Donnerstag, Dezember 19, 2013

Verhinderte Fakultätsreform

200 Studierende blockieren die Beschlussfassung im Kuratorium der HU

Die für heute um 10h angesetzte Sitzung des Kuratoriums der HU, auf der neben dem Doppelhaushalt 2014/15 auch die aus dem dramatischen AS am 05.12. hervorgegangene Vorlage zur Fakultätsreform beschlossen werden sollte, wurde durch die Anwesenheit von ca. 200 Studierenden deutlich beeinflusst - die studentische Vertreterin sowie der Vertreter der
Gewerkschaften konnten nicht an der Sitzung teilnehmen. Die anderen Mitglieder des Kuratoriums schoben sich durch die Menge.

Das Kuratorium hat nun in Abwesenheit seiner genannten Mitglieder der Studierenden und der Gewerkschaften die Vorlage zur Fakultätsreform nicht beschlossen, sondern lediglich zu Punkt 3.2 aus der Vorlage (Fakultätsstruktur) seine Zustimmung geäußert (vorläufige Information). Die Sitzung ist nun vorbei, die immer noch anwesenden Studierenden sitzen weiterhin im Gang vor dem Büro des Präsidenten. Es gibt vereinzelte Gespräche unter anderem mit dem Präsidenten, dieser hat wohl klargemacht, dass er auch gegen diesen Protest und die Meinung aller Studierenden an seiner Reform festhalten würde. Eine Urabstimmung an der gesamten HU halte er für falsch im Sinne seines Anliegens und habe auch kein Interesse, sich mit grundsätzlich ablehnenden Meinungen auseinanderzusetzen. Die klare Botschaft ist angekommen: ohne die Studierenden wird an dieser Universität keine umfassende Reform durchgesetzt, und erst recht nicht mit solch starkem Gegenwind aus den Gremien.

Weitere Informationen und die Stellungnahme der Studierenden im Akademischen Senat gibt es beim Referat für Hochschulpolitik.

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Freitag, Dezember 06, 2013

Präsident Olbertz tritt vom Rücktritt zurück

Wer ist hier eigentlich der Umfaller?

Was war das für ein aufregender Tag. Was gab es nicht alles für Szenarien an allen Tischen, über Statusgruppen und politische Konfliktlinien hinweg. HU-Präsident Olbertz wollte seine Fakultätenrefom, konnte aber eigentlich nicht begründen, warum. Eine handvoll Professor_innen träumten bei diesem Stichwort offenbar vom Traumzauberland mit budgetsouveränen Fakultäten unter der Regierung professioneller Dekan_innen mit Lehrbefreiung und Drittmittelflattrate völlig jenseits von politischen und rechtlichen Realitäten. Hauptsache beschließen war das Motto, wer Realität und dringende Probleme anmahnte wurde beschimpft, die Sache nur unnötig madig zu machen, wo bleiben die Visionen, wer sich jetzt nicht rührt, wird überrannt…

Und alle drei Jahre grüßt das Murmeltier

Kennen wir das nicht irgendwoher: Wende, Neoliberaler Turn, BA-/MA-Einführung, Exzellenzinitiative? Immer war es die gleiche Leier und immer wieder blieben Realitätsgespühr und Verantwortungsbewusstsein auf der Strecke. Wer hoch hinaus will, muss eben auch über Leichen steigen können. Nun denn, ein weiteres Kapitel HU-Größenwahn konnte heute im Akademischen Senat bestaunt werden: Die Fakultätenreform.

Was bisher geschah


Schon in der letzten Sitzung des Akademischen Senats am letzten Dienstag fand der Entwurf des Präsidiums keine Zustimmung in den Statusgruppen der wissenschaftlichen und studentischen Mitglieder. Nur mit knapper Mehrheit der Hochschullehrer*innen konnte Präsident Olbertz seine Pläne durchbringen. Dann aber legten die Wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen ein Gruppenveto gegen den Reformbeschluss ein und Präsident Olbertz reagierte wie ein kleines Kind, dem jemand den Lolli weggenommen hat, weil die Eigentumsverhältnisse daran nicht hinreichend geklärt seien: Tränen rannen ihm übers Gesicht und er bat darum, dass jemand anderes weitermoderieren solle, er schaffe das jetzt nicht mehr. Dabei war ein solcher Schritt weder überraschend noch außergewöhnlich. Vielmehr stellt er ein Recht der AS-Mitglieder dar und ist damit fester Bestandteil des Gremienprozedere, das jede*r in der Verfassung der HU nachlesen kann.

Wahrscheinlich deswegen wurde das Ergebnis der Vermittlungskommission gar nicht erst abgewartet, die nunmehr einen Kompromissvorschlag erarbeiten sollte, sondern eilig für den gestrigen Donnerstag eine weitere Sondersitzung des Akademischen Senats angesetzt, um das Gruppenveto möglichst ohne weitere Zugeständnisse aus der Welt zu stimmen.

Breaking News

[Thu, 05 Dec 2013 12:15:30 ]
Olbertz hat gerade im AS nach Veto der Studis gegen Fakultätsreform seinen Rücktritt erklärt, sieht sich außer Stande, die Reform anders noch durchzubringen.

[Thu, 05 Dec 2013 13:10:11]
Nachdem die Studierenden ihr Veto zurückgezogen haben, hat Olbertz nach längerer Erklärung über Veranwortung und seinen Handlungsspielraum, Missverständnis über Nicht-Ernstnehmen seiner mehrmaligen Ankündigung des Rücktritts im Falle der Ablehnung gegen die Fakultätsreform: seinen Rücktritt zurückgenommen. Die ganzen Profs sind aufgestanden und haben geklatscht, viele andere auch.
»Ein Präsident tritt nicht jede Woche zurück.«

Offizielle Verarbeitung des Medienereignisses

[Thu, 05 Dec 2013 18:11:50]
Sprecher der Humboldt-Universität zu Berlin | Leiter Stabsstelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit:

»Liebe Studentinnen und Studenten,
liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,
liebe Professorinnen und Professoren,

der Akademische Senat der Humboldt-Universität hat heute in seiner Sitzung dafür gestimmt, dass die Fakultätsreform ab sofort umgesetzt wird.

Die Entscheidung kam unter dramatischen Umständen zustande: HU-Präsident Jan-Hendrik Olbertz kündigte seinen Rücktritt an. Er tat dies, nachdem alle Vertreter der Gruppe der Studierenden mit Nein gestimmt und ihr Recht auf ein Gruppenveto wahrgenommen hatten.

Die Gruppe der Professoren bat daraufhin Jan-Hendrik Olbertz und die Studierenden, die Rücktrittsankündigung sowie das Veto zurückzuziehen.

Nach einer Pause mit Gesprächen unter den Gruppen und Mitgliedern des Akademischen Senats erklärten die Studierenden, dass sie ihren Antrag zurückziehen, wenn Herr Olbertz seine Rücktrittsankündigung ebenfalls zurückzieht. Ein Studierendenvertreter sagte: „Wir hoffen, mit Respekt und demokratischen Mitteln weiterarbeiten zu können“.

Jan-Hendrik Olbertz sagte: „Ich nehme die Erklärung der Studierenden an und ziehe meine Rücktrittsankündigung zurück. Ich möchte all denjenigen danken, die daran geglaubt und sich seit Monaten dafür eingesetzt haben, dass dieses große Reformprojekt gelingt. Vor allem ihnen bin ich etwas schuldig und mache deswegen weiter.“

Viele Grüße
Hans-Christoph Keller «
Was für ein Medienereignis. Die Psychologie von Gremienentscheidungsproduktionen ist spannender als jedes Drehbuch. Aber wer immer gewohnt ist, im Regen zu stehen, wenn er mal voll Verve den eigene Job gekündigt hat, der ist eigentlich anderes gewohnt und ahnt, dass an der HU offenbar die Uhren anders ticken.

Wer ist jetzt eigentlich umgefallen?

Offenbar ist da der gelernte Hortner mit Olbertz durchgegangen und er hat bockig so lange rumgeheult bis den Kindern ihre kindliche Rolle genommen war und von ihnen ein ad hoc Erwachsenspielen abgenötigt wurde. Das ist auch eine Frage des Respekts vor den Gremien und den Menschen darin, dass ein Universitätspräsident mit den Entscheidungen seiner Gremien leben kann und nicht die Leute, die gute Gründe haben und auch vortragen können, warum sie gegen eine Entscheidung stimmen, zu Verantwortlichen des eigenen Elends stilisiert, in das er sich ganz allein und ohne Not manövriert hat. Mit dieser (Nicht-)Entscheidung hat Olbertz nichts gewonnen: Er ist unglaubwürdig und "gekauft".

