Stiftung.
 
Unsere Nachfragen zur Orgastruktur (ob denn zum Beispiel auch den FHs oder gar einigen (demokratisch legitimierten) Studis ein warmes Plätzchen im Aufsichtsrat (ja, das Ding heißt wirklich so) zugestanden würde, wurden dann leider von der Redeleitung mit dem Argument, wir „hätten uns dann wohl halt nicht deutlich genug gemeldet“ und einem Verweis auf die vorgerückte Stunde unter den Tisch fallen gelassen. 
 
Irgendwann um diese Zeit herum machte sich dann auch der Herr Präsident auf die Socken, so dass die Sitzungsleitung nun Herrn Coy anheimfiel.

Durch den taktischen Rückzug el Presidentes waren dann natürlich auch unsere Anfragen an das Präsidium einigermaßen sinnlos, es war ja niemand mehr da, der sie uns hätte beantworten können. Wir haben es uns aber nicht nehmen lassen,sie trotzdem zu Protokoll zu geben. Jetzt muss nur noch irgendjemand das Ding auch tatsächlich lesen.
 
Dann wurde schnell noch ein Antrag zur 'Bestätigung einer Satzung für den Betrieb gewerblicher Art (BgA) "Musik an der Humboldt-Universität"' durchgestimmt, obwohl eigentlich eine zweite Lesung vorgesehen war. Diesmal waren wir nicht die einzigen, die keine Lust hatten, das Ding jetzt schon auf den Weg zu bringen. Wir fanden es ein wenig seltsam, dass es zwar für studentische musikalische Projekte kaum Raum in der Uni gibt, aber jetzt auch noch eine gewerbliche Nutzung angepeilt wird. Eine diesbezügliche Nachfrage von unserer Seite wurde allerdings als nicht zur Sache gehörend abgebügelt. Allerdings bekamen wir von Coy den guten Ratschlag, dass sich immer irgendwo ein Weg fände, um an einen Probenraum zu kommen.
 
Es ist unheimlich toll, wenn mensch sich ernst genommen fühlen kann.
 
Es versteht sich von selbst, dass die Profenmehrheit der Argumentation der Rechtsstelle, dass es total dringend sei (wobei mensch sichjetztfragen könnte, warum an dieser Uni die total super-wichtigen Dinge generell immer kurz vor knapp auf die Tagesordnung kommen.), brav folgten und auf eine zweite Lesung verzichteten.
 
Die Sonder-Professur für Entwicklungsökonomie fanden wir jetzt nicht unbedingt so unproblematisch, schließlich haben wir es ja bekanntlich nicht so mit der kolonialen Denke, aber uns fragt ja keiner und so wurde beschlossen, das Ding einzurichten. 
 
Die Professur für Neue Materialien in der Physik war unkritisch, ebenso die für Kunstgeschichte Osteuropas.
 
Dann war da noch der nichtöffentliche Teil, in dem uns mal wieder eine Berufungsliste völlig ohne Frauen über den Weg lief. Unsere Nachfrage, ob das nicht auch durch eine extrem männlich dominierte Berufungskommission bedingt sein könnte, wurde geflissentlich übergangen. 

Die anderen Listen waren soweit OK, es hätte allerdings selbst uns, die dieser Uni ja mitlerweile fast alles zutrauen, sehr gewundert, wenn sich auf einer Berufungsliste für eine Stelle, die aus Mitteln der Frauenförderung bezahlt wird, ein Mann gefunden hätte...
 
Dann wurde noch schnell in einem nachträglich eingeschobenen Tagesordnungspunkt ein Doktor humoris causa verliehen.
Wie ehrenvoll der Empfänger es finden wird, mit solch Titanen des Geistes wie Wolli Biermann auf die gleiche Stufe gestellt zu werden, sei dahingestellt.

Unter dem Punkt sonstiges durften wir dann noch kurz zu Protokoll pöbeln, dass wir den riesigen Präsidiumsauflauf bei dieser Sitzung etwas peinlich fanden und dann war es auch schon vorbei.

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