Angesichts der Tatsache, dass die Mehrzahl der Beschlusspunkte in der ein oder anderen Weise rechtswidrig oder jedenfalls nicht selbstvollziehend ist, sondern bloße politische Absichtserklärung bleiben, hat er in der Sache kaum mehr als heiße Luft produziert. Der Preis dafür ist seine Erpressbarkeit, denn durch sein emotionales Aus-der-Rolle-Fallen hat Olbertz seinen professionellen Habitus endgültig verloren und ist auch sein Verbleib an der Uni nur studentischen Gnaden geschuldet. Während sich die studentischen Vertreter am Ende dieses ergreifenden Tages erwachsen, diplomatisch und konziliant verhalten haben, hat es Olbertz also geschafft, dass die Profen, indem sie ihm huldigten, Gedeih und Verderb der Universität dem studentischen Votum geopfert haben – so viel Autonomie geben die Spectabilis und Honorabilis sonst freiwillig nicht so schnell auf.

Leider werden sie sich schon ganz bald nicht mehr daran erinnern und die studentischen Argumente wieder als die störenden Rufe vom Kinderspielplatz abtun. Aber dennoch wird sie dieses Erlebnis nicht weniger geprägt haben als die Besetzung der Uni durch streikende Studierende, denn sie haben sich einmal so richtig ohnmächtig gefühlt und damit lässt sich Politik machen, auch wenn es gerade nicht danach aussieht.

Der Kampf geht weiter.

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Freitag, September 11, 2009

Sag beim Abschied leise Servus

Der Bericht aus dem AS kommt diese Woche leider etwas verspätet, da wir mit dem Tanz um den Abtritt des Präsidenten (siehe Pressemitteilung) ein wenig eingespannt waren.

Zur Abwechslung war die AS-Sitzung im Senatssaal am Dienstag weder langweilig noch frustrierend. Es gab einiges zu Lachen und positive Nachrichten für die Freunde der Demokratie...

Zunächst stellte sich in der aktuellen halben Stunde die Nachfolgerin von Frau Krisczio, die neue hauptberufliche Frauenbeauftragte der HU, Frau Fuhrich-Grubert, vor. Die Mathematikerin und Historikern sieht, wie wir auch, noch einigen Nachholbedarf in Fragen der Gleichstellung und will diese Aufgabe im Sinne aller Statusgruppen angehen. Nach der Sitzung kam sie nochmal auf uns zu und wir haben uns darauf verständigt, dass es zu Beginn des Semesters ein Treffen mit Vertreterinnen der Studierenden geben soll, um geimeinsame Themen zu besprechen. Wir freuen uns drauf und wünschen ihr einen guten Start an der HU.
Zum "Sommertheater" an der Charité erklärte Präsident Markschies, dass eine Loslösung des Universitätsklinikums Benjamin Frannklin (UKBF) nicht im Sinne der HU sei. Mensch strebe eine Gesamtlösung im Sinne einer "Gesundheitsstadt Berlin" an.
Was die HU bisher unternommen hat, um auch Finanzsenator Nußbaum davon zu überzeugen ist noch unlar, denn ein vernünftiges Konzept, wie er es verlangt, existiert noch nicht. Zu den Vorwürfen gegenüber unserem Wunderheiler Kiesewetter (siehe z.B. Artikel in der MoPo) wurde sich nicht geäußert.
Mehr dazu gibt es womöglich nach dem kommenden Medizin-AS.

Danach erhielt Prof.Dr. Röcke als Konzilsvorsitzender, das Wort und teilte mit, dass die Wahlen der/s Präsident_in und der Vizepräsident_innen zukünftig zusammen erfolgen sollen. Unter anderem soll so gewährleistet werden, dass wir so zu Beginn der Antragsrunde des nächsten Exzellenzwettbewerbs ein aufeinander abgestimmtes, arbeitsfähiges Präsidium haben und der Ausgang für uns weniger peinlich wird, als beim vergangenen Wettbewerb.
Wir erinnern an den "mutigen" Antrag der HU.
Dieser Aspekt ist uns natürlich ziemlich schnuppe.

Viel spannender war hingegen, dass Markschies direkt im Anschluss erklärte, für eine weitere Amtszeit nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Ja, richtig, die Markschies-Ära geht zu Ende. Wir gratulieren Christoph zu dieser weisen Entscheidung, sich wieder stärker auf die Wissenschaft konzentrieren zu wollen. Denn bei diesen Leisten ist unser Schuster deutlich besser aufgehoben, als auf dem Thron der HU!

Im Anschluss an diese erfreuliche Nachricht wurde es nochmal etwas unerfreulicher. Denn nach Rücksprache mit der Kölner Staatsanwaltschaft hat sich ergeben, dass auch die HU von der Doktortitel-Affäre betroffen ist. Dabei handelt es sich um zwei Personen, die allerdings nicht mehr an der HU tätig sind. Nähere Informationen dazu liegen bisher nicht vor.

Mit einem Match, ähnlich spektakulär wie man es sonst nur in Wimbeldon sieht, endete schließlich die aktuelle halbe Stunde. Wie aufmerksame Leser_innen dieses Blogs vielleicht bemerkt haben: Markschies is watching you! So kommtierte er unseren letzten Beitrag, er habe sich bei den Hochschulvertragsverhandlungen nicht ausreichend für die HU eingesetzt (der Meinung sind wir immer noch), unter anderem mit folgendem Statement: "Bei Bedarf liefere ich Ihnen auch noch gern die Liste mit den ganzen Terminen nach, die Herr Eveslage und ich wahrgenommen haben." (siehe unten) Da dies bis zur Sitzung nicht erfolgt war, haben wir mal dezent nachgefragt, ob dies denn noch geschehen werde. Und da holte Markschies zu einem nicht unbeachtlichen Aufschlag auf und frug sallop, warum wir denn immer so gegen Anwesenheitslisten wettern würden, wenn wir denn eine von unserem Präsidenten verlangen. Daraufhin fiel uns nichts mehr weiter ein, als darauf hinzuweisen, dass er ja im Gegensatz zu uns ein nicht unbeachtliches Salär für seine Tätigkeit als Präsident bekäme. Würden wir Studierende ähnlich viel Geld für unser Studium bekommen, würden zumindest die Schreiber_innen dieser Zeilen weit weniger Probleme mit Anwesenheitslisten haben. Naja, diesen Vergleich fand dann der große Abt dann etwas unangemessen, aber hey, wer hat denn mit den hinkenden Vergleichen angefangen? Wir auf jeden Fall nicht.

Erster Antrag war dann eine Vorlage von uns Studis.
Nach regem Mailverkehr mit dem Referat HU200 stellte sich nämlich heraus, dass für die Eröffnungsfeier des 200jährigen Jubiläums ein Redebeitrag der Verfassten Studierendenschaft nicht vorgesehen war. Stattdessen hat man eine Studentin aus Adlerhof angefragt. Ob die Idee dahinter war, dass breite Fächerseptrum der HU abzubilden, wie Markschies erklärte, oder ob es doch eher darum ging unliebsame Redebeiträge von vorherein abzuwenden, da schließlich auch unsere Kanzlerin für ein Grußwort angefragt ist, lassen wir mal dahin gestellt.
Unser Antrag wurde auf jeden Fall positiv beschieden und werden nun in Redner_innenliste mit aufgenommen. Schön ist es nicht, aber langsam gewöhnen wir uns daran, Selbstverständlichkeiten per Antrag einzufordern... Im Übrigen hoffen wir, dass die betroffene Studentin jetzt nicht wieder ausgeladen wird, schließlich sind wir immer sehr dafür, dass Studierende mehr Raum auf den (Jubel)veranstaltungen dieser Uni bekommen.

Nächster Punkt war die Änderung der Entgeltordnung der ZE Sprachenzentrum, also die Erhöhung der Beiträge für Kursteilnehmer_innen. Grund dafür ist die vorgesehene Anhebung der Entgelte für Kursleiter_innen, die an der HU wesentlich weniger verdienen als an anderen Hochschulen. Das unterstützen wir nachdrücklich. Allerdings ist es schade, dass hier die Interessen der abhängig Beschäftigten mal wieder gegen die der Studierenden ausgespielt werden. So haben wir uns schließlich der Stimme enthalten, um eine verbesserte Entlohnung nicht zu boykottieren, aber dennoch unseren Unmut über die Verteilung zum Ausdruck zu bringen. Denn: jegliche Art von Gebühren wirken selektiv und schließen Interessierte vom Angebot aus!

Ansonsten sei noch erwähnt, dass unsere neue Frauenbeauftragte noch einige Arbeit vor sich hat, bevor Gleichstellung als Selbstverständlichkeit angesehen wird. So wurde im nichtöffentlichen Teil erneut eine Berufungsliste verabschiedet, bei deren Entstehung das AGG mal wieder geflissentlich ignoriert wurde. Mehrere Personen, darunter auch eine Frau, wurden nicht zu einem Vortrag eingeladen. Wenn man die Kriterien im Nachhinein nämlich nocheinmal verschärft, kann man sich so eine Menge Arbeitsaufwand sparen und muss weniger Bewerber_innen begutachten. So gehts ja eigentlich nicht...

Nachtrag: unser Antrag

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Samstag, August 15, 2009

Platz ist in der kleinsten Hütte

Der Akademische Senat tagt im Raum 2103, weil der Senatssaal nach Ratschlag des großen el Presidente renoviert wird. Wir lernen: größere räumliche Nähe führt nicht zu einem besseren Miteinander. Aber zu mehr Wärme. Ein Kompetenz-Aufguss hätte unserer Akademischen Sauna streckenweise sicher gut getan.
Ach ja, Sachthemen gab es natürlich auch.


Beim Blick auf die Tagesordnung des AS fiel uns auf, dass der Ferienausschuss gar keine Entscheidung über den Hochschulvertrag fällen kann. Gerade das war aber vorgesehen. Na sowas.
Da der Abt sich von seiner harten Arbeit während der Vertragsverhandlungen erholen musste (er muss hart gearbeitet haben, sonst hätte er sich schließlich in die Verhandlungen einbringen können) und deshalb im wohlverdienten Urlaub war, kamen wir in den Genuss einer AS-Sitzung die zum größten Teil durch VPH Eveslage geleitet wurde.
Dem war es wohl auch zu verdanken, dass unser Einwand zur mangelnden Entscheidungskompetenz des Ferienausschusses nicht einfach übergangen, sondern ernst genommen wurde.
So wurde das Wunderwerk nur "billigend zur Kenntnis genommen" und kommt nach Ende der Ferien wieder auf die Tagesordnung.

Nun zum Inhalt des Vertrages. Mittlerweile haben auch die meisten Profen gemerkt, dass die Vertragssumme zwar höher ist als in den Jahren zuvor, die Mehrausgaben aber nicht im Geringsten abdeckt. Während einige Mitglieder des Senats noch hoffen, dass die anstehenden Tarifanpassungen vom Land mitgezahlt werden, fehlt uns irgendwie dieser Optimismus. Dem VPH übrigens auch. Deshalb freuen wir uns schon unbändig auf die neuen Verteilungskämpfe, pardon, Strukturplanungen.
Prof. Kulke fiel dann zum diesem Thema noch auf, dass wir ja auch irgendwie die c.a. 20 Exzellenzprofessuren durchfüttern müssen, wenn die Förderung demnächst ausläuft. Das Geld müssen wir halt woanders herholen.
Mit anderen Worten: die Uni ist immer noch genauso pleite wie vorher.
Also ich persönlich würde jetzt kein Slavistik-Studium mehr beginnen...

Dann kamen einige Studiengänge, die wir teils gut fanden, teils nicht. Wie immer halt.

Aaaaber dann kam nochmal richtig Freude auf. Im nichtöffentlichen Teil, weshalb wir uns hier leider vage halten müssen.

Was wir Euch sagen dürfen, dürfte aber reichen, um unsere Freude verständlich zu machen:

Es ging um die vorgezogene Berufung einer Frau auf einen Lehrstuhl, der im Jahr 2014 frei wird.
Finden wir ja grundsätzlich erstmal gut. In diesem Falle gibt es aber zwei (verschiedene) Knackpunkte.

Erstmal der finanzielle:

Die Professur wird erst ein halbes Jahr nach Ende der Förderung durch das Frauenförderungsprogramm des BMBF frei. Die Förderung des Landes endet sogar noch früher, nämlich drei Jahre vor Freiwerden des Lehrstuhls. Das dadurch fehlende Geld muss irgendwo herkommen, aber unser großer weiser Präsident hat beschieden, dass er schon noch einen Topf voll Gold am Ende des Regenbogens finden wird und falls das nicht klappt, einfach woanders gespart werden müsste. Fanden wir jetzt irgendwie nicht so gut. Schließlich dürfen Gelder im Haushalt nicht einfach so hin- und hergeschoben werden, weshalb das Geld aus Forschung und Lehre kommen muss. Nun hat aber gerade das Budget für Lehre eigentlich keine weiteren Polster oder Einsparungsmöglichkeiten mehr, mit Ausnahme der studentischen Projekttutorien, die wir aber eigentlich gerne erhalten würden...

Dann war da noch die andere Sache:

Es gab universitätsintern eine Bewerberin auf die Stelle, die sich angeboten hätte. Erstens vertritt sie den Prof, um dessen Nachfolge es geht, zur Zeit eh schon. Zweitens ist sie eine wirklich gute Wissenschaftlerin, die an dieser Uni einen völlig neuen Aspekt in ihr Fach eingebracht hat. Drittens ist sie eine positiv evaluierte Juniorprofessorin.
Es ist erklärte Hauspolitik der HU, positiv evaluierten Juniorprofessur_innen ein Tenure-Track-Verfahren anzubieten, wann immer es möglich ist. Im Fall dieser Bewerberin ist das bisher nicht passiert.
In anderen Worten: sie wäre ideal für diese Neubesetzung gewesen.

Aber daraus wird nichts. Auf der Berufungsliste standen drei andere Frauen. Angeblich fehle ihr der zweite Forschungsschwerpunkt, allerdings gibt es glaubhafte Aussagen durch Dritte, dass sie genau diesen zweiten geforderten Schwerpunkt seit Jahren hat.
Uns drängte sich der Eindruck auf, dass eine Frau, die Genderaspekte in ihrem Fach beleuchtet, der Uni keine volle Professur wert ist. Wäre ja auch mal was Neues gewesen.

Da der AS keine Entscheidungskompetenz bei der Zusammenstellung von Berufungslisten hat, konnten wir leider kein Veto einlegen und mussten uns damit begnügen, Gegen die Liste zu stimmen und nachher eine Erklärung zu Protokoll zu geben.

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Dienstag, Juli 14, 2009

Little farm on the prairie

Der Abt stellt sich wichtige Fragen zu einem eventuell früher mal vorhandenen Bauernhof einer Berufungskandidatin und ist auch sonst wieder sehr gelöst. Wir nicht so richtig.

Weil es die letzten Male so schön war, gab es auch diese Woche wieder einen Akademischen Senat. Da es der letzte vor dem Ferienausschuss war, mussten ganz schnell viele Dinge durchgestimmt werden, dementsprechend sah die Tagesordnung aus.

Erstmal ging es um die einige Spätfolgen der letzten Runde der glorreich gescheiterten Exzellenzinitiative, das IRIS Adlershof/Center for Integrative Life Sciences, die nach einer Powerpoint-Präsentation, für die der Schreiber dieser Zeilen Punktabzug bekäme, durchgestimmt wurde, wenn auch ohne unsere Stimmen.

Beim dann folgenden Center for Computational Sciences wurden zwar nach Aussage der zentralen Frauenbeauftragten Frauenförderprogramme falsch aufgeführt, aber hey, that's peanuts, right? Wen kümmert an dieser Uni schon Frauenförderung?

pecunia non olet


Bei der Archäologie gab es bei einer Stiftungsprofessur zum einen Probleme mit der Strukturplanung, zum anderen hatten ausnahmsweise mal nicht nur wir ein Problem mit dem edlen Stifter der Professur, der Krupp-Stiftung, schließlich war die Firma Krupp jedesmal mit dabei, wenn Schland mal wieder die Fackel der germanischen Zivilisation in alle Welt tragen wollte. Ist ja auch eine Professur für die Archäologie Ostmitteleuropas, da war Krupp ja schon wiederholt und hat bestimmt viel Wissen einzubringen.
Geld stinkt ja nicht. Vespasian wäre stolz auf unseren Augustulus gewesen.

Aber der Abt hat ja die Lizenz zum Vergeben und dann ist das alles kein Problem.
Dafür ließ sich der Präsident zu der Aussage hinreißen, dass die Altertumsforschung ein Schwerpunkt dieser Uni sei. Das dürfte gerade die abgewickelte Ur- und Frühgeschichte sicher sehr freuen.
Zur Finanzierung nach Auslaufen der Eingangsförderung durch die Stiftung müssen wir mal wieder auf einen altbekannten Freund der HU zurückgreifen - den Topf voll Gold am Ende des Regenbogens.

Wie wir an dieser Stelle vor einiger Zeit berichteten, musste die Humboldt Graduate School evaluiert werden. Das ist jetzt passiert und - Überraschung - im sonst so freundlichen Bericht gab es ein Minderheitenvotum. Das ging aber allen sonstwo vorbei und damit hatte sich auch der TOP. Ach ja, es fehlt natürlich Geld.
Ein Änderungsantrag von studentischer Seite zur Überarbeitung der Verfassungsstruktur der HGS, der eine paritätisch besetzte Kommission forderte, wurde als unnötig erachtet.

Nach ein Paar Studienordnungen, die wir zum großen Teil auch nicht so toll fanden, kam erstmal der nicht-öffentliche Teil.

Es gab einige Berufungen, unter anderem in der LGF, bei der der Abt wohl sehr davon beeindruckt war, dass die Bewerberin mal einen Bauernhof gehabt haben könnte. Wir merken, der Chrissie ist ein aufmerksamer Präsi, der sich auch für die kleinen Dinge des Lebens begeistern kann.

Und es gab eine Verleihung einer Ehrendoktorwürde. Da fanden einige Leute, allen voran Prof. Sauer (der Mann von uns' Angela, Ihr wisst schon), dass sie allein aus politischen Gründen verliehen werde... komisch, dass ihnen das bei Wolli Biermann, der noch viel weniger akademische Arbeit vorzuweisen hatte als der diesmalige Kandidat, nicht sauer aufgestoßen ist.

Dann kam der Bericht der Frauenbeauftragten und ein Antrag zur Frauenförderung. Dazu kommt demnächst noch ein ausführlicherer Bericht an dieser Stelle. Erstmal nur soviel, dass sich das Interesse vieler Profs sehr in Grenzen hielt.
Während Prof. Coy wenigstens noch versuchte, den Bericht last Minute querzulesen, hatte Sauer nichts besseres zu tun, als demonstrativ Zeitung zu lesen.

Großartig, wie ernst die Uni das Thema Gleichstellung nimmt.

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Montag, Juli 13, 2009

Elite? Da simmer dabei, des is prima!

Bericht vom Konzil und vom Akademischen Senat am 07.07.2009

Am Morgen des 07.07.2009 war es mal wieder soweit. Zu früher Stunde füllt sich gemächlich der Senatssaal mit wichtigen und noch viel wichtigeren Leuten.
09:15 Uhr: Die Sitzung des Konzils wird feierlich eröffnet. Heutiger Tagesordnungspunkt ist die „Vorbereitung der Exzellenz-Initiative der HU“.
Unser geliebter Abt erhält das Wort und monologisiert in seiner Einzigartigkeit über den Profit, den wir aus dem Scheitern bei der letzten Ex-ini ziehen können.
Hätte mensch nicht in der Art und Weise verkackt, wie es die HU getan hat, dann könnte man schließlich auch nichts mehr verbessern. Ist doch logisch. Oder?

Weniger hart als erwartet, aber immerhin, kamen dann von der Fensterfront (konservative Profen und Verfechter_innen der Exzellenzinitiative) doch einige kritische Anmerkungen zum Verlauf der vergangenen Antragsrunde. Denn eins steht fest: Markschies absolute Unfähigkeit ist maßgeblich für das Scheitern des Antrags verantwortlich (An dieser Stelle ein ernst gemeinter Applaus). Unerfahrene Personen beim Schreiben von Anträgen, unzureichende Darstellung von „exzellenten“ Projekten und ein Präsident, der bockig wird, wenn demokratisch legitimierte Vertreter_innen aus den Gremien bei dem Antrag mitreden wollen, führten letztendlich zu einem „mutigen“ Antrag (so begründete die DFG ihre Entscheidung nach dem Scheitern der HU).
Auf die Frage der Studierenden, ob nicht erstmal eine grundsätzliche Entscheidung darüber getroffen werden sollte, wie die HU zur Exzellenz-Initiative stehe, warum sie vielleicht doch nicht so toll ist, wie immer alle glauben und ob man überhaupt wieder daran teilnehmen sollte, wurde gar nicht weiter eingegangen. Wäre auch überflüssig gewesen, da schließlich längst eine so genannte „TASK-FORCE“ ins Leben gerufen worden ist, die uns zum Sieg führen soll. Diese, bestehend aus dem Präsidium unterstützt von Professor_innen, arbeitet auch schon fleißig und sammelt derzeit Steckbriefe von Instituten, auf deren Grundlage wir im Herbst 2010 einen Kurzantrag bei der DFG einreichen werden. Ob dieser vorab in die Gremien gegeben wird und eine Diskussion über die darin gesetzten Schwerpunkte und damit im Zweifel verbundenen Strukturveränderungen innerhalb der HU stattfinden wird, werden wir sehen. Glauben daran tun wir nicht.
Neben dem üblichen bla, bla gab es aber doch noch einen erfreulichen Punkt. Wer Markschies und den anderen genauer zugehört hat, dem sollte klar sein, dass unser Abt nicht mehr lange predigt. Da eine Kandidatur für eine zweite Amtszeit bei wirklich niemandem auf offene Ohren stößt, werden wir ab 2011 wohl keinen Markschies mehr haben. Wir sollten also schon jetzt auf die Suche nach möglichen Kandidat_innen gehen und bei Erfolg einen direkten Abwahlantrag einbringen.


Nach einer kurzen Werbeunterbrechung ging es dann weiter mit dem Akademischen Senat, genauer gesagt mit der Fortsetzung der Sitzung vom 30.06. Direkt zu Beginn wurde der statusübergreifende Antrag zur „Verbesserung der Studiensituation“ behandelt. Dieser basierte auf der Diskussion der vergangenen Sitzung, in der sich der AS nicht dazu durchringen konnte die Forderungen der Studierenden im Allgemeinen zu unterstützten. Dieser Antrag sieht vor, dass die LSK ein Memorandum erarbeitet, durch welches die Studienfreiheit garantiert, die Betreuung verbessert, die Studienmodalitäten verändert, der Bedarf an Masterplätzen gedeckt und die Freizügigkeit realisiert wird. Im Sinne des humboldtschen Größenwahn wird dieses Memorandum nicht nur die Situation an der HU, sondern auch in Europa und der ganze Welt verändern. Am humboldtschen Wesen soll die Welt genesen. Wir sind gespannt.
Im Anschluss gab es dann noch eine kleine Berichterunde von Markschies (er musste etwas länger pausieren als der Rest und ließ uns die erste halbe Stunde lieber alleine tagen) unter anderem zu den Hochschulverträgen. Entgegen unserer Auffassung, dass der Senat mit seinem Angebot lediglich einen schlechten Wahlkampfscherz betrieben hat, meint der Präsident, dass wir dem Ergebnis sehr zufrieden sein können und es keine Kürzungen geben wird. fragt sich nur, ob el PräsidEnte bewusst Stuß erzählt oder es nicht besser weiß, möglich wäre bei ihm beides. Wir empfehlen zu diesem Thema die Pressemitteilung von RefRat und Gremienstudis (einzusehen auf diesem Blog).
Die weitere Unverschämtheit dabei war aber eigentlich, dass er sich mit dem Verhandlungserfolg rühmt, obwohl er sich selber nie daran beteiligt hat. Die HU war im gesamten Prozess eher zurückhaltend und Markschies hat stets seine Vizepräsidenten vorgeschickt anstatt die Interessen seiner Universität zu vertreten, worin nunmal seine Aufgabe besteht.
Zuguterletzt haben wir uns noch nach der besetzten 4. Etage im Hegelbau erkundigt und danach gefragt, wie es denn mit Räumlichkeiten stünde, um dem Projekt die Möglichkeit zu geben eine selbstverwaltete Struktur zu etablieren und ein eigenes Programm überhaupt anbieten zu können. Entgegen aller Argumente beharrte Markschies darauf, dass es keine Räume geben wird und die Gruppe sich wie jede andere an Frau Kolb wenden solle, wenn sie einen Raum haben will. Das schoß dann endgültig den Vogel ab.

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Dienstag, Juni 09, 2009

und sie bewegt sich doch!

Hochschulübergreifendes Studium in Berlin wieder möglich!
Studentische Anträge erfolgreich – weitere Verbesserungen des Studiums an der Humboldt-Universität beschlossen – endlich mal was Positives aus den Hochschulen


Ab sofort können Studierende in Berlin wieder Studienfächer an der Humboldt-Universität mit Fächern anderer Hochschulen kombinieren.
Mit dem Bologna-Prozess ist neben vielen weiteren Wahlfreiheiten auch die Kombinationsfreiheit in Berlin stark eingeschränkt worden. Seit der flächendeckenden Einführung des Bachelors 2004 ist es nicht mehr möglich Bei- und Nebenfächer in Bachelorkombinationsstudiengängen an anderen Hochschulen zu studieren.
Das soll sich nun ändern. Der Akademische Senat der Humboldt-Universität hat sich auf studentischen Antrag hin gestern in einem Beschluss einstimmig dafür ausgesprochen das hochschulübergreifende Studium wieder zu ermöglichen. Das Präsidium soll nun zeitnah mit den anderen Berliner und Brandenburgischen Hochschulen eine praktikable Lösung finden, die es Studierenden ermöglicht unkompliziert ihre Studienfächer aus dem gesamten Fächerangebot der Region zu kombinieren. Die Umsetzung einer solchen Regelung hängt aber natürlich von der Beteiligung der weiterer Hochschulen ab.

Allerdings ergibt sich aus dem erfolgreichen Antrag der Humboldt-Universität schon ab sofort eine Verbesserung der Situation. Es wurde eine Übergangsregelung beschlossen, die eine „großzügige“ Anwendung einer bisher vor allem theoretischen Ausnahmeregelung verlangt.
Die Universität Potsdam hatte bereits vor zwei Jahren eine Regelung beschlossen, die es Bachelor-Studierenden ermöglichen sollte ihre Studienfächer zwischen Berlin und Potsdam zu kombinieren. Leider konnte diese Regelung jedoch mangels Partnerhochschulen bisher nicht angewendet werden.
Ab sofort können nun Fächer zwischen der Humboldt-Universität und Potsdam kombiniert werden.
„Wir freuen uns sehr über diese Verbesserung und hoffen, dass sich noch weitere Hochschulen in Berlin und Brandenburg anschließen werden.“ so Lena Müller, Vertreterin der Offenen Linken im Akademischen Senat.

Die Studierenden stellten noch weitere Anträge zur gestern auf der Tagesordnung stehenden Änderung der Allgemeinen Satzung für Studien- und Prüfungsangelegenheiten (ASSP), um das Studium an der Humboldt-Universität erträglicher zu machen.
So wurden beispielsweise die Prüfungsanmelde- und Rücktrittsfristen einheitlich auf eine Woche bzw. drei Tage festgelegt. Von diesen Fristen können die Fakultätsräte im Einvernehmen mit den Studierenden abweichen. Dennoch wird hierdurch ein Standard gesetzt, der unsinnig früh endende Prüfungsanmeldefristen, wie beispielsweise mitten im Semester, ausschließt.
„Wir hoffen, dass die Fächer ihre Anmeldefristen nun im Interesse der Studierenden gestalten werden.“ erklärte Gerrit Aust vom Referat für Hochschulpolitik des ReferentInnenRates der Humboldt-Universität.

Außerdem wurde sinnvoller Weise beschlossen, dass Studierende, die sich in Gremien engagieren, nicht mehr um Erlaubnis bitten müssen, wenn sie für eine Sitzung von ihrer Lehrveranstaltung fern bleiben. Entgegen ursprünglicher Pläne wurde des weiteren die Anmeldefreiheit für Lehrveranstaltungen beibehalten. Und es wurde nun ausdrücklich ausgeschlossen, dass Studierende über ihre Studienordnung verpflichtet werden können Lehre für andere Studierende anzubieten und somit Hochschullehre zu übernehmen.
"Damit ist die Möglichkeit eines von uns befürchteten verpflichtenden Kaskadenmodells endlich vom Tisch. Unbezahlte Lehrleistungen von Studierenden bleiben freiwillig." ergänzte Lena Müller.

Trotz allem Erfolg hat die Offene Linke jedoch Kritik an einigen der nun durchgeführten Änderungen an der Allgemeinen Satzung zu Studien- und Prüfungsangelegenheiten. Schon seit langem kritisiert die Offene Linke die seit 2007 praktizierte Zwangsberatung mit Auflagen für Studierende, die die Regelstudienzeit überschritten haben. Diese Regelung wurde in der aktuellen Änderung auf mehr Studierende ausgeweitet.
Auch wurde eine Neuregelung zu Plagiaten beschlossen, die schon bei kleinen Zitierfehlern auf Handouts den Verlust eines ganzen Moduls, oder im Wiederholungsfall sogar die Exmatrikulation ermöglicht.
Daher gab es trotz der Verbesserungen keine Fürstimmen der Offenen Linken für die neue Allgemeine Satzung für Studien- und Prüfungsangelegenheiten.

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Mittwoch, Mai 27, 2009

AS 12.05.2009

Seine Exzellenz, Präsident Christopf Markschies konnte leider auch diesemal nicht der gesamten Sitzung beiwohnen, weshalb die Sitzung erfreulicherweise unter der äußerst angenehmen Sitzungsleitung von Herrn Nagel (Viezepräsident für Studium und Internationales=VPSI) begann.

Wie immer gab es im ersten Tagesordnungspunkt "Aktuelle Halbe Stunde" einige interessante Berichte. Zuerst legte Herr Eveslage (Vizepräsident für Haushalt) noch mal den Stand der Vertragsverhandlungen dar: Es hat sich nichts getan. Wegen Zeitdruck wird die HU nun aber einen Haushaltsplan aufstellen. Da es keine Zahlen gibt wird sich dieser Plan am Bedarf (=der geforderte und notwendige Aufwuchs) orientieren. Wir können also demnächst mit einem neuen Haushalt rechnen.

Es gibt eine schriftliche Antwort auf unsere Frage vom vergangenen AS zu der Verschickung und den Einnahmen aus Tagesspiegelwerbung mit den Rückmeldeunterlagen. Folgt...

Dann folgten einige Berichte von Herrn Nagel:

- Reagierend auf unserre Nachfrag vom letzten AS bezüglich der berücksichtigung des Nachteilsausgleiches bei Agnes, erkklärte er, dass die Probleme bearbeitet und schon so gut wie gelöst sind.

- Das HU Konzept für den Exzellenzwettbewerb Lehre ist überraschenderweise gescheitert. Herr Nagel konnte mit seinem Konzept zu "Durchlässigkeit" leider nicht beim der Jury landen, wir sind schon in der ersten Runde rausgeflogen.
Uns überrascht dies nicht, denn sein Konzept war nur eine Sammlung weitestgehend unverbundener Einzelinitiativen, die nur zeigen, dass die HU in Sachen Lehre überhaupt kein eigentliches Konzept hat.
Dabei gäbe es natürlich genug zu tun, wie auch die Studiebarkeitsstudie schon vor zwei Jahren zeigte (http://www.studierbarkeit.de). Passiert ist immer noch nichts.
Der Antrag wich offensichtlich den eigentlichen Problemen aus - was auch klar ist, denn in ein paar Monaten lassen sich die nicht lösen. Tja, schade um die ganze Zeit, die unser Vizepräsi in dieses Konzept gepackt hat. Sie wäre in einer nachhaltigen Verbesserung der Situation wahrscheinlich besser angelegt gewesen.

Dann beklagte sich Nagel, dass die Studierenden immer noch niemanden für die Jury des Lehrpreises benannt haben. Irgendwie hat offenbar bisher niemand Interesse daran, aus einer von StudiendekanInnen und allerhand Regeln vorsortierten Liste die Person rauszupicken, die die beste Lehre macht.

Schließlich stellten wir unsere schriftliche Anfrage zu der Teilhabe an universitärer Infrastruktur. Es geht darum, dass Studierende und Studentische Gruppen von nun an einen Fragebogen ausfüllen müssen, bevor sie Räume in der HU zur Verfügung gestellt bekommen. Ebenso sollen zukünftig die Kosten für den Wachschutz nach 22 Uhr und am Wochenende getragen werden. Dies beeträfe z.B. Fachschaftsparties, abentliche Vorträge, Wochenend-Tagungen usw. Dass wir das alles nicht so dolle finden versteht sich. Nun wird nochmal mit der Öffentlichkeits-Abteilung diskutiert.


Danach begann die Diskussion über die Änderung der allgemeinen Satzung für Studien- und Prüfungsangelegenheiten. (ASSP http://www.amb.hu-berlin.de/2007/1/120074)
Diese Satzung regelt fast alle die Studierenden betreffenden Angelegenheiten, von der Anwesenheitspflicht bis zur Zwangsberatung. Vorangegengen war eine lange Diskussion in der Kommission für Lehre und Studium=LSK (beginnend am 30.6.2008!) Da in den vielen Diskussionen in der Kommission unsere Kritikpunkte und Änderungswünsche nicht berücksichtigt wurden, stellten wir nun nochmal mehrere schriftliche Anträge im Akademischen Senat. Kurzfazit: von den 6 Anträgen (siehe Download), die wir zur ASSP gestellt haben, haben wir einen verloren, einen gewonnen und 4 vertagt auf eine glücklicherweise doch stattfindende 2. Lesung (obwohl doch sehr offensichtlich war, dass Herr Nagel darauf gerne verzichtet hätte.).
Es besteht bis zur nächsten Sitzung durchaus die Hoffung, zumindest einen Teil der weiteren Aträge noch durchzubekommen, schauen wir mal.... (Publikum wird auch dann wieder willkommen sein: 2.6. um 9 Uhr, Senatssaal)
In dieser ersten Lesung gingen wir die Änderungen von Anfang bis Ende durch. Dann konnten wir noch unsere Anträge zu Paragraphen vorstellen, die in der jetzigen Form noch nicht geändert wurden.
Durchgesetzt haben wir uns in unserer Forderung den §28 der Satzung unverändert zu lassen. VPSI wollte gerne die drei Worte "ohne vorherige Anmeldung" streichen, sie bleiben drin und Lehrveranstaltungen bleiben damit anmeldungsfrei (wir danken allen Unterstützer_innen im AS).
Verloren haben wir dafür den Änderungsvorschlag zu Täuschungsversuchen. Wie Tobi im AS darstellte, ist es nun theoretisch möglich, für zwei nicht gekennzeichnete Bilder auf Handouts aus dem Studiengang zu fliegen. Dass das praktisch nie dazu komen wird, können wir nur hoffen, aber an dieser Uni blühte schon so manche Blume.
Es gabe eine Anmerkung von unserer Seite zur Zwangsberatung und zu den Auflagen...
Es gab eine Diskussion über die Befristung der Promotion auf drei Jahre. Herr Manske plädierte dafür die alte Regelung beizubehalten und die Promotion weiterhin unbefristet zu lassen. Er bekam dafür aber leider nur von unserer Seite Unterstützung.
Irgendwann in dieser Diskussion zeigte sich dann übrigens auch unser Herr Präsident - und fiel auch gleich einem Studi ins Wort... Er gab mal wieder ein blendendes Beispiel für christliche Nächstenliebe. Die weiteren Anträge wurden mehr oder minder kontrovers diskutiert. Zum nächsten AS dürfen wir dann jeweils einen Kompromissvorschlag vorlegen. Hoffentlich erfolgreich!
Wünscht uns Glück!
Am Ende des TOPs (Änderung der ASSP), der gar nicht wirklich das Ende des TOPs war, riss Markschies dann die Sitzungsleitung an sich, um einfach mal eine Anekdote aus seinem Vormittag zu erzählen. Entsprechend gekränkt war er dann natürlich auch, als wir ihn nicht haben ausreden lassen, sondern ihn darauf hinwiesen, dass die Beratung der ASSP eigentlich noch nicht abgeschlossen sei. Freundlicherweise hat uns dann aber doch noch einmal das Wort erteilt; aber natürlich nicht ohne ein paar blöde Kommentare.

Der nächste erwähnenswerte TOP war die Einrichtung des Bachelor und des Masters in der Chemie, ohne Studien- und Prüfungsordnung versteht sich! Nach einiger Diskussion wurden diese mit drei studentischen Gegenstimmen beschlossen.
Grund unserer Kritik waren nicht nur fehlende Ordnungen, sondern auch dass hier offensichtlich der alte Diplomstudiengang einfach nur geteilt und umbenannt wurde (Raider heißt jetzt Twix). Hieran zeigt sich auch mal wieder die Unsinnigkeit des Bologna-Prozesses: Wie die Chemie zu Recht anmerkte, möchten sie ihr ihrer Meinung nach erfolgreiches Diplom-Modell beibehalten. Eine wirklcihe Berufsqualifizierung in Chemie gibt es sowieso erst nach dem Doktor (den derzeit angeblich 90% der Absolvent_innen machen), weshalb ein Studienende nach dem BA sowieso Unsinn ist. Weitere Bologna-Kriterien, wie die BZQ wurden denn auch nicht wirklich berücksichtigt: 2/3 der BZQ sind verpflichtend vorgeschrieben! Empfehlenswert wäre also wohl die Beibehaltung des alten Studiengangsystems, dass zumindest nicht noch eine Hürde nach der Hälfte des Studiums vorsieht und nicht so tut, als wäre es etwas, das es nicht ist. ... Aber die HU hat sich ja in den letzten Hochschulverträgen verpflichtet alle Studiengänge umzustellen. Und einen Vertragsbruch könnnte ja mit sowas wie Mittelkürzung enden... ...als ob Zöllner seiner Verpflichtung, den Hochschulen zumindest annähernd sowas, wie Planungssicherheit zu geben, nachkommen würde... Naja, für Geld macht diese Uni halt jeden Unsinn mit!

Danach folgte die Einrichtung einer Lebenszeitprofessur am IAAW. Ein Prof wird für wahrscheinlich 12 (wenigsten 6) Jahre von der Uni freigestellt sein ,um an einem geisteswissenschaftlichen Kolleg zu arbeiten und somit jährlich 2 Mio. € vom BMBF zu kassieren. Das BMBF hatte in dem Zuge vorgeschlagen, keine Vertretung zu berufen, sondern eine dauerhafte Stelle einzurichten. Diesem Vorschlag hatte Markschies dann kurzerhand an der EPK und am Strukturplan vorbei zugestimmt. Dass eine Vertreterin der Studierenden dieses Verfahren dem AS gegenüber als problematisch erklärt hat, brachte ihr allerdings nur den Vorwurf, dass sie reaktionär sei (so Böhme).

Der Rest war langweilig, Es gab nicht mal zierenswerte Beiträge von Hochschulleitung und Co.


Registrierung

Kaskadenmodell

Lehrbefreiung für Gremienstudis

Plagiate

Rücktrittsfristen

§28 Anmeldung zu Lehrveranstaltungen

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Mittwoch, Januar 07, 2009

Roma Locuta, causa finita

Master of Public Policy beschlossen und weitere Schmankerln aus dem Akademischen Senat

Anno Domini MMIX rief Gottes Stellvertreter an der HU, der weise Abt Christoph Markschies (Prof. Dr. Dr. hc. - soviel Zeit muss sein), wieder einmal seine Schäfchen zu sich in den Senatssaal, um sein Wort zu verkünden und ein wenig über dies und das zu reden.


Ein erster Geniestreich war die Tagesordnung, auf der der nichtöffentliche Teil so geschickt in den öffentlichen Teil eingeschoben war, dass eigentlich alle wirklich kontroversen Themen erst nach dem nichtöffentlichen Teil verhandelt wurden. Dies wurde damit begründet, dass die armen Dekane nicht so lange auf ihre Auftritte warten sollten. Dass dadurch das Publikum mitten in der Sitzung kurzerhand vor die Tür gesetzt wurde, um für etwa eine Stunde das berauschende Panorama des Treppenhauses zu genießen, war halt leider so. Ließ sich nicht ändern, Pech gehabt, das Leben ist halt einfach so.
Es spricht für das große Interesse des Publikums, dass im zweiten öffentlichen Teil trotzdem wieder einige Menschen in den Reihen platz nahmen. Dadurch konnten so strittige Punkte wie der Masterstudiengang Public Policy dann zum Leidwesen der Unileitung dann doch nicht unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelt werden.

Aber der Reihe nach.

Nach mehreren Anläufen wurde heute die Einrichtung, Zweckbestimmung und Freigabe der W1-Professur „Geschichte der Humanwissenschaften“ beschlossen. Weil diese Professur nicht im Strukturplan von 2004 vorgesehen ist, wurden in den letzten EPK-Sitzungen und im letzten AS Bedenken bezüglich der haushaltsmäßigen Auswirkungen geäußert. Dem Präsidenten gelang es am Ende jedoch, die Kontroverse als Kommunikationsproblem zu entflechten. Damit wird wieder einmal ein Einblick in die undemokratische Struktur der Universität möglich.

Dann kam schon das nichtöffentliche Zwischenspiel, sprich die Berufungslisten.
Es liegt in der Natur der Sache, dass wir hier nicht so wirklich viel zu schreiben dürfen, einige Kommentare zu einem Berufungsverfahren können und wollen wir uns aber nicht Verkneifen.

Eine namentlich bekannte, aber nicht nennbare Fakultät - nennen wir sie J – wollte eine Professur besetzen. Wie in dieser Fakultät üblich, landete auf der Berufungsliste wie durch ein Wunder ein Mann auf Platz eins. Das Interessante hier ist aber, dass ursprünglich eine Frau die Präferenz bekommen hatte, aber in Verlauf der Sitzungen der Berufungskommission immer schlechter bewertet wurde. Begründet wurde dies mit einer Richtungsentscheidung, die offensichtlich erst im Verlauf des Verfahrens getroffen wurde, so dass am Ende den Anforderungen nur noch der Mann wirklich entsprach. 
Diese Form der Diskriminierung von Frauen ist an dieser Universität immer noch Realität und leider auch weit verbreitet. Die offene Benennung dieser Diskriminierung scheint aber niemanden aus der Fakultät wirklich gejuckt zu haben. 

Kritische Einwände zum Verlauf des Verfahrens wurden mit dem Verweis auf die Autonomie der Fakultäten in der Profilbildung abgebügelt. Dies wurde dann auch als Begründung für die geschlossene Enthaltung aller externer Mitglieder der Berufungskommission zu dieser Frage genannt. Dieser Argumentationslinie sekundierte dann auch der Präsident. Nun stellt sich uns natürlich die Frage, warum wir dann überhaupt Berufungslisten und die Einrichtung von Professuren im Akademischen Senat verhandeln.  

Immerhin wurde die Entscheidung über diese Berufungsliste noch einmal vertagt.

Nun zurück zum öffentlichen Teil.

Dem Akademischen Senat wurde der Jahresbericht 2008 der Humboldt Graduate School vorgelegt und zur Kenntnis genommen.

Da schon seit Gründung der Graduate School eine Evalution im Verlauf des Jahres 2009 vorgesehen ist, musste auch die Einrichtung einer Evaluationskommission beschlossen werden.
Hier gab es einige Änderungen des Beschlussentwurfes. Der ursprüngliche Entwurf sah je vier interne und externe Mitglieder vor. Um die verschiedenen Statusgruppen und vor allem auch die an der Humboldt Graduate School Promovierenden besser einzubinden, wurde dieses Verhältnis auf sechs interne und 2 externe geändert. 
Wann diese Kommission mit welchen Mitgliedern tagen wird, will uns das Präsidium demnächst mal mitteilen.

Nun zum lang erwarteten Höhepunkt der Sitzung, der Beschlussfassung zum Master of Public Policy. Nachdem wir in der letzten Sitzung (siehe vorheriger Bericht auf diesem Blog) noch durch ein Statusgruppenveto der Studierenden die Entscheidung hierüber aufschieben und einen Vermittlungsausschuss erzwingen konnten, stand heute die endgültige Entscheidung an, da ein weiteres Veto durch uns nicht mehr möglich und durch eine andere Statusgruppe mehr als unwahrscheinlich war.
Im Vermittlungsausschuss konnte gestern auch nur noch einmal festgestellt werden, dass wir Studis einfach zu fundamentale Kritik an diesem Studiengang haben und so kam der alte Entwurf unverändert zur Abstimmung.
Der Präsident sprach zu Beginn des Tagesordnungspunktes in die Richtung der Studierenden, dass die Zeitungen eh schon alle Argumente veröffentlicht hätten und daher nichts mehr gesagt werden müsste. Er legte daraufhin derart einen Zahn zu, dass wir durch energisches Zwischenrufen auf unsere (eigentlich rechtzeitig erfolgte) Wortmeldung hinweisen mussten, um noch einmal unsere Position klarstellen zu können. Vizepräsident Nagel hatte die Lage so dargestellt, als ob wir uns mehr oder minder ausschließlich an der Gebührenpflicht störten.
Neben der grundsätzlichen Ablehnung jeglicher Studiengebühren kritisieren wir an diesem Master aber vor allem auch seinen Inhalt, da er in unseren Augen aus einem zutiefst undemokratischen Geist gespeist ist (siehe auch die Pressemitteilung des RefRats).

Die Zweckbestimmung und Freigabe zur Ausschreibung einer W3-Professur für Ostlawische Literaturen und Kulturen an der PhilFak II bekam dann unsere Zustimmung.

Bei der Einrichtung, Freigabe und Zweckbestimmung einer W2/W3-Professur für „Struktur Dynamik und elektronische Eigenschaften molekularer Systeme hatten wir auch nach längerer Diskussion noch einige haushaltsrechtliche Bedenken, so dass wir hier nicht zustimmten. Hier wird ganz klar auf die Strukturplanung 2010 vorgegriffen und dies nicht mal zu verheimlichen versucht. Relativ offensiv machten die Antragssteller deutlich, dass mit den neuen Hochschulverträgen die Ausstattung der Stelle auszubauen sei. Ihre Zuversicht ließ vermuten, dass die nötigen Absprachen dafür schon längst getroffen wurden.

Damit endete auch dieser AS und wir sind stolz sagen zu können: Wir leben immer noch!

Wir möchten uns hier noch einmal für die moralische Unterstützung durch einige unerschrockene Gäste bedanken, die sich selbst durch die Zwangspause auf dem Flur nicht abschrecken ließen.

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Samstag, Dezember 13, 2008

Es muss demokratisch aussehen*

...das ist das Fazit, dass die Studentischen Vertreter_innen aus der Sitzung des Akademischen Senates(AS) am vergangenen Dienstag ziehen müssen.

Beispiele der Abschaffung von demokratischer Mitbestimmung zogen sich durch die gesamte fünfstündige Sitzung.

Die spannenden Fragen waren (und sind es immer noch, denn Antworten gab es keine):
Wie möchte die Humboldt-Universität ihren nächsten Strukturplan erstellen? Und möchte Sie das überhaupt noch selber machen?
Was ist an der Philosophischen Fakultät III passiert und wieso scheint das im AS außer den Studis niemanden zu interessieren?
Was für ein Bild von Demokratie soll den Studierenden eines 18000€ teuren Masterstudienganges vermittelt werden?
und natürlich:
Wieso schafft es der Präsident nicht seinen Terminplaner so zu strukturieren, dass er bei wichtigen Diskussionen anwesend ist (Vielleicht ist es ja Absicht)?

Die gesamten ersten zwei Stunden der Sitzung beschäftigten sich mit dem Präsidium. Dieses hatte ein Programm vorgelegt, das ihr euch hier:
http://www.hu-berlin.de/ueberblick/leitung/dok/programm_praes durchlesen könnt (-stellt aber den Brechkübel vorher bereit..).
Das Programm hatte die Offene Linke dazu bewogen einen Antrag einzubringen, der ein transparentes und demokratisches Verfahren bei der Strukturplanung sicherstellen sollte – denn das Programm legt neben ganz vielen anderen Dingen, die uns ärgern, auch nahe, dass demnächst der Präsident mehr oder weniger alleine entscheidet, wer bleibt und wer geht.
Die Gremein dürfen dem dann nur noch formal zustimmen.

Die Abstimmung über unseren Antrag wurde irgendwie verhindert- der Geschäftsordnung entsprach das zwar nicht, aber das kommt schon mal vor im AS...

Und schon sind wir bei der Philosophischen Fakultät III; da erhalten wir nämlich schon mal einen Einblick, wie Strukturplanungen in Zukunft so ablaufen könnten. Denn nachdem unser Antrag vom AS boykottiert wurde, spricht nichts gegen eine Wiederholung dieses Vorgehens.
Folgendes ist dort passier:
Der Dekan hat die Aufteilung des Institutes für Kunst und
Kuturwissenschaften beschlossen und nach "informellen Gesprächen" mit
ausgewählten Einzelpersonen eine neue Struktur entschieden.
Dass Studis nicht an den Planungen teilhaben durften, ist eigentlich schon ein Skandal; aber für die Neugliederung des Institutes für Kultur- und Kunstwissenschaften wurden auch die betroffenen Professor_inn_en nicht gefragt, sondern erst Tage vor der abschließenden Entscheidung im Fakultätsrat über ein „Ergebnis“ informiert, an dem sie auch nicht mehr rütteln durften.

Und dann gab es noch den Tagesordnungspunkt „Master of Public Policy“:

Bei diesem geplanten Studiengang handelt es sich um einen weiterbildenden kostenpflichtigen Master-Studiengang. Hier soll zukünftig für 18 000€ eine Ausbildung verkauft werden, die die Absolvent_innen befähigen will,
ihre politischen Ziele gesellschaftlich durchzusetzen. Bei diesem Studiengang handelt es sich um ein Ausbildungs-Angebot für Lobbygruppen und Unternehmen, die dort ihr eigenes Führungspersonal für viel Geld ausbilden lassen werden. Dieses soll hier also lernen die Unternehmens-Ziele so zu verkaufen, dass sie „demokratisch aussehen.“

Die Einführung scheiterte vorläufig an einem Gruppenveto der Studierenden, dieses hat aber nur aufschiebende Wirkung; bei der nächsten Sitzung wird die Einführung wohl beschlossen werden.

Soweit unser kleiner Kurzbericht. Ausführlich findet ihr die Vorgänge der Sitzung in unserem Bericht beschrieben (s.u.). Aktuelle Infos findet ihr regelmäßig auf der Seite des RefRates oder dem Gremienblog

Ausführlicher Bericht aus dem AS

Antrag der OL

Pressemitteilung des RefRats

Beschluss der LSK zum Master of Public Policy

Beschluss des Studierendenparlaments zum Master of Public Policy


* „Es muss demokratisch aussehen, aber wir müssen alle Fäden in der Hand haben“
- Walter Ulbricht über die politische Neustrukturierung der sowjetischen Besatzungszone

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Dienstag, November 11, 2008

Tagesordnung der 241. Sitzung des Akademischen Senats am 18.11.2008

Die Sitzung beginnt wie immer um 9 Uhr im Senatssaal.

Bis zum Tagesordnungspunkt 9 einschließlich ist die Sitzung öffentlich, das heißt, interessierte Studierende können nicht rausgeworfen werden.

1. Protokollbestätigung (28.10.2008)

2. "Aktuelle Halbe Stunde"/Anfragen

3. Berichtspunkt: Das moderne Original – 200 Jahre Universität unter den Linden (Zwischenbericht)

4. Änderung der Studien- und Prüfungsordnung für den internationalen weiter-bildenden Masterstudiengang Deutsches Recht (Vorlagen-Nr.: AS 178/2008)

5. Änderung der Studien- und Prüfungsordnung für den internationalen weiter-bildenden Masterstudiengang Deutsches und Europäisches Recht und Rechtspraxis (Vorlagen-Nr.: AS 179/2008)

6. Prüfungsordnung für den Erwerb des Fremdsprachenzertifikats UNIcert an der Humboldt-Universität zu Berlin (Vorlagen-Nr.: AS 180/2008)

7. Antrag auf Aufhebung der Institutsstruktur der Landwirtschaftlich-Gärtne-rischen Fakultät (Vorlagen-Nr.: AS 175/2008)

8. Zuweisung, Zweckbestimmung und Freigabe einer W 3-Professur für Europäische Ethnologie unter besonderer Berücksichtigung der Entwicklung moderner Stadt- und Popularkulturen in ethnographischer und kulturtheo-retischer Perspektive (Besetzung nach W 2) (Vorlagen-Nr.: AS 181/2008)

9. Einrichtung, Zweckbestimmung und Freigabe einer W 1-Professur "Geschichte der Humanwissenschaften" (Vorlagen-Nr.: AS 182/2008)

Nichtöffentlicher Teil: (TOP 10 - 14 )Einsichtnahme in die Berufungsunterlagen für die Mitglieder des AS im Gremienreferat.

10. Zuweisung, Freigabe und Zweckbestimmung einer W 3-Professur für "Urbane Ökophysiologie" (Besetzung nach W 2) zunächst befristet auf 5 Jahre an der LGF und Berufungsvorschlag im Rahmen eines Tenure-Track-Verfahrens für Juniorprofessuren (Vorlagen-Nr.: AS 176/2008)

11. Berufungsliste zur Besetzung der W 3-Professur "Theorie neuronaler Systeme" am Institut für Biologie der MNF I (Vorlagen-Nr.: AS 177/2008)
12. Vorschlag für die Besetzung der W 3-Professur für "Transformationsgesell-schaften in Asien/Afrika" (Vorlagen-Nr.: AS 185/2008)

13. Vorschlag für die Besetzung der W 3-Professur für "Kulturen und Gesell-schaften Südasiens" (Vorlagen-Nr.: AS 186/2008)
14. Berufungsvorschlag zur Besetzung der W 2-Professur Fachdidaktik Englisch an der Philosophischen Fakultät II, Institut für Anglistik und Amerikanistik (Vorlagen-Nr.: AS 184/2008)

15. Verschiedenes

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Donnerstag, August 09, 2007

Akademischer Senat am 14. August 2007

Ort: Unter den Linden 6, Kleiner Senatssaal (R. 2103)
Zeit: 9:00 Uhr

Mit diesem Posting wollen wir beginnen über die Sitzungen des Akademischen Senats der HU zu berichten und die Tagesordnung und Unterlagen zur Verfügung zu stellen. Wir hoffen damit nicht nur unsere Arbeit transparenter zu machen, sondern auch allen Interessierten die Möglichkeit zu geben sich in die Diskussionen einzubringen.

  1. Protokollbestätigung (17.07.2007)

  2. Aktuelle Halbe Stunde/Anfragen

  3. Bericht über die Umsetzung von Maßnahmen aus dem Dritte-Säule-Antrag der Humboldt-Universität

  4. Dies academicus am 15. Oktober 2007 (Vorlagen-Nr.: AS 136/2007)

  5. Studien- und Prüfungsordnung für das Bachelorstudium Geographie (mit Lehramtsoption) (Vorlagen-Nr.: AS 128/2007)

  6. Studien- und Prüfungsordnung für das Bachelorstudium Biologie - Monobachelor (Vorlagen-Nr.: AS 129/2007)

  7. Einladung zur Sitzung des AS

    Zuweisung, Freigabe und Zweckbestimmung einer Juniorprofessur für "Optische bildgebende Verfahren in der Biophysik" am Institut für Physik der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät I (Vorlagen-Nr.: AS 115/2007; liegt bereits vor)

  8. Einladung zur Sitzung des AS

    Zuordnung, Zweckbestimmung und Freigabe (Neuausschreibung) der W 3-Professur "Stadt- und Regionalsoziologie" am Institut für Sozialwissen-schaften der Philosophischen Fakultät III (Vorlagen-Nr.: AS 125/2007)

  9. Einladung zur Sitzung des AS

    Zuweisung, Freigabe und Zweckbestimmung der W 3-Professur Sportdidaktik unter besonderer Berücksichtigung der Unterrichtsforschung (Vorlagen-Nr.: AS 131/2007)

  10. Einladung zur Sitzung des AS

    Verleihung der akademischen Würde einer außerplanmäßigen Professorin an der Philosophischen Fakultät III (Vorlagen-Nr.: AS 124/2007)

  11. Einladung zur Sitzung des AS

    Neuwahl des Zentralen Wahlvorstands (Vorlagen-Nr.: AS 121/2007)

  12. Einladung zur Sitzung des AS

    Verschiedenes

Die Tagesordnungspunkte 10-12 bilden den nicht-öffentlichen Teil des Akademischen Senates. Deswegen gibt es zu diesen auch keine öffentlichen Unterlagen.

